Einmal hintenrum: Neuer Backbone von Rostock nach Finnland im Bau
Deutschland und Finnland rücken jetzt hinsichtlich des Datenverkehres näher zusammen. Aktuell hat der Bau einer neuen Untersee-Trasse durch die Ostsee begonnen. Bereits im Frühjahr soll der Bau der Leitung komplett abgeschlossen sein, berichtete die finnische Sendeanstalt YLE.
Verlegung von Sea Lion
Die Kabeltrasse wurde auf den Namen "Seelöwe" getauft. Gestern begann die Verlegung der Leitungen vor der finnischen Insel Santahamina, die vor den Toren Helsinkis liegt. Von dort aus geht es dann in den nächsten Wochen einmal quer durch die Ostsee bis nach Rostock. Mit den Verlegearbeiten selbst wurde der Netzwerkausrüster Alcatel Lucent beauftragt.
Das Kabel wird eine Gesamtlänge von 1.170 Kilometern aufweisen und rund 3,3 Tonnen auf die Waage bringen. Finanziert wird das Projekt hauptsächlich von der finnischen Regierung, die dabei von der Bank OP-Pohjola und der Versicherungsgesellschaft Ilmarinen unterstützt wird. Die Gesamtkosten werden auf etwa 100 Millionen Euro veranschlagt.
Dass der Staat hier viel Geld in das Infrastruktur-Projekt steckt, rechtfertigt man damit, dass sich die neue Verbindung schnell bezahlt machen wird. Einkalkuliert sind dabei bei weitem nicht nur die Einnahmen aus der Vermietung von Kapazitäten, wie es bei einem solchen Kabel der Fall wäre, das von der Privatwirtschaft gebaut wird. Vielmehr erhofft man sich in Finnland auch einen ordentlichen wirtschaftlichen Schub, der wiederum zu mehr Steuereinnahmen führt.
"Unseren Schätzungen zufolge wird die Verfügbarkeit der Verbindung in den kommenden zehn Jahren allein 2 Milliarden bis 3 Milliarden an Investitionen in Datenzentren aus der Privatwirtschaft nach sich ziehen", erklärte Ari-Jusi Knaapila, Chef der Betreibergesellschaft Cinia. Mit zwei größeren Kunden habe man bereits eine direkte Anbindung von Datenzentren an das neue Kabel vereinbaren können: Dem skandinavischen Telekommunikationskonzern TeliaSonera sowie dem deutschen Hosting-Unternehmen Hetzner.
Der Datenverkehr aus Finnland verläuft derzeit hauptsächlich über Verbindungen durch den Øresund zwischen Schweden und Dänemark. Mit Sea Lion will Finnland von diesem einerseits unabhängiger werden und andererseits nicht mehr so stark in Konkurrenz um Kapazitäten mit anderen skandinavischen Ländern stehen. Das Kabel verspricht dabei nicht nur eine bessere Anbindung an den europäischen Kontinent, sondern auch nach Asien. Aber auch deutsche Nutzer werden von dem Projekt profitieren, da über den finnischen Backbone eine direkte Anbindung an die Internet-Verbindungen hergestellt werden kann, die durch die Nordpassage verlaufen und Europa, Amerika und Asien um den Polarkreis herum miteinander vernetzen.
Verlegung von Sea Lion
Die Kabeltrasse wurde auf den Namen "Seelöwe" getauft. Gestern begann die Verlegung der Leitungen vor der finnischen Insel Santahamina, die vor den Toren Helsinkis liegt. Von dort aus geht es dann in den nächsten Wochen einmal quer durch die Ostsee bis nach Rostock. Mit den Verlegearbeiten selbst wurde der Netzwerkausrüster Alcatel Lucent beauftragt.
Das Kabel wird eine Gesamtlänge von 1.170 Kilometern aufweisen und rund 3,3 Tonnen auf die Waage bringen. Finanziert wird das Projekt hauptsächlich von der finnischen Regierung, die dabei von der Bank OP-Pohjola und der Versicherungsgesellschaft Ilmarinen unterstützt wird. Die Gesamtkosten werden auf etwa 100 Millionen Euro veranschlagt.
Dass der Staat hier viel Geld in das Infrastruktur-Projekt steckt, rechtfertigt man damit, dass sich die neue Verbindung schnell bezahlt machen wird. Einkalkuliert sind dabei bei weitem nicht nur die Einnahmen aus der Vermietung von Kapazitäten, wie es bei einem solchen Kabel der Fall wäre, das von der Privatwirtschaft gebaut wird. Vielmehr erhofft man sich in Finnland auch einen ordentlichen wirtschaftlichen Schub, der wiederum zu mehr Steuereinnahmen führt.
"Unseren Schätzungen zufolge wird die Verfügbarkeit der Verbindung in den kommenden zehn Jahren allein 2 Milliarden bis 3 Milliarden an Investitionen in Datenzentren aus der Privatwirtschaft nach sich ziehen", erklärte Ari-Jusi Knaapila, Chef der Betreibergesellschaft Cinia. Mit zwei größeren Kunden habe man bereits eine direkte Anbindung von Datenzentren an das neue Kabel vereinbaren können: Dem skandinavischen Telekommunikationskonzern TeliaSonera sowie dem deutschen Hosting-Unternehmen Hetzner.
Der Datenverkehr aus Finnland verläuft derzeit hauptsächlich über Verbindungen durch den Øresund zwischen Schweden und Dänemark. Mit Sea Lion will Finnland von diesem einerseits unabhängiger werden und andererseits nicht mehr so stark in Konkurrenz um Kapazitäten mit anderen skandinavischen Ländern stehen. Das Kabel verspricht dabei nicht nur eine bessere Anbindung an den europäischen Kontinent, sondern auch nach Asien. Aber auch deutsche Nutzer werden von dem Projekt profitieren, da über den finnischen Backbone eine direkte Anbindung an die Internet-Verbindungen hergestellt werden kann, die durch die Nordpassage verlaufen und Europa, Amerika und Asien um den Polarkreis herum miteinander vernetzen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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