Liquid Broadband: Neues viertes Mobilfunknetz ohne Großkonzern

Durch die Fusion von Telefonica/O2 und E-Plus ist die Zahl der Mobilfunknetze in Deutschland zuletzt auf Drei gesunken - doch nun will ein Projekt in die entstandene Lücke vorstoßen und die etablierten Konzerne mit einer neuartigen Infrastruktur herausfordern.
Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast
Telefonica
"Liquid Broadband" heißt das Unternehmen, das ein neues viertes Mobilfunknetz aufbauen will, berichtete die Wirtschaftswoche. Hinter der Firma sollen verschiedene Investoren aus dem Mittelstand stehen. Diese verfolgen dabei keineswegs das Ziel, eigene Mobilfunkmasten über das ganze Land zu verteilen und somit Milliarden-Summen in das Projekt zu versenken.

Stattdessen setzt Liquid Broadband auf ein Modell, das ein wenig an die kommerzielle Version des Freifunk-Konzepts erinnert. Die Kunden sollen die Funkzellen selbst betreiben. Statt der üblichen Sendeanlagen sollen hierbei kleinere Systeme zum Einsatz kommen, die beispielsweise auf dem Fensterbrett stehen können und eine Reichweite von rund 500 Metern haben.

Der Betrieb einer solchen Mini-Zelle soll sich dann in den Tarif-Angeboten niederschlagen. Wer einen Beitrag zur Infrastruktur leistet, könnte beispielsweise zu einem sehr niedrigen Preis oder gar komplett kostenlos das Netz nutzen. Wie die Vernetzung der einzelnen Sender erfolgen soll, wurde noch nicht erläutert. Wahrscheinlich wäre aber eine Anbindung an den stationären Internet-Anschluss des Betreibers.

Welche Technologie bei dem Projekt zum Einsatz kommen soll, ist im Einzelnen noch nicht bekannt. Allerdings arbeiten die Netzwerkausrüster schon seit einiger Zeit an Systemen, die grundsätzlich in Frage kämen. Ein Beispiel hierfür ist LightRadio von Alcatel-Lucent. Hier wurde die Technologie für den Betrieb kleiner Mobilfunk-Zellen in einen Würfel mit nur wenigen Zentimetern Kantenlänge integriert.

Alcatel-Lucent: LightRadioAlcatel-Lucent: LightRadioAlcatel-Lucent: LightRadioAlcatel-Lucent: LightRadio

Neben der technischen Umsetzung ist vor allem die Frequenzfrage ein Problem, mit dem sich Liquid Broadband auseinandersetzen muss. Denn in einer normalen Frequenzauktion wäre es für die Firma kaum möglich, die etablierten Netzbetreiber zu überbieten. Daher fordert Beate Rickert, die als Geschäftsführerin des Unternehmens agiert und früher für die Lobby-Arbeit von Kabel Deutschland zuständig war, dass die Bundesnetzagentur Frequenzen für einen Neueinsteiger reserviert.
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!