US-Behörde klagt gegen Amazons In-App-Kauf-Absicherung
Nachdem sich der Versandriese Amazon im Falle der Richtlinien zu In-App-Käufen nicht mit der US-Handelskommission FTC auf einen Vergleich einigen wollte, hat die Behörde nun Klage gegen Amazon eingereicht.
Hintergrund sind Käufe, die über die Amazon App Store App von Kindern durchgeführt wurden, ohne das die Eltern entsprechende Kenntnis hatten und die Käufe selbst genehmigen mussten. Die US-Handelskommission greift nun durch. Anfang des Jahres war bereits bekannt geworden, dass sich die FTC in einem vergleichbaren Fall mit dem Smartphonehersteller Apple auf die Rückerstattung solcher Käufe auf Anfrage der Betroffenen geeinigt hatte. Der Vergleich kostete Apple laut Bericht bisher 32,5 Millionen US-Dollar, die zurückerstattet werden.
Erst nach über zweieinhalb Jahren, in denen sich Amazon des Problems bewusst sein musste, wurden Änderungen eingeführt, die der Kommission jetzt genügen, heißt es weiter. Im Prinzip muss jetzt jeder Kauf neu mit der Eingabe der Accountdaten bestätigt werden.
Problematisch sei darüber hinaus, dass es selbst für einen Kunden, der sich hartnäckig für die Erstattungen seiner Rechnungen einsetzt, extrem schwierig sei, von Amazon Geld zu erhalten. Die FTC schätzt den entstandenen Schaden für die Kunden auf mehrere Millionen US-Dollar ein. Genaue Zahlen gibt es aktuell nicht, da sie erst vom Gericht geschätzt werden müssen.
November 2011 bis Juni 2014
Amazon wollte einem solchen Vergleich nicht zustimmen, da das Unternehmen laut eigener Aussage in den vergangenen Jahren immer wieder die Richtlinien nachgebessert hätte. Die FTC sieht aber alle Bemühungen bisher - genauer gesagt bis Juni 2014 - als ungenügend an. Das Problem sei, dass Amazon mit dem Beginn der Verkäufe über den Amazon App Store im November 2011 zunächst gar keine Sicherung hinterlegt hatte, wodurch Kinder ohne die Kenntnis ihrer Eltern einfach In-App-Käufe tätigen konnten.Millionen-Schaden
Dass das kein billiger Spaß ist, hat die FTC nochmals in der Bekanntgaben der Klageeinreichung aufgezeigt: In einem zitierten Fall hatte sich eine Mutter an die FTC gewandt, da ihre Tochter In-App-Käufe in Höhe von 358,42 US-Dollar getätigt hatte. Teilweise hätten kleine Kinder, die noch nicht einmal lesen konnten, die Buttons für In-App-Käufe mehrfach hintereinander gedrückt. Amazon sei sich des Problems auch bewusst gewesen, heißt es in der Klageschrift (PDF). Denn schon im März 2012, knapp vier Monate nach Einführung der App-Store-App, wurden die In-App-Käufe, für die keine Eingabe eines Passwortes notwendig waren, auf 20 US-Dollar pro Kauf begrenzt. Es folgten immer weitere Änderungen im In-App-Kaufprozess, die Kindern die Käufe zwar schwieriger aber es nicht unmöglich machten.Erst nach über zweieinhalb Jahren, in denen sich Amazon des Problems bewusst sein musste, wurden Änderungen eingeführt, die der Kommission jetzt genügen, heißt es weiter. Im Prinzip muss jetzt jeder Kauf neu mit der Eingabe der Accountdaten bestätigt werden.
Problematisch sei darüber hinaus, dass es selbst für einen Kunden, der sich hartnäckig für die Erstattungen seiner Rechnungen einsetzt, extrem schwierig sei, von Amazon Geld zu erhalten. Die FTC schätzt den entstandenen Schaden für die Kunden auf mehrere Millionen US-Dollar ein. Genaue Zahlen gibt es aktuell nicht, da sie erst vom Gericht geschätzt werden müssen.
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Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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