Lenovo-Chef: Wollen Apple und Samsung überholen
Das chinesische Unternehmen strotzte bereits vor der spektakulären Übernahme von Motorola Mobility vor Selbstvertrauen und danach erst recht. Lenovo wird dadurch zum drittgrößten Smartphone-Hersteller der Welt. Man will aber ganz nach oben.
Das in der Nacht auf gestern bekannt gegebene Geschäft zwischen Google und Lenovo irritierte viele Branchenbeobachter auf den ersten Blick. Mittlerweile wird aber immer klarer, dass der Motorola-Verkauf für beide Unternehmen ein gutes Geschäft darstellt. Ein Interview des CNN-Ablegers Fortune mit Lenovo-CEO Yuanqing Yang bestätigt diesen Eindruck.
Larry Page und Lenovo-Chef Yuanqing Yang
Der Chef des steil aufstrebenden chinesischen Unternehmens erzählt, dass Lenovo bereits vor der Aufteilung des US-Herstellers in Motorola Mobility und Motorola Solutions Interesse gehabt hätte. Kurz nach dem Google-Deal hat sich Yuanqing Yang dann mit Google-Chairman Eric Schmidt zum Abendessen getroffen und ihm mitgeteilt, dass Lenovo weiterhin nicht abgeneigt wäre, die Hardware-Sparte Motorolas zu kaufen. Und vor etwa zwei Monaten kam auch das Angebot, der Deal wurde auch ungewöhnlich schnell über die Bühne gebracht.
Der Lenovo-Chef will auch hoch hinaus: 2015 möchte man 100 Millionen Smartphones verkaufen, was im Vergleich zu 2013 nahezu eine Verdoppelung darstellen würde. Derzeit stehen bei Lenovo etwa 45 Millionen Geräte zu Buche, bei Motorola waren es im Vorjahr rund zehn Millionen.
Die Marke Motorola wird auch bleiben und könnte möglicherweise auch international auf die Lenovo-eigenen Modelle ausgedehnt werden: "Motorola wird unser Smartphone-Produkt(linie) sein", so Yuanqing Yang. Am Heimatmarkt bleibt es aber bei Lenovo. Auf lange Sicht will Lenovo alle Preissegmente bedienen, anfangs werde man sich aber nach wie vor auf die Einsteigerklasse konzentrieren, da dies laut Yuanqing Yang die derzeit größte Stärke des Unternehmens in diesem Segment ist.
Mit dem durch die Motorola-Übernahme "gewonnenen" dritten Platz im Hersteller-Ranking will man sich aber nicht zufrieden geben: Auf die Frage, ob man zu Samsung und Apple aufschließen kann, sagte Yuanqing Yang: "Definitiv, im Verlauf der Zeit. Unsere Mission ist es, sie zu überholen." Und das ist gar nicht einmal so abwegig: Yuanqing Yang zieht Parallelen zum rasanten Aufstieg Lenovos im PC-Geschäft nachdem man die PC-Sparte IBMs übernommen hat. 2004 hatte man einen Marktanteil von etwas mehr als zwei Prozent, heute ist man mit knappen 17 Prozent Weltmarktführer.
Larry Page und Lenovo-Chef Yuanqing Yang
Der Chef des steil aufstrebenden chinesischen Unternehmens erzählt, dass Lenovo bereits vor der Aufteilung des US-Herstellers in Motorola Mobility und Motorola Solutions Interesse gehabt hätte. Kurz nach dem Google-Deal hat sich Yuanqing Yang dann mit Google-Chairman Eric Schmidt zum Abendessen getroffen und ihm mitgeteilt, dass Lenovo weiterhin nicht abgeneigt wäre, die Hardware-Sparte Motorolas zu kaufen. Und vor etwa zwei Monaten kam auch das Angebot, der Deal wurde auch ungewöhnlich schnell über die Bühne gebracht.
Der Lenovo-Chef will auch hoch hinaus: 2015 möchte man 100 Millionen Smartphones verkaufen, was im Vergleich zu 2013 nahezu eine Verdoppelung darstellen würde. Derzeit stehen bei Lenovo etwa 45 Millionen Geräte zu Buche, bei Motorola waren es im Vorjahr rund zehn Millionen.
Die Marke Motorola wird auch bleiben und könnte möglicherweise auch international auf die Lenovo-eigenen Modelle ausgedehnt werden: "Motorola wird unser Smartphone-Produkt(linie) sein", so Yuanqing Yang. Am Heimatmarkt bleibt es aber bei Lenovo. Auf lange Sicht will Lenovo alle Preissegmente bedienen, anfangs werde man sich aber nach wie vor auf die Einsteigerklasse konzentrieren, da dies laut Yuanqing Yang die derzeit größte Stärke des Unternehmens in diesem Segment ist.
Mit dem durch die Motorola-Übernahme "gewonnenen" dritten Platz im Hersteller-Ranking will man sich aber nicht zufrieden geben: Auf die Frage, ob man zu Samsung und Apple aufschließen kann, sagte Yuanqing Yang: "Definitiv, im Verlauf der Zeit. Unsere Mission ist es, sie zu überholen." Und das ist gar nicht einmal so abwegig: Yuanqing Yang zieht Parallelen zum rasanten Aufstieg Lenovos im PC-Geschäft nachdem man die PC-Sparte IBMs übernommen hat. 2004 hatte man einen Marktanteil von etwas mehr als zwei Prozent, heute ist man mit knappen 17 Prozent Weltmarktführer.
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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