Prozess gegen einen Cybercrime-Urvater beendet

In seiner aktiven Zeit gehörte er zu den profiliertesten Computer-Kriminellen überhaupt, so stellte es das Gericht fest, als es einem Mann nun zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilte. In dem Fall ging es um einen Mitbegründer von CarderPlanet, einer der größten Schwarzmarkt-Plattformen aus der Zeit kurz nach der Jahrtausendwende. Der Prozess zog sich über einen sehr langen Zeitraum hin und konnte nun abgeschlossen werden. Der Täter sitzt immerhin bereits seit über zehn Jahren in Haft.

Im Februar 2003 wurde der ukrainische Staatsbürger auf Zypern festgenommen und anschließend in die USA ausgeliefert. Wohl auch wegen der komplizierten Ermittlungen in dem Fall konnte das nun abgeschlossene Verfahren allerdings erst 2007 beginnen, zwei Jahre später bekannte sich der Angeklagte in den ersten Punkten für schuldig. Dies gab das US-Justizministerium nun bekannt, ohne detaillierter darauf einzugehen, aus welchen Gründen sich der Prozess über einen so langen Zeitraum hinzog.

CarderPlanet wurde kurz nach der Jahrtausendwende gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der größten Handelsplätze für gestohlene Kreditkartendaten. Aber auch viele andere Dinge wurden hier gehandelt - wie beispielsweise der Einbruch in andere Rechner als Dienstleistung oder Services zur Geldwäsche.

Der Verurteilte war daran unter mehreren Tarnidentitäten wie "Boa", "Roman Stepanenko" und "Randy Riolta" beteiligt. Die Plattform hatte seinerzeit rund 6.000 aktive Mitglieder. Bei der Organisation von CarderPlanet nahmen die Gründer außerdem Anleihen bei der italienischen La Cosa Nostra. So stand an der Spitze der "Pate", eine Ebene darunter eine Reihe von "Dons", zu denen der nun verurteile Mann gehörte, wenn der in seiner Identität "Boa" aktiv war. Unter einem anderen Namen hatte er hingegen den Status eines "Consigliere" inne, der in der Hierarchie zwar keine bedeutende Position hat, als Berater aber hoch geschätzt ist.

Im Zuge der Ermittlungen, die vor allem vom U.S. Secret Service geführt wurden, zeigte sich auch, dass der Angeklagte schon in den 1990er Jahren eine eigene Schwarzmarkt-Plattform namens Boa Factory betrieben hatte. Wenn er in einigen Jahren wieder in Freiheit kommt, dürfte sich die Szene allerdings weit von dem weg entwickelt haben, was der Täter seinerzeit kannte.
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