Erste Surface-Tests:
Hardware hui, Software pfui
In der Nacht auf heute ist das offizielle Surface-Test-Embargo zu Ende gegangen, entsprechend haben die wichtigsten US-Medien ihre ersten Reviews des Microsoft-Tablets veröffentlicht. Die Meinungen sind aber gespalten: Lob gibt es für die Hardware, bemängelt werden aber Bugs und vor allem das Fehlen von Apps.
Joshua Topolsky vom US-Blog 'The Verge' betont gleich an mehreren Stellen, wie sehr er das Surface-RT-Tablet, das diese Woche erscheint, lieben wollte. Daraus wurde allerdings nichts, der The-Verge-Chef kommt zu einem nur durchschnittlichen Fazit mit der Endnote 7.0 (von 10).
Lob gibt es für Design, Akkulaufzeit und das Dock, vernichtend ist sein Urteil aber zum Thema "Ökosystem", also dem App-Angebot. Das betrifft aber nicht nur die derzeit noch sehr beschränkte Anzahl an Apps, die zudem noch viele Bugs haben sollen, Topolsky schreibt, dass fast jede App zumindest einmal abgestürzt sei. Auch das Touch-Cover überzeugte ihn nicht, Motto: Surface ist weder Fisch noch Fleisch (also Tablet bzw. Notebook). Vom neuen Windows-(8/RT)-Interface war er dagegen begeistert, dessen Nutzung sein ein "echtes Vergnügen".
Viel Lob für die Hardware hat auch Walt Mossberg von 'AllThingsD': "Das ist nicht bloß ein billiger iPad-Abklatsch", schreibt der Technik-Veteran. Auch Mossberg ist in Sachen Zusatz-Keyboard gespalten. Im Normalfall ist es für Produktivitäts-Anwendungen durchaus praktisch bzw. praktischer als alle Konkurrenzgeräte.
Aber: Auf dem Schoß ist das ansteckbare Touch-Cover "sinnlos", da der Ausklapp-Ständer auf den Beinen nicht hält. Sehr gut gefallen haben Mossberg die Office-Anwendungen, Kritik übte auch er an den Bugs, einige davon seien "ernsthaft", etwa ein Verbindungsproblem mit einer "bestimmten Art an Breitband-Routern".
Tim Stevens von 'Engadget' schlägt einen ähnlichen Ton an. Vor allem stellt er sich die Frage, wie Microsoft dem Kunden den Unterschied zwischen Windows 8 und Windows RT erklären will. Denn im Gegensatz zum Irrglauben vieler hat RT einen Desktop-Modus, auf diesem können allerdings eben keine klassischen PC-(x86-)Programme genutzt werden. Sein Gesamteindruck ist dennoch sehr gut, mit der Einschränkung, dass Surface eben auch sehr anders ist. Letztlich ist sein Fazit aber ähnlich wie bei den Kollegen: Für Produktivität hui, beim App-Angebot pfui. Wer also vor allem Content konsumieren will, dem rät Engadget noch zum Abwarten.
David Pogue von der 'New York Times' bezeichnet die Hardware als "brillant" und einen vollen Erfolg für Microsoft. Das gilt aber nur bedingt für das Touch-Cover meint Pogue: Das Feedback einer echten Tastatur fehlt ihm, zudem "verschluckt" das berührempfindliche Keyboard beim zu schnellen Tippen Buchstaben/Zeichen. Die Idee findet er grundsätzlich großartig, empfiehlt aber das Type-Cover, das physikalische Tasten mitbringt.
Was die Software betrifft, zeichnet die NYT das bereits vertraute Bild: RT-Nutzer müssen auf Millionen gewohnter PC-Programme verzichten, die derzeit noch wenigen Apps können diese Lücke nicht ansatzweise schließen. Er bezeichnet es als höchst "ironisch", dass Microsoft gerade in seiner Kerndisziplin Software scheitert (Pogue bemängelt auch einige generelle Windows-8/RT-Eigenheiten), dafür aber als Hardware eine wahre "Schönheit" abliefert.
Weitere Informationen: Microsoft Surface Vorbestellung
Viele weitere Neuigkeiten, Videos und Hintergründe zum Microsoft-Tablet sind im Surface-Special zu finden.
Lob gibt es für Design, Akkulaufzeit und das Dock, vernichtend ist sein Urteil aber zum Thema "Ökosystem", also dem App-Angebot. Das betrifft aber nicht nur die derzeit noch sehr beschränkte Anzahl an Apps, die zudem noch viele Bugs haben sollen, Topolsky schreibt, dass fast jede App zumindest einmal abgestürzt sei. Auch das Touch-Cover überzeugte ihn nicht, Motto: Surface ist weder Fisch noch Fleisch (also Tablet bzw. Notebook). Vom neuen Windows-(8/RT)-Interface war er dagegen begeistert, dessen Nutzung sein ein "echtes Vergnügen".
Viel Lob für die Hardware hat auch Walt Mossberg von 'AllThingsD': "Das ist nicht bloß ein billiger iPad-Abklatsch", schreibt der Technik-Veteran. Auch Mossberg ist in Sachen Zusatz-Keyboard gespalten. Im Normalfall ist es für Produktivitäts-Anwendungen durchaus praktisch bzw. praktischer als alle Konkurrenzgeräte.
Aber: Auf dem Schoß ist das ansteckbare Touch-Cover "sinnlos", da der Ausklapp-Ständer auf den Beinen nicht hält. Sehr gut gefallen haben Mossberg die Office-Anwendungen, Kritik übte auch er an den Bugs, einige davon seien "ernsthaft", etwa ein Verbindungsproblem mit einer "bestimmten Art an Breitband-Routern".
Tim Stevens von 'Engadget' schlägt einen ähnlichen Ton an. Vor allem stellt er sich die Frage, wie Microsoft dem Kunden den Unterschied zwischen Windows 8 und Windows RT erklären will. Denn im Gegensatz zum Irrglauben vieler hat RT einen Desktop-Modus, auf diesem können allerdings eben keine klassischen PC-(x86-)Programme genutzt werden. Sein Gesamteindruck ist dennoch sehr gut, mit der Einschränkung, dass Surface eben auch sehr anders ist. Letztlich ist sein Fazit aber ähnlich wie bei den Kollegen: Für Produktivität hui, beim App-Angebot pfui. Wer also vor allem Content konsumieren will, dem rät Engadget noch zum Abwarten.
David Pogue von der 'New York Times' bezeichnet die Hardware als "brillant" und einen vollen Erfolg für Microsoft. Das gilt aber nur bedingt für das Touch-Cover meint Pogue: Das Feedback einer echten Tastatur fehlt ihm, zudem "verschluckt" das berührempfindliche Keyboard beim zu schnellen Tippen Buchstaben/Zeichen. Die Idee findet er grundsätzlich großartig, empfiehlt aber das Type-Cover, das physikalische Tasten mitbringt.
Was die Software betrifft, zeichnet die NYT das bereits vertraute Bild: RT-Nutzer müssen auf Millionen gewohnter PC-Programme verzichten, die derzeit noch wenigen Apps können diese Lücke nicht ansatzweise schließen. Er bezeichnet es als höchst "ironisch", dass Microsoft gerade in seiner Kerndisziplin Software scheitert (Pogue bemängelt auch einige generelle Windows-8/RT-Eigenheiten), dafür aber als Hardware eine wahre "Schönheit" abliefert.
Weitere Informationen: Microsoft Surface Vorbestellung
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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