Pfand auf Mobiltelefone ist wieder im Gespräch

Umweltschutz-Experten haben das Thema Pfand auf Handys wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Bis zu 100 Euro könnten Käufer eines Mobiltelefons ihren Vorstellungen zufolge zukünftig zusätzlich zahlen, die dann bei der Rückgabe des Altgerätes erstattet werden.
Nokia, Handy, X3
Nokia
Die grundsätzliche Idee hinter dem Handy-Pfad ist die Verringerung des ständig wachsenden Berges an Elektroschrott und eine Steigerung der Recycling-Quoten für die Mobiltelefone, in denen viele wertvolle Rohstoffe enthalten sind. Die Rückführquoten könnten durch einen Pfand von 30 bis 100 Euro wohl deutlich gesteigert werden, erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Martin Faulstich, gegenüber 'MDR Info'.

Aber nicht nur für Handys könnte ein solches System funktionieren, sondern beispielsweise auch für Computer. Faulstich verwies darauf, dass sich Pfand-Systeme in anderen Bereichen, etwa bei Getränkeflaschen und Autobatterien, bereits seit Jahren bewährt haben. Allerdings zeigte er auch Verständnis, wenn die Handyhersteller sich wegen des zu erwartenden Aufwandes bisher zurückhielten. Als Alternative sei seiner Ansicht nach auch ein Leasing-System denkbar.

Denn bisher unternehmen die Handyhersteller und Mobilfunkunternehmen nur wenige aktive Schritte, um die Rückgabe von Altgeräten zu steigern. "Andererseits kann man sich nicht nur darüber beklagen, dass wir so geringe Recyclingraten haben und wertvolle Rohstoffe ins Ausland abwandern", sagte Faulstich.

Die Mobilfunkbetreiber räumten gegenüber dem Magazin durchaus ein, dass die Rückgabequoten nicht die gewünschte Höhe hätten. Ein Pfandsystem sehen sie aber für Unternehmen und Verbraucher als mit sehr hohen Zusatzbelastungen verbunden. Insbesondere der bürokratische Aufwand für die Verwaltung von Pfand-Beträgen über Jahre hinweg, wäre wohl sehr groß. In der Branche würde man daher lieber Ideen sehen, die sich in die bereits bestehenden Recycling-Systeme einbetten ließen.
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