Apple erhält umfangreiches Multi-Touch-Patent

Apple hat in dieser Woche ein Patent zugesprochen bekommen, das bereits im Dezember 2007 beantragt wurde. Darin geht es um grundlegende Technologien, die im mobilen Betriebssystem iOS implementiert wurden und auch in Konkurrenzprodukten zum Einsatz kommen. Das US-Patent mit der Nummer 7966578 beschreibt eigentlich nur eine Möglichkeit, wie man durch den Einsatz mehrerer Finger durch bestimmte Unterinhalte des dargestellten Fensterinhalts blättert, ohne den eigentlichen Fensterinhalt zu bewegen. Allerdings ist diese Methodik so allgemein beschrieben, dass der gesamte Multi-Touch-Ansatz für kapazitive Touch-Screens abgedeckt wird.

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'Electronista' ist davon überzeugt, dass Apple damit als Erfinder des Multi-Touch-Interfaces des iPhones gilt. Das könnte in diversen Streitigkeiten mit anderen Smartphone-Herstellern von Vorteil sein, beispielsweise im Rahmen der jüngsten Auseinandersetzung mit Samsung. Auch zwischen HTC und Apple läuft derzeit noch ein Rechtsstreit. Mit Nokia hatte man sich kürzlich geeinigt (wir berichteten). Ob das Unternehmen aus Cupertino vor Gericht von dem Patent Gebrauch machen wird, ist unter Experten umstritten, da im Rahmen einer solchen Auseinandersetzung festgestellt werden könnte, dass das Patent zu allgemein gehalten ist.

'PCMag' hat Experten zu dem Patent befragt und kam zu dem Ergebnis, dass andere Smartphone-Hersteller mit der geschützten Technologie in Konflikt geraten können. Zudem geht man davon aus, dass sämtliche Geräte mit kapazitiven Touch-Screens, die sich mittels Multi-Touch-Gesten steuern lassen, das besagte Patent verletzen. Dazu gehören beispielsweise Tablets und iPod-touch-ähnliche Media-Player.

"Das Patent beschreibt eine Funktionalität, ohne die es sehr schwierig sein würde, ein konkurrenzfähiges Smartphone zu entwickeln", erklärt der Patentexperte Florian Mueller, der ein eigenes Blog namens Foss Patents betreibt. "Sofern es nicht für ungültig erklärt wird, erlaubt das Patent Apple Innovationen zu unterdrücken und Konkurrenten zu ärgern." Welche Pläne Apple mit der geschützten Technologie hat, ist nicht bekannt. Es besteht die Möglichkeit, die Technologie an Konkurrenten zu lizenzieren. Apple, Tokio, applestore Apple, Tokio, applestore d. FUKA / Flickr
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