Geleakte App gibt Ausblick auf Googles Musikdienst
Der Leak geht auf die Internetseite techfrom10.com zurück, die die Entwickler-Version der App aus dem Android Market bezogen haben will. Inzwischen bieten sie die Anwendung nicht mehr zum Download an, dafür kursiert sie jedoch auf vielen anderen Internetseiten. Abgesehen von einer überarbeiteten Benutzeroberfläche findet man in Google Music 3.0 zahlreiche neue Einstellungen im Optionsmenü vor, die im Zusammenhang mit dem kommenden Online-Musikdienst des Suchmaschinenbetreibers stehen.
Geleakte Android-App Google Music 3.0
Ähnlich wie bei Amazons kürzlich gestartetem Cloud Drive und Cloud Player wird man die Möglichkeit haben, Musik zu kaufen und diese in einem persönlichen Online-Schließfach abzulegen. Zudem kann man Titel aus anderen Quellen im besagten Online-Speicher lagern. Dazu gehören auch Musikstücke, die man aus Tauschbörsen oder anderen illegalen Quellen bezogen hat. Die gesamte Musik aus dem Online-Schließfach lässt sich anschließend auf jedem Gerät mit Internetanbindung anhören, so der Plan von Google.
Die Android-App Google Music 3.0 bietet unter anderem die Einstellung, dass Musik ausschließlich bei bestehender WLAN-Verbindung gestreamt oder heruntergeladen werden darf, so dass hohe Mobilfunkkosten vermieden werden. Zudem gibt es die Option "Cache Music". Offenbar wollen die Entwickler die Möglichkeit schaffen, die Musik auch dann weiterzuhören, wenn die Internetverbindung abreißt. Wie viel Zeit überbrückt werden kann, ist nicht bekannt, wird jedoch für viele Anwender von großer Bedeutung sein. Mit der Einstellung "temporarily store streamed music" (gestreamte Musik temporär speichern) zielt Google vermutlich auf dieses Problem ab.
Noch ist unklar, wann Google seinen Musikdienst starten wird und ob er all die vermuteten Funktionen bieten wird. Kürzlich hatten wir darüber berichtet, dass das so genannte Dog-Fooding angelaufen ist - Google-Mitarbeiter testen das Angebot. Es ist jedoch unklar, ob der Suchmaschinenbetreiber inzwischen die notwendigen Abmachungen mit den Plattenlabels treffen konnte. Amazon ging mit dem Cloud Drive einen gewagten Weg und behauptet, dass man keine zusätzlichen Lizenzen benötigt, um Musik online zu speichern. Die Musikindustrie zeigte sich wenig begeistert.
Angeblich will auch Apple dafür sorgen, dass die über iTunes gekaufte Musik in Zukunft online zur Verfügung steht. Gerüchte über ein "Cloud-iTunes" halten sich bereits seit Monaten hartnäckig. Aktuell gehen Branchenkenner davon aus, dass ein derartiges Angebot zusammen mit iOS 5 gestartet wird. Die neue Version des mobilen Betriebssystems soll angeblich erst im Herbst fertiggestellt werden. Einen ersten Ausblick wird es auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) geben, die vom 6. bis 10. Juni in San Francisco stattfindet.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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