Jugendhilfs-Hotline: Immer mehr Jungs melden sich
Das geht aus einer Studie des gleichnamigen Trägervereins hervor, die nun veröffentlicht wurde. Der aktuellen Analyse zufolge stehen männliche Kinder und Jugendliche anonymem Rat von außen heute aufgeschlossener gegenüber. Ihr Anteil unter den Anrufenden ist von 24,6 Prozent im Jahr 2000 auf 39,6 Prozent in 2009 gestiegen.
Dies legt den Schluss nahe, dass nun auch Jungen sich vorsichtig von traditionellen Geschlechtermustern lösen. "Die vorliegende Studie zeigt, dass immer mehr Jungen sich trauen, die Nummer des Kinder- und Jugendtelefons zu wählen, ihre Sorgen und Nöte mitzuteilen und Hilfe in Anspruch zu nehmen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Hermann Kues.
Die Nutzungszahlen des Hilfsangebotes, das technisch und finanziell von der Deutschen Telekom unterstützt wird, nehmen auchinsgesamt weiter zu. Inzwischen dient die Hotline daher auch nicht mehr nur als Beratungsstelle, sondern liefert auch umgekehrt wichtige Informationen an die zuständigen Stellen.
So gilt die "Nummer gegen Kummer" als eine Art Seismograf für sich ändernde Lebensauffassungen und Lebensstile junger Menschen, denn der Blick auf die Probleme junger Menschen ist unverfälscht und lebensnah. Im Gegensatz zu den durch Interviewer gesteuerten Befragungen bei anderen Kinder- und Jugendstudien melden sich die Ratsuchenden hier auf eigene Initiative.
"So gelingt es, Fragen und Probleme junger Menschen früher als in anderen Studien und damit besonders lebensnah und authentisch zu erfassen", erklärte Klaus Hurrelmann, wissenschaftlicher Leiter der Studie und Inhaber des Lehrstuhls für Public Health and Education an der Berliner Hertie School of Governance.
1980, also vor 30 Jahren, startete die "Nummer gegen Kummer". Seit 1991 ist das kostenlose Kinder- und Jugendtelefon unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 0800 - 111 0 333 und seit 2008 zusätzlich unter der EU-weiten Rufnummer 116 111 erreichbar. Auch auf der Website Nummergegenkummer.de erhalten Kinder und Jugendliche Hilfe.
Drei Millionen Beratungsgespräche wurden seit 1980 geführt. Allein im Jahr 2009 waren es mehr als 233.000 Kinder, Jugendliche und Eltern, die Rat suchten. Zur Seite stehen ihnen 3.900 ehrenamtliche Beraterinnen und Berater, die sich an den 150 Telefonberatungsstellen der örtlichen Mitgliedsorganisationen in ganz Deutschland engagieren.
Neueste Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen