Google Mail: Klage wegen Analyse fremder Mails
Dunbar stört sich vor allem daran, dass auch die E-Mails von Personen betroffen sind, die gar nicht bei Google Mail angemeldet sind bzw. es nicht nutzen. Dazu muss man lediglich eine Nachricht an einen Bekannten bei Googles Mail-Dienst schicken. Öffnet dieser die E-Mail, wird sie vom Google-Algorithmus erfasst und ausgewertet. Der Kläger bemängelt, dass Google nicht darauf aufmerksam macht, dass die E-Mails von Nicht-Google-Mail-Nutzern ebenfalls analysiert werden und somit für das zielgerechtete Schalten von Werbung herangezogen werden.
Dunbar versucht nun durchzusetzen, dass seine Klage zu einer Sammelklage wird, an der sich auf andere Nutzer beteiligen können. Als Schadenersatz fordert er pro Tag, an dem Google nicht auf den bemängelten Umstand hinweist, 1.000 Dollar. Alternativ gibt er sich mit 10.000 Dollar zufrieden, falls Google sehr schnell auf seine Klage reagiert. Am Ende wird sich für den höheren Schadenersatz entschieden.
Google erklärte in einer Stellungnahme, dass man zum konkreten Fall noch nichts sagen kann. Jedoch nutzt man wie jeder andere E-Mail-Anbieter auch diverse Algorithmen, um eingehende E-Mails zu untersuchen, um so Spam und Viren herauszufiltern. Hinzu kommen Algorithmen, die anhand der E-Mails entscheiden, welche Werbeanzeigen eingeblendet werden. "So hat Google Mail schon immer funktioniert."
Der Internetrechtsexperte Eric Goldman sagte der 'InformationWeek', dass es 2004 sehr viele derartige Klagen gab, die alle gescheitert sind. Goldman ging eigentlich davon aus, dass sich dies inzwischen herumgesprochen hat. In den Datenschutzbestimmungen von Google heißt es ausdrücklich, dass die Privatsphäre der Absender nicht verletzt wird, da ausschließlich der Empfänger die Nachricht lesen kann und auch die inhaltsbezogenen Werbeanzeigen nur von ihm betrachtet werden können.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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