HDCP-Master-Key wird von freiem Tool genutzt

TV-Zubehör Der vor einigen Tagen im Internet aufgetauchte Master-Key für Intels Videoverschlüsselung HDCP findet jetzt erstmals Verwendung. Forscher der Stony Brook University haben ein entsprechendes Open-Source-Tool geschrieben. Videos, die mit Hilfe dieses Verfahrens verschlüsselt wurden, können mit der kleinen Software, die unter der BSD-Lizenz steht, dekodiert werden. Dabei könnte es sich beispielsweise um manuelle Mitschnitte des via HDMI ausgesendeten Videosignals von einem Blu-ray-Player handeln. Allerdings ist das Tool nicht sonderlich schnell.

So erklärten die Forscher Rob Johnson und Mikhail Rubnich, dass der HDCP-Code sehr viele Bit-Berechnungen nutzt, die bei einer Software-Implementierung sehr ineffizient sind. Auf der Hardware-Ebene dagegen läuft der Vorgang sehr schnell ab. Benutzer eines Multi-Core-Prozessors haben jedoch ausreichende Leistung, da sie die Daten parallel verarbeiten können.

Wer ein Video mit 30 Bildern pro Sekunde flüssig in Echtzeit wiedergeben will, benötigt dafür mindestens eine 64Bit-CPU der neueren Generation sowie 1,6 Gigabyte Hauptspeicher. Zukünftig will man die Systemanforderungen senken, indem beispielsweise SSE-Befehlssätze verwendet werden.

Intel hatte die Gefahr, die vom Leak des HDCP-Master-Keys ausging, bislang heruntergespielt. Ein Sprecher hatte erklärt, dass eine Implementierung nur auf Hardware-Ebene Sinn ergibt und dies sehr kostspielig ist. Nun wurde jedoch eine Software-Lösung entwickelt, die nach einer Optimierung durchaus Potential hätte.

Mit dem Master-Key ist es theoretisch möglich, eigene Geräte zu entwickeln, die kopiergeschützte Inhalte wiedergeben, ohne dass für eine entsprechende HDCP-Lizenz gezahlt werden muss. Allerdings hatte Intel bereits rechtliche Schritte gegen Hersteller angekündigt, die davon Gebrauch machen wollen.
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