Nordkorea verbreitet Propaganda via Twitter
In den ersten Nachrichten bezieht man sich auf einen Vorfall im März. Man dementiert die Schuldzuweisungen, ein Kriegsschiff der Südkoreaner versenkt zu haben. Anja Viohl, die Sprecherin von Reporter ohne Grenzen in Deutschland, erklärte gegenüber 'pressetext', dass Nordkorea mit diesem Kanal auf die Wahrnehmung des Staates im Ausland einwirken will.
Dabei ist es überraschend, dass Nordkorea überhaupt diese moderne Form der Kommunikation nutzt. Viohl sagte, dass das Regime damit eine widersprüchliche Einstellung zum Web auslebt. "Gleichzeitig ist das Internet nämlich als westliches Medium diskreditiert. Man will das Netz somit überwachen und zurückdrängen, jedoch auch nutzen." Zusammen mit einigen anderen Staaten gehört Nordkorea zu den "Feinden des Internets".
Die Berichte der Reporter ohne Grenzen zeigen, welche untergeordnete Rolle das Internet in Nordkorea spielt. Demnach weiß ein Großteil der Bürger gar nicht, dass das Web existiert. Einen Computer mit Internetanschluss gibt es nur in sehr wenigen Internetcafes, aber selbst dort kann man das zur Verfügung stehende Angebot lediglich als Intranet bezeichnen. So kann man E-Mails versenden und hat lediglich Zugriff auf die Propaganda-Kanäle des Regimes. Zudem kann man auf die Websites der drei größten Bibliotheken des Landes zugreifen. Für eine Stunde Internet wird die Hälfte eines durchschnittlichen Monatslohns fällig.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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