Autoversicherer prüfen GPS-basiertes Prämiensystem

Wirtschaft & Firmen Bei Autoversicherungen ist ein Prämiensystem, das vom jeweiligen Fahrverhalten abhängt, schon länger im Gespräch. Nun machen sich Wissenschaftler daran, dessen Eignung für den deutschen Markt zu untersuchen. Solche Prüfungen gehen ernsthaften Schritten zur Einführung eines entsprechenden Produktes häufig voraus. Das Projekt deutet also darauf hin, dass Versicherer bereits ernsthaft darüber nachdenken, das System in den kommenden Jahren einzuführen - obwohl erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes bestehen.

Die Grundlage für ein entsprechendes Prämiensystem ist die Überwachung des Fahr- und Nutzungsverhaltens durch die Versicherung. Bei dieser würden letztlich komplette Bewegungsprofile gespeichert. Zwar soll vernehmlich nur eine automatisierte Auswertung zur Berechnung der Versicheurngszahlungen erfolgen, eine solche Datensammlung dürfte aber auch weitergehende Begehrlichkeiten wecken.

Bei dem "Pay as you drive" (PAYD) genannten System beeinflusst der Fahrer den Preis seiner Versicherung durch die Wahl der befahrenen Straßen, seine Geschwindigkeit, die Tageszeit und durch das eigene, regelkonforme Fahrverhalten. Die Markttauglichkeit wird nun durch den Lehrstuhl für Telekommunikations-Wirtschaft der Universität Duisburg-Essen geprüft.

Herzstück des PAYD-Systems ist eine Black Box. Sie übermittelt Fahrtdaten per GPS erhobene Daten per Funk oder offline an die Versicherung. Diese kann Beiträge dann gezielt ermitteln - wer wenig, verkehrsregelkonform und dazu noch vorausschauend fährt, zahlt weniger. Auch junge Fahrer könnten so schnell ihre Prämie senken.

"Damit PAYD-Angebote so entwickelt werden, dass sie Privatkunden auch tatsächlich nachfragen, ist es wichtig, mehr über deren Erwartungen und Zahlungsbereitschaft zu erfahren", erläutert Projektleiterin Sabrina Berg. Bis Mitte Januar sollen nun möglichst viele Autofahrer befragt werden, ob sie ein solches System nutzen würden.
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