Microsoft-Forscher zeichneten ihr ganzes Leben auf
In dem Buch fassen die beiden Autoren nahezu ein ganzes Jahrzehnt im Leben von Gordon Bell zusammen, in dem er versucht einfach alles digital aufzuzeichnen. Dazu gehören die Dinge die er gesehen, gegessen, gefühlt und gelesen hat. Ziel war es, ein komplett papierloses Leben zu führen, das man später komplett nachvollziehen kann.
Im digitalen Lebensarchiv der Forscher finden sich nicht nur Artikel, Bücher, Karten, CDs, Briefe, Memos, Fotos, Präsentationen, Heimvideos, aufgenommene Vorlesungen und Sprachaufzeichnungen, sondern auch massenhaft Telefonate, Mitschnitte von Chat-Konversationen, Fernsehsendungen und Radio-Aufzeichnungen. Das wichtigste Hilfsmittel kam dann 2003 dazu.
In diesem Jahr stellte Microsofts Forschungsabteilung die SenseCam vor. Dabei handelt es sich um eine digitale Kamera, die man ständig am Körper trägt. Sie wurde entwickelt, um ohne Nutzereingriffe die täglichen Dinge im Leben festzuhalten. Mit Hilfe der Fischaugen-Optik nimmt sie regelmäßig das auf, was ihr Träger sieht.
All diese Informationen wollten Bell und Gemmel nutzen, um das Leben mit einer Volltextsuche durchsuchbar zu machen. In Zukunft wird es möglich sein, alles zu durchsuchen, was man jemals gelesen hat, obwohl man es nicht aktiv abgespeichert hat, glauben die Forscher.
Doch nicht nur das Gelesene soll im Nachhinein zur Verfügung stehen. Alle Konversationen, alle Augenblicke und alle Erfahrungen kann man später noch einmal betrachten. So könnte man beispielsweise den letzten Streit mit der Freundin analysieren, um herauszufinden, wer wirklich Recht hatte. Nur mit den Erkenntnissen sollte man vorsichtig umgehen, denn Frauen haben bekanntlich immer Recht.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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