Passwort-Hacker bieten unbehelligt ihre Dienste an
30 bis 100 Dollar kostet es, sich einen Zugang zu einem Webmail-Postfach beschaffen zu lassen. Die Anbieter arbeiten recht zuverlässig. In der Regel teilt man ihnen mit, zu welchem Account man Zugang benötigt. Ist das Passwort geknackt, erhält der Auftraggeber einen Screenshot als Erfolgsmeldung. Die Zugangsdaten selbst folgen nach der Überweisung des vereinbarten Betrages.
"Das FBI ist sich dieser illegalen Angebote bewusst", zitiert die Zeitung den Sprecher der US-Bundespolizei Paul Bresson. Man könne jedoch oft keine Ermittlungen aufnehmen, da keine konkreten Hinweise darauf vorliegen, dass sie für Straftaten im Rechtsraum der USA genutzt werden.
Die Probleme beim Vorgehen gegen solche Angebote kennt auch Alissa Cooper von der Bürgerrechtsorganisation Center for Democracy and Technology. Die Anbieter kämen in der Regel aus Übersee. "Es erfordert einen hohen Aufwand und viel Zeit, Verbindungen mit Strafverfolgungsbehörden in anderen Ländern aufzubauen", sagte sie.
Daher ist auch jener Anbieter noch aktiv, der in einem Verfahren im vergangenen Jahr eine wichtige Rolle spielte. Damals wurde eine Nutzerin verurteilt, die sich Zugang zu den Postfächern ihres verheirateten Geliebten verschafft hatte und herausfand, dass er auch Beziehungen zu anderen Frauen unterhält. Dieser zeigte sie an, als sie daraufhin ihn und seine Familie mit Anrufen terrorisierte.
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Christian Kahle
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