Mutmaßlicher Spitzel der Telekom wurde verhaftet

Recht, Politik & EU Die Polizei hat den ehemaligen Leiter der Abteilung KS 3 der Konzernsicherheit bei der Deutschen Telekom, Klaus Trzeschan, festgenommen. Er soll maßgeblich in die Spitzel-Affäre bei dem Unternehmen verwickelt sein. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins 'Der Spiegel' setzten die Beamten Trzeschan wegen akuter Flucht- und Verdunkelungsgefahr fest. Der Beschuldigte hatte sich zuletzt mehrfach im Ausland aufgehalten und es habe die Gefahr bestanden, dass er sich in Kürze komplett aus Deutschland absetzt, um den Ermittlungen zu entgehen.

Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass Mitarbeitern der Telekom unrechtmäßig Telefonverbindungen von hochrangigen Managern, Gewerkschaftern und Journalisten ausspioniert haben. Auf diese Weise sollte nachvollzogen werden, auf welchem Weg interne Informationen an die Öffentlichkeit kamen.

Die Abteilung KS 3 unter Trzeschan soll die Überwachung durchgeführt haben. Unklar ist bisher, in wessen Auftrag er handelte. Im Dezember 2005 wurde festgelegt, dass nicht nur der Konzernchef, sondern auch der Leiter des Aufsichtsrats gegenüber dieser Sondergruppe der Konzernsicherheit weisungsbefugt ist.

Neben dem damaligen Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke steht damit auch der ehemalige Aufsichtsratvorsitzende Klaus Zumwinkel unter Verdacht, die Bespitzelung angeordnet oder zumindest gedeckt zu haben. Allerdings wäre diese Änderung der Richtlinien nach Zeugenaussagen noch nicht einmal unbedingt notwendig gewesen, sondern stellte vermutlich nur eine interne Legitimation dar.

Schließlich hatte Trzeschan dem Vernehmen nach ohnehin direkte Kontakte zu Zumwinkel und verschiedenen Vorstandsmitgliedern. Von diesen Verbindungen soll der Abteilungsleiter auch Gebrauch gemacht haben.
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