Illegaler Empfang von Premiere wird zum Volkssport
Vor einigen Monaten erst hatten Hacker die für den Premiere-Empfang benötigten Schlüssel veröffentlicht. Mit deren Hilfe lassen sich die Smartcards der oft recht günstig erhältlichen Receiver von Drittanbietern so programmieren, dass die verschlüsselten Premiere-Kanäle freigeschaltet werden.
Der Focus zitiert Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wonach jeden Monat allein bei der Elektronikkette Media Markt rund 14.000 derartige Geräte verkauft werden. Von den acht meistverkauften Produkten sollen sich immerhin sechs für den illegalen Empfang von Premiere nutzen lassen.
Wer Premiere "kostenlos" empfangen will, muss nach Angaben des Magazins meist nur 50 bis 60 Euro für einen Receiver bezahlen. Der Pay-TV-Sender dürfte der Lage kaum Herr werden können, denn um die Schwarzseher zu stoppen, müssten die Smartcards aller 3,47 Millionen Kunden ausgetauscht werden.
Selbst wenn man diese riesige Aufgabe erfolgreich durchführen würde, dürfte es wie auch bisher nur wenige Wochen dauern, bis das System erneut geknackt wurde. Erst im Oktober hatte die Polizei in Nordrhein-Westfalen mehrere Wohnungen und Gaststätten durchsucht, weil dort illegale Empfangsgeräte vermutet wurden.
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