Russland will wissen, warum Apple Apps aus dem App Store entfernt hat
Der US-Konzern Apple hat mehrere Apps des russischen Unternehmens VK aus seinem App Store entfernt. Als Grund nennt der Hersteller Sanktionen gegen den VK-Geschäftsführer. Der Kreml fordert Erklärungen und rät zum Android-Wechsel.
VK kritisiert das Löschen der Programme und bezeichnet das Vorgehen als ungerechtfertigt. iPhone-Nutzer erhalten laut den Entwicklern ab sofort keine Push-Benachrichtigungen mehr für Dienste wie VKontakte oder Odnoklassniki. Bereits im September des Jahres 2022 gab es eine ähnliche Sperrung durch Apple, die jedoch nach knapp einem Monat wieder aufgehoben wurde.
Gleichzeitig rät die Regierung Bürgern, auf das Betriebssystem Android umzusteigen. Grund dafür: Im Google Play Store sind die Anwendungen des Unternehmens weiterhin verfügbar. Apple selbst verkauft seit März 2022 offiziell keine Hardware mehr in Russland. Aktuelle Geräte gelangen ausschließlich über den Graumarkt in das Land, da der Konzern den direkten Vertrieb eingestellt hat.
Der Vorfall hat auch noch eine andere Ebene: Russland baut dieser Tage verstärkt eigene digitale Infrastrukturen auf und reguliert den Einfluss westlicher Plattformen. So fördert der Staat aktiv den von VK entwickelten Messenger MAX. Das Programm muss auf allen offiziell in Russland verkauften mobilen Endgeräten vorinstalliert sein. Da Apple-Produkte nur inoffiziell importiert werden, greift die Regelung bei dem iPhone nicht.
Was meint ihr zu dem Vorgehen von Apple und der Reaktion aus Russland? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Apple entfernt erneut diverse Apps des russischen Konzerns VK aus dem Shop
- Die Sperrung betrifft soziale Netzwerke und Messenger für iPhone Nutzer massiv
- Russland fordert eine offizielle Begründung und droht Apple mit Konsequenzen
- Apple rechtfertigt den Schritt mit der Einhaltung internationaler Sanktionen
- Der VK Geschäftsführer unterliegt persönlichen Sanktionen westlicher Staaten
- Die russische Regierung empfiehlt Bürgern den Wechsel auf Android Geräte
Apple sperrt russische VK-Apps
Apple hat mehrere mobile Anwendungen des russischen Technologieunternehmens VK aus seinem App Store entfernt. Von dem Rauswurf sind unter anderem soziale Netzwerke, Videoplattformen, E-Mail-Dienste und Messenger betroffen. Das Vorgehen schränkt den Zugang für Millionen von Nutzern in Russland ein.VK kritisiert das Löschen der Programme und bezeichnet das Vorgehen als ungerechtfertigt. iPhone-Nutzer erhalten laut den Entwicklern ab sofort keine Push-Benachrichtigungen mehr für Dienste wie VKontakte oder Odnoklassniki. Bereits im September des Jahres 2022 gab es eine ähnliche Sperrung durch Apple, die jedoch nach knapp einem Monat wieder aufgehoben wurde.
Regierung droht mit Konsequenzen
Wie The Moscow Times berichtet, hat sich aufgrund der Reichweite der Programme auch die russische Regierung eingeschaltet. Sprecher Dmitri Peskow fordert eine offizielle Erklärung von Apple zu dem Vorfall. Sollte das US-Unternehmen keine nachvollziehbaren Gründe nennen, werde man entsprechende Schlüsse ziehen und die weitere Zusammenarbeit mit dem Konzern grundlegend überdenken.Gleichzeitig rät die Regierung Bürgern, auf das Betriebssystem Android umzusteigen. Grund dafür: Im Google Play Store sind die Anwendungen des Unternehmens weiterhin verfügbar. Apple selbst verkauft seit März 2022 offiziell keine Hardware mehr in Russland. Aktuelle Geräte gelangen ausschließlich über den Graumarkt in das Land, da der Konzern den direkten Vertrieb eingestellt hat.
Sanktionen als möglicher Grund
Apple begründet das Entfernen der Software mit der Einhaltung internationaler Sanktionen und lokaler Gesetze. Das russische Unternehmen VK betont in einer Stellungnahme hingegen, selbst auf keiner Sanktionsliste zu stehen. Der Teufel steckt hier aber im Detail: Zwar ist VK nicht direkt sanktioniert, sehr wohl aber der amtierende Geschäftsführer Wladimir Kirijenko. Denn dieser unterliegt persönlichen Sanktionen durch die USA, Großbritannien und die Europäische Union.Der Vorfall hat auch noch eine andere Ebene: Russland baut dieser Tage verstärkt eigene digitale Infrastrukturen auf und reguliert den Einfluss westlicher Plattformen. So fördert der Staat aktiv den von VK entwickelten Messenger MAX. Das Programm muss auf allen offiziell in Russland verkauften mobilen Endgeräten vorinstalliert sein. Da Apple-Produkte nur inoffiziell importiert werden, greift die Regelung bei dem iPhone nicht.
Was meint ihr zu dem Vorgehen von Apple und der Reaktion aus Russland? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Apple zahlt hohe Strafe wegen Verstoßes gegen Russland-Sanktionen
- Russland greift durch: Apple FaceTime wegen "Terrorismus" verboten
- Apple erlaubt In-App-Zahlungen über Drittanbieter, aber nur in Russland
- Russland verbietet Staatsbediensteten die Nutzung von Apple-Geräten
- Apple schmeißt VK-Apps aus dem Store, Russland verlangt Antworten
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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