Webradios sollen Streams mit Kopierschutz versehen

Internet & Webdienste Ende Juni legten zahlreiche Webradios, deren Server in den USA betrieben werden, einen "Tag der Stille" ein, um gegen neue Gebührenregelungen zu protestieren, die praktisch das Aus für ihre Angebote bedeuten würden. Inzwischen senden die Webradios wieder, auch wenn noch verhandelt wird. Offenbar sind die Vertreter der Musikindustrie trotz zunächst positiver Anzeichen nicht bereit, von ihren Forderungen nach deutlich erhöhten Gebühren abzurücken.

Zwar hatte man sich inzwischen auf ein Modell geeinigt, das eine Urheberrechtsgebühr von 50.000 US-Dollar pro Radiobetreiber vorsieht, doch dabei gibt es eine Bedingung, die das Ganze für die meisten Anbieter vollkommen uninteressant macht. Die Streams sollen künftig nur noch mit einem Kopierschutz gesendet werden dürfen.

Die Webcaster sollen nach Auffassung der Industrielobby SoundExchange, die für die Erhebung der Abgaben bei den Sendern zuständig ist, dafür sorgen, dass das so genannte "Streamripping" künftig nicht mehr möglich ist. Nur unter dieser Voraussetzung sollen moderate Gebühren realisiert werden.

Derzeit herrscht Uneinigkeit darüber, ob Maßnahmen gegen Streamripping überhaupt wirkungsvoll umgesetzt werden können. Sowohl die Vereinigung der Betreiber von Online-Radiosendern, als auch die von den Rechteinhabern beauftragten Rechteverwerter von SoundExchange wollen dies in weiteren Gesprächen diskutieren.
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