'Gefälschtes' Download-Portal war 'internes Projekt'

Internet & Webdienste In der letzten Woche wurde bekannt, dass ein von der Musikindustrie beauftragtes Unternehmen ein eigenes Download-Portal betrieb, auf dem angeblich zahlreiche Filme und andere Dateien zum kostenlosen Download bereit stehen sollten. Außerdem wurde ein Programm beworben, das den Download der Daten beschleunigen sollte. Dabei handelte es sich jedoch offenbar um eine Art Spyware-Programm, das den PC nach urheberrechtlich geschützten Inhalten durchsuchte und diese Informationen an einen Server im Internet übertrug. Mittlerweile ist die Seite, die ursprünglich unter Miivi.com zu erreichen war, nicht mehr am Netz.

Jetzt hat das Unternehmen hinter dem Angebot, die Firma MediaDefender, die im Auftrag der Musik- & Filmindustrie gegen die illegale Verbreitung geschützter Werke vorgehen soll, Stellung zu der von ihr betriebenen Seite bezogen - und alle Vorwürfe zurück gewiesen. Man bezeichnete Berichte darüber als Teil einer Kampagne einiger BitTorrent-Tracker, die MediaDefender Schaden zufügen soll.

MediaDefender teilte gegenüber Ars Technica mit, dass es sich bei Miivi.com tatsächlich um eine von dem Unternehmen betriebene Website gehandelt habe. Diese sei jedoch keineswegs als Lockangebot für Filesharer geplant gewesen. Vielmehr habe es sich um ein internes Projekt gehandelt, das nicht mit einem Passwort geschützt wurde, da man nicht damit rechnete, dass tatsächlich Nutzer darauf aufmerksam werden würden.

Der Verband der Filmindustrie sei nicht über die Arbeit an diesem Projekt informiert gewesen, so ein Sprecher von MediaDefender. Dies wurde auch von dem Verband bestätigt, der verlauten ließ, dass man keinerlei Beziehung zu dem Unternehmen habe.

Die Aussagen von MediaDefender erscheinen jedoch wenig glaubwürdig, denn schon kurz nachdem erste Berichte über das "gefälschte" Download-Portal die Runde machten, wurden die Registrierungsinformationen der Domain verändert und inzwischen sogar anonymisiert, nachdem dort zunächst noch der Firmenname zu lesen war.
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