Ohne Bergbau: Startup will mit Fasern Uran aus dem Meer kämmen
Das US-Startup Fluxnium will mit einer ungewöhnlichen Methode dafür sorgen, dass die US-Atomindustrie ohne neue Minen an ihr benötigtes Uran kommt. Das Metall soll mit einem Fasermaterial direkt aus dem Meerwasser gewonnen werden.
Das Potenzial ist groß: In den Weltmeeren befinden sich nach Schätzungen rund 4,5 Milliarden Tonnen Uran. Damit übersteigt die Menge die bekannten Uranvorkommen an Land deutlich. Die Herausforderung besteht allerdings darin, dass das Element im Meerwasser nur in extrem niedriger Konzentration vorkommt. Eine wirtschaftliche Gewinnung gilt deshalb seit Langem als schwierig.
Fluxnium will dieses Problem mit einer möglichst großen Oberfläche lösen. Die Fasern könnten in langen Leinenkonstruktionen im offenen Meer eingesetzt werden, die sich an Anlagen aus der marinen Landwirtschaft orientieren. Nach einer bestimmten Einsatzdauer würden die Fasern eingeholt, das gebundene Uran verarbeitet und das Material anschließend erneut ausgebracht. Die Produktionskapazität ließe sich nach diesem Prinzip durch zusätzliche Fasersysteme erweitern.
Zudem könnte das Verfahren einige Umweltprobleme des klassischen Uranabbaus vermeiden, etwa Bergbauabfälle und mögliche Belastungen des Grundwassers. Ob sich die Technik tatsächlich wirtschaftlich betreiben lässt, ist allerdings noch offen. Entscheidend sind unter anderem die Ausbeute, die Haltbarkeit der Fasern, die Kosten der Weiterverarbeitung und die Zuverlässigkeit unter realen Meeresbedingungen. Mit den neuen Mitteln will Fluxnium nun zeigen, ob das Konzept auch außerhalb des Labors funktioniert.
Siehe auch:
Große Mengen gelöstes Uran
Das Unternehmen entwickelt den Werkstoff, der gelöstes Uran aus dem Meerwasser bindet, während dieses an seiner Oberfläche vorbeiströmt, berichtet Interesting Engineering. Die Faser entstand in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen National Laboratory. Fluxnium erhielt nun eine Finanzierung von 7 Millionen Dollar (etwa 6 Millionen Euro) und will das eingesammelte Kapital unter anderem für die Weiterentwicklung der Technologie, Pilotanlagen und die spätere Skalierung einsetzen.Das Potenzial ist groß: In den Weltmeeren befinden sich nach Schätzungen rund 4,5 Milliarden Tonnen Uran. Damit übersteigt die Menge die bekannten Uranvorkommen an Land deutlich. Die Herausforderung besteht allerdings darin, dass das Element im Meerwasser nur in extrem niedriger Konzentration vorkommt. Eine wirtschaftliche Gewinnung gilt deshalb seit Langem als schwierig.
Fluxnium will dieses Problem mit einer möglichst großen Oberfläche lösen. Die Fasern könnten in langen Leinenkonstruktionen im offenen Meer eingesetzt werden, die sich an Anlagen aus der marinen Landwirtschaft orientieren. Nach einer bestimmten Einsatzdauer würden die Fasern eingeholt, das gebundene Uran verarbeitet und das Material anschließend erneut ausgebracht. Die Produktionskapazität ließe sich nach diesem Prinzip durch zusätzliche Fasersysteme erweitern.
Weniger umweltschädlich
Für die USA könnte die Technologie vor dem Hintergrund der anhaltenden Nachfrage nach Kernenergie interessant sein. Nach Angaben von Fluxnium werden derzeit mehr als 90 Prozent des in den Vereinigten Staaten benötigten Urans importiert. Unternehmenschef Jeff Green sieht deshalb in der Offshore-Gewinnung eine Möglichkeit für eine zusätzliche heimische Versorgung.Zudem könnte das Verfahren einige Umweltprobleme des klassischen Uranabbaus vermeiden, etwa Bergbauabfälle und mögliche Belastungen des Grundwassers. Ob sich die Technik tatsächlich wirtschaftlich betreiben lässt, ist allerdings noch offen. Entscheidend sind unter anderem die Ausbeute, die Haltbarkeit der Fasern, die Kosten der Weiterverarbeitung und die Zuverlässigkeit unter realen Meeresbedingungen. Mit den neuen Mitteln will Fluxnium nun zeigen, ob das Konzept auch außerhalb des Labors funktioniert.
Zusammenfassung
- Fluxnium entwickelt Fasern zur Bindung von Uran direkt aus dem Meerwasser
- Sieben Millionen Dollar fließen nun in Pilotanlagen und die Skalierung
- In den Meeren lagern schätzungsweise rund 4,5 Milliarden Tonnen des Stoffes
- Lange Leinenkonstruktionen sollen das gelöste Element effizient binden
- Wiederverwendbare Fasersysteme ermöglichen eine schrittweise Erweiterung
- Das Verfahren könnte teure Importe der USA senken und die Umwelt schonen
- Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit unter Meeresbedingungen bleibt offen
Siehe auch:
Themen:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
Beliebte Downloads zum Thema
Videos zum Thema Stromversorgung
Beliebt im Preisvergleich
Beiräge aus dem Forum
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- KI-Milliarden auf dem Prüfstand: Investor warnt vor OpenAI & Anthropic
- Copilot-Super-App: Microsoft vereint nun Chat, Entwicklung und Agenten
- Hydrofast C300 im Test: Wasserfilter, Kocher und Sprudler in einem
- Weekend-Deals: Das sind die Top-Angebote bei Media Markt und Saturn
- Mini-PCs & All-In-Ones: Qualcomm will ARM-CPUs in Desktops bringen
- SR-71 Blackbird ist "verschwunden": NASA versteckt das Kult-Flugzeug
- Ohne Bergbau: Startup will mit Fasern Uran aus dem Meer kämmen
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen