Microsoft erreicht höchste Strafe für Spam in Europa
Bei dem Verfahren berief sich Microsoft allerdings nicht auf die AntiSpam-Gesetzgebung in Großbritannien. Stattdessen warf man dem Spammer die Verletzung der Nutzungsbedingungen von Microsofts Webmail-Dienst Hotmail vor. Man entschied sich für diesen Weg, weil die britischen Spam-Gesetze nur wenig effektiv sind.
Der Spammer bewarb über E-Mails eine SMS-Hotline, über die er das Passwort für eine Webseite mit pornographischen Inhalten vertrieb. Da der Versand des Passworts via SMS kostenpflichtig war, konnte er mit Hilfe seiner Spam-E-Mails einige hunderttausend Pfund umsetzen.
In Großbritannien gelten seit 2003 Bestimmungen gegen den Versand von Spam. Diese sind jedoch zum größten Teil wirkungslos, da sie eine Verwarnung des Spammers voraussetzen und erst nach deren Missachtung eine maximale Strafe von 5000 Pfund erlauben. Derzeit wird bereits über eine Änderung der Regelungen nachgedacht, durch die höhere Strafen möglich sein sollen.
Bis heute gab es kein Verfahren, das nach dem Gesetz von 2003 angestrengt wurde. Microsoft ließ verlauten, dass man bei der stichprobenartigen Untersuchung von 20000 Hotmail-Konten festgestellt habe, dass einige Nutzer täglich bis zu 250 E-Mails mit der Werbung des Spam-Versenders erhielten.
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