Google: Mehrheit weiss nichts von Datensammlung

Nachdem das US-Justizministerium in der letzten Woche die grossen Internet-Suchmaschinen zur Herausgabe von Nutzerdaten zu Suchergebnissen von Internet-Kriminellen aufgefordert hatte, hat die amerikanische Firma Ponemon Institute LLC eine Telefonumfrage durchgeführt, bei der die Nutzer gefragt wurden, ob sie wüssten, dass Google Daten von den Besuchern speichert. Von 1000 Befragten gaben 77 Prozent an, dass sie nichts von einer Speicherung von Nutzerdaten gewusst hätten. Dieser Wert überrascht, da Google offen angibt, dass zur Anpassung seiner Dienste an die Wünsche der Kunden Daten erhoben und gespeichert werden.

Wenn man Googles Suchmaschine benutzt, wird ein so genannter Cookie gesetzt, der eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer bis zum Jahr 2038 hat, und die IP-Adresse des jeweiligen Besuchers wird gespeichert. In der jüngeren Vergangenheit hat Google eine Reihe von zusätzlichen Diensten ins Angebot aufgenommen, die mehr Daten sammeln.

Eine grundlegende Komponente von Googles Geschäftsmodell ist dabei, dass die Suchergebnisse, die Werbung und die Dienste selbst an den Kunden angepasst werden, wozu nun einmal Daten gesammelt werden müssen. Nur ein Beispiel: zunächst sollten die während der Nutzung von GoogleMail anfallenden Daten nicht für die Optimierung der angezeigten Werbung und Suchergebnisse genutzt werden. Inzwischen sammelt Google dennoch daten - der Nutzer kann dies jedoch auch abschalten.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass 56 Prozent der Befragten mit einer Weitergabe von Daten an Ermittlungsbehörden nicht einverstanden sind. 14 Prozent gaben hingegen an, dass sie kein Problem mit der Weitergabe von Nutzerdaten zu Zwecken der Strafverfolgung hätten.
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