Telekom schließt letzte Funklöcher:
Partner wird ausgerechnet Starlink

Funklöcher in entlegenen Gebieten sollen bald der Vergangenheit angehören, da die Telekom auf eine neue Strategie im All setzt. Statt weiterer Masten kommt Technik von Elon Musks Starlink zum Einsatz.
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Neue Telekom-Starlink-Kooperation

Funklöcher sind 2026 zwar seltener geworden - für alle, die mitten im Wald, im Funkloch-Tal oder auf der Landstraße plötzlich "Kein Netz" sehen, bleibt der Ärger aber derselbe. Genau hier setzen die Deutsche Telekom und Starlink an: Mit einer neuen Satelliten-Offensive soll das Handy auch dann online bleiben, wenn der letzte Mobilfunkmast längst außer Sicht ist.

Im Mittelpunkt steht die Direct-to-Device-Technologie. Dabei verbinden sich ganz normale Smartphones direkt mit einer Satellitenkonstellation im erdnahen Orbit, sobald kein 5G- oder LTE-Signal mehr verfügbar ist. Nutzer müssen keine spezielle Hardware anschaffen, denn moderne Geräte werden schrittweise für die Direktanbindung vorbereitet.


Handy wählt sich ins Satellitennetz ein

Reißt das Funksignal vom Boden ab, wählt sich das Handy automatisch ins Satellitennetz ein. Daten, Sprache und Textnachrichten sollen so auch in Naturschutzgebieten, Bergregionen oder abgelegenen Dörfern weiterlaufen. Für Wanderer, Pendler in ländlichen Regionen oder Rettungskräfte bringt das ein deutliches Plus an Sicherheit.

Statt teurer Satellitentelefone sollen die gewohnten Geräte ausreichen: Ob Android-Smartphone oder iPhone - wer LTE oder 5G nutzt, soll perspektivisch ohne Umbau profitieren, sobald die Netze freigeschaltet sind. Wie die Deutsche Telekom bestätigt hat, fiel die Wahl des Partners auf das US-Unternehmen Starlink, das bereits tausende Satelliten im All betreibt.

Wir freuen uns sehr, in Partnerschaft mit der Deutschen Telekom zuverlässige Satellite-to-Mobile-Konnektivität in zehn Ländern, für Millionen von Menschen bereitzustellen. Diese Vereinbarung ist die erste ihrer Art in Europa, die Starlinks V2 next-generation Technology einführt. Sie bringt Daten, Sprache und Messaging direkt auf das Mobiltelefon.
Stephanie Bednarek, VP Starlink Sales
Der kommerzielle Start ist für Anfang 2028 geplant, wenn die neue V2-Satellitenflotte vollständig einsatzbereit ist. Die Kooperation beschränkt sich nicht nur auf Deutschland, sondern umfasst insgesamt zehn europäische Märkte. Damit sichert sich der Bonner Konzern frühzeitig einen Platz in einem wachsenden Segment der Telekommunikation, in dem auch andere Netzbetreiber mit Projekten wie Amazons Kuiper-Konstellation experimentieren.

Ein zentrales Argument der Telekom: Ausfall­sicherheit. Wenn Naturkatastrophen oder lang­anhaltende Strom­ausfälle die terrestrische Infrastruktur lahmlegen, soll die Satellitenanbindung eine zusätzliche Ebene der Kommunikation bereitstellen. Technik-Vorstand Abdu Mudesir unterstreicht, dass man weiter massiv in klassische Mobilfunk­netze investiere, bestimmte Regionen jedoch auf herkömmlichem Weg kaum wirtschaft­lich oder rechtlich erschließen könne - hier soll das All einspringen.

Technologie für letzte weiße Flecken

Nach eigenen Angaben versorgt die Telekom schon heute rund 90 Prozent der Fläche Deutschlands mit 5G und mehr als 92 Prozent mit LTE. Übrig bleiben die sprichwörtlichen weißen Flecken: Täler ohne Mast, Täler mit Anwohnerprotesten oder sensible Gebiete wie Naturschutzareale. Diese Lücken sollen über das sogenannte Mobile-Satellite-Service-Spektrum (MSS) nach und nach geschlossen werden.

Haltet ihr die Satelliten-Pläne für eine sinnvolle Ergänzung oder kommt der Start 2028 zu spät? Schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare!

Was genau haben Telekom und Starlink vor?
Die Deutsche Telekom und SpaceX' Starlink haben eine Partnerschaft geschlossen, um Funklöcher in Europa per Satellit zu schließen. Konkret geht es um sogenannte Direct-to-Device-Verbindungen: Kompatible Smartphones sollen sich künftig direkt mit Starlink-Satelliten verbinden können - ganz ohne spezielle Hardware oder Zusatzgeräte.

Der Dienst soll dort greifen, wo klassischer Mobilfunkausbau an seine Grenzen stößt - etwa in Naturschutzgebieten, Gebirgsregionen oder anderen topografisch schwierigen Gebieten. Der Start ist für Anfang 2028 in mehreren europäischen Telekom-Märkten geplant, darunter auch Deutschland.
Wie funktioniert Satellite-to-Mobile?
Das Prinzip ist denkbar einfach: Verliert ein kompatibles Smartphone sein normales Mobilfunksignal (z. B. 5G oder LTE), wechselt es automatisch in das Satellitennetz von Starlink. Der Nutzer muss nichts manuell umschalten. Der Dienst läuft im sogenannten MSS-Spektrum (Mobile Satellite Service) und nutzt Starlinks V2-Satellitenkonstellation der nächsten Generation.

Laut Telekom sollen darüber nicht nur Textnachrichten, sondern auch Daten-, Video- und Sprachdienste möglich sein. Damit geht das Angebot deutlich über bestehende Satelliten-Notfallfunktionen hinaus, wie sie etwa Apple seit dem iPhone 14 anbietet.
Hilft das auch bei Naturkatastrophen?
Ja, genau das ist einer der zentralen Vorteile. Die Telekom betont ausdrücklich, dass die Satellitenanbindung die Resilienz des Mobilfunknetzes erhöhen soll - insbesondere bei Naturkatastrophen oder längeren Stromausfällen, wenn terrestrische Mobilfunkmasten ausfallen.

Für IT-Verantwortliche und Unternehmen mit verteilten Standorten könnte das ein relevanter Faktor für die Notfallplanung sein. Wenn Mitarbeitende auch bei komplettem Ausfall der Bodeninfrastruktur erreichbar bleiben, verbessert das die Krisenkommunikation erheblich.
Wie gut ist die Telekom-Abdeckung heute?
Laut eigenen Angaben bietet die Telekom in Deutschland bereits nahezu 90 Prozent 5G-Flächenabdeckung. LTE deckt über 92 Prozent der Fläche ab, Sprachdienste sind sogar auf bis zu 99 Prozent der Fläche verfügbar.

Die verbleibenden Lücken betreffen vor allem abgelegene Regionen mit schwieriger Topografie oder behördlichen Einschränkungen - genau dort soll die Starlink-Anbindung greifen. Der Satellitendienst ist also als Ergänzung gedacht, nicht als Ersatz für das terrestrische Netz.
Zusammenfassung
  • Die Telekom kooperiert mit Starlink gegen Funklöcher in Europa
  • Normale Smartphones verbinden sich direkt mit Satelliten im Orbit
  • Keine spezielle Hardware nötig, da moderne Geräte vorbereitet werden
  • Der kommerzielle Start der Satellitenverbindung ist für Anfang 2028 geplant
  • Die Partnerschaft erstreckt sich auf insgesamt zehn europäische Märkte
  • Rund 90 Prozent der Fläche Deutschlands sind bereits mit 5G versorgt
  • Satellitenanbindung soll bei Naturkatastrophen zusätzliche Sicherheit bieten


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