Media Markt und Saturn bald chinesisch:
EU winkt Mega-Deal durch

Der Verkauf von Media Markt und Saturn an den asiatischen Kon­zern JD.com ist endgültig beschlossen. Die EU-Kommission gab grü­nes Licht für den Milliardendeal. Allerdings muss der neue Eigen­tümer für die nächsten zehn Jahre strikte Bedingungen erfüllen.
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WinFuture/Symbolbild
  • Der chinesische Onlinehändler JD.com übernimmt die Ceconomy AG vollständig
  • Der Kaufpreis für Media Markt und Saturn liegt bei rund 2,2 Milliarden Euro
  • Das bisherige Geschäftsmodell sowie die Führungskräfte bleiben vorerst bestehen
  • Die Bundesregierung erteilte die Freigabe unter strengen Auflagen zum Datenschutz
  • Brüssel verlangt marktübliche Konditionen und diskriminierungsfreie Logistik
  • Wettbewerbshüter wollen Verzerrungen durch chinesische Staatshilfen verhindern

Chinesischer Techriese kauft MediaMarkt

Der asiatische Onlinehändler JD.com darf Europas größten Elektronikfachhändler übernehmen. Die Genehmigung für den Kauf der Ceconomy AG, zu der Media Markt, Saturn und die Deutsche Technikberatung gehören, erfolgte am Dienstag. Beide Unternehmen kündigten den Vollzug der rund 2,2 Milliarden Euro schweren Transaktion für die kommenden Tage an.

JD.com hatte im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot abgegeben und sich einige Monate später die Mehrheit der Aktien gesichert.

Laut JD.com und Ceconomy sollen sich das bisherige Geschäftsmodell und die Strategie vorerst nicht ändern, auch die Führungskräfte sollen auf ihren Posten bleiben. Das Bundeskartellamt hatte den Erwerb bereits im September 2025 freigegeben. Auch die Bundesregierung genehmigte den Deal unter Auflagen, die den Schutz personenbezogener Kundendaten gewährleisten sollen.

Zudem behält sich die Bundesregierung weitreichende Kontrollrechte vor. Das Bundeskartellamt sah keine Bedenken, da der asiatische Konzern in Deutschland bisher kaum aktiv war.


Die endgültige Freigabe aus Brüssel war an strikte Bedingungen geknüpft. Wie die Europäische Kommission mitteilte, müssen sämtliche konzerninternen Geschäfte und Finanzierungen zwischen JD.com und Ceconomy für die nächsten zehn Jahre zu marktüblichen Bedingungen ablaufen. Zudem muss der Mut­ter­kon­zern seine Lager- und Logistikdienstleistungen sowie Technologien auch anderen Marktteilnehmern in der EU zu denselben Bedingungen wie Ceconomy anbieten.

Strenge Auflagen gegen Subventionen

Mit den Vorgaben wollen die Wettbewerbshüter verhindern, dass chinesische Staatshilfen den europäischen Markt verzerren. Vorangegangene Untersuchungen hatten gezeigt, dass das asiatische Unternehmen von günstigen Krediten, Steuervergünstigungen und Zuschüssen profitierte.

Das schürte Bedenken über mögliche aggressive Preiskämpfe zulasten heimischer Anbieter. EU-Wett­be­werbs­kom­mi­s­sa­rin Teresa Ribera betonte (via Süddeutsche Zeitung), dass Verbraucher von einem Sektor profitieren, in dem für alle Unternehmen gleiche Bedingungen gelten.

Die detaillierte Untersuchung des Falles sorgte im vergangenen August für erhebliche diplomatische Spannungen. Das chinesische Justizministerium warf Brüssel übertriebene Forderungen vor, drohte mit entschlossenen Ge­gen­maß­nah­men und verbot heimischen Organisationen, die europäischen Ermittler bei be­stimm­ten Auskunftsersuchen zu unterstützen. Ein Sprecher der EU ar­gu­men­tier­te mit der Bedeutung gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen.

Hintergrund der Übernahme

Mit der Transaktion endet die Unabhängigkeit der Ceconomy AG, die erst 2017 als Abspaltung aus dem Metro-Konzern hervorgegangen war. Heute bildet die Gruppe nach Amazon, Otto und Zalando den viertgrößten Onlineshop in Deutschland. Demgegenüber steht ein asiatischer Riese mit rund 570.000 Angestellten, der weltweit zu den zehn größten Handelskonzernen zählt. Infografik Die beliebtesten Onlineshops: Amazon dominiert klar vor eBay und TemuDie beliebtesten Onlineshops: Amazon dominiert klar vor Ebay und Temu JD.com verzeichnete 2024 laut dem Forschungsinstitut EHI einen Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar. Während der neue Eigentümer größter chinesischer Handelskonzern ist und auch in Bereichen wie Technologie, Logistik und Gesundheit tätig ist, startete er in Deutschland erst im März dieses Jahres mit der Plattform Joybuy einen eigenen Onlineshop.

Was haltet ihr von der Übernahme der Elektronikmärkte durch den asiatischen Konzern? Macht ihr euch Sorgen um den Wettbewerb oder seht ihr darin neue Chancen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

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Stefan Trunzik

Leitender Redakteur bei WinFuture.de

IT-Journalist seit 2003, der Hardware, Spiele und Gadgets selbst im Alltag testet. Sein Fokus liegt auf Kaufberatung und Verbraucherthemen.

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