MediaMarkt dominiert immer mehr:
Stirbt die Marke Saturn nun aus?
Der Mutterkonzern Ceconomy beschwört die Treue zur Zwei-Marken-Strategie, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Das Filialnetz von Saturn schmilzt immer weiter zusammen, während MediaMarkt wächst und die Gruppe dominiert.
Die Entscheidung über die Zukunft einzelner Häuser hängt laut Unternehmensangaben von detaillierten Analysen des lokalen Marktumfelds ab. Wo die Marke MediaMarkt ein besseres Kundenerlebnis und höhere Umsätze verspricht, wird das Saturn-Logo entfernt. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Entwicklung der letzten Jahre.
Dieser Prozess der Konsolidierung wird fortgesetzt, unabhängig vom Einstieg des neuen Großaktionärs: An beiden Marken will der Mutterkonzern Ceconomy dennoch festhalten, bestätigte eine Sprecherin gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Man habe Kunden, die spezifisch eine der beiden Marken bevorzugen würden. "Wir stehen zu ihnen - und wir werden beide stärken", so die offizielle Linie des Unternehmens.
Auch der designierte neue Mehrheitseigner JD.com habe erklärt, diese Strategie zu unterstützen und die unterschiedlichen Zielgruppenansprachen beizubehalten.
Branchenbeobachter bewerten dies differenzierter. Im gesamten europäischen Ausland agiert der Konzern bereits ausschließlich unter dem Label MediaMarkt. Zudem haben sich die Sortimente, die Preisgestaltung und die Werbeauftritte der einstigen Rivalen in Deutschland so stark angeglichen, dass für den Endkunden kaum noch ein relevanter Unterschied erkennbar ist. Logistik, IT und Einkauf sind längst zentralisiert. Die Aufrechterhaltung zweier Markenfrontends wird daher zunehmend als Kostenfaktor hinterfragt.
Ob JD.com nach vollzogener Übernahme tatsächlich langfristig am stationären Doppel-Marken-Konzept festhält, ist noch nicht bekannt. Sollte sich die Effizienzsteigerung durch eine Ein-Marken-Strategie als zu verlockend erweisen, könnte die aktuelle Schrumpfkur von Saturn nur der Vorbote eines kompletten Abschieds sein.
Was haltet ihr von der Entwicklung bei Saturn? Nutzt ihr noch beide Märkte aktiv oder seht ihr keinen Unterschied mehr zwischen Rot und Blau? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.
Siehe auch:
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Rückzug trotz Übernahme
Das Filialnetz der Elektronikmarktkette Saturn soll auch nach der geplanten Übernahme durch den chinesischen Onlinehändler JD.com weiter verkleinert werden. Mutterkonzern Ceconomy plant, weitere Standorte zu schließen oder direkt in MediaMarkt-Filialen umzuwandeln.Die Entscheidung über die Zukunft einzelner Häuser hängt laut Unternehmensangaben von detaillierten Analysen des lokalen Marktumfelds ab. Wo die Marke MediaMarkt ein besseres Kundenerlebnis und höhere Umsätze verspricht, wird das Saturn-Logo entfernt. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Entwicklung der letzten Jahre.
Festhalten an zwei Marken
Während Saturn einst mit rund 150 Geschäften in Deutschland vertreten war, sind aktuell nur noch 53 Standorte geöffnet. Parallel dazu wuchs die Anzahl der MediaMarkt-Filialen auf mittlerweile 351 Häuser an.Dieser Prozess der Konsolidierung wird fortgesetzt, unabhängig vom Einstieg des neuen Großaktionärs: An beiden Marken will der Mutterkonzern Ceconomy dennoch festhalten, bestätigte eine Sprecherin gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Man habe Kunden, die spezifisch eine der beiden Marken bevorzugen würden. "Wir stehen zu ihnen - und wir werden beide stärken", so die offizielle Linie des Unternehmens.
Auch der designierte neue Mehrheitseigner JD.com habe erklärt, diese Strategie zu unterstützen und die unterschiedlichen Zielgruppenansprachen beizubehalten.
Branchenbeobachter bewerten dies differenzierter. Im gesamten europäischen Ausland agiert der Konzern bereits ausschließlich unter dem Label MediaMarkt. Zudem haben sich die Sortimente, die Preisgestaltung und die Werbeauftritte der einstigen Rivalen in Deutschland so stark angeglichen, dass für den Endkunden kaum noch ein relevanter Unterschied erkennbar ist. Logistik, IT und Einkauf sind längst zentralisiert. Die Aufrechterhaltung zweier Markenfrontends wird daher zunehmend als Kostenfaktor hinterfragt.
JD.com-Übernahme läuft
Hinter den Kulissen wird derweil die Übernahme durch JD.com finalisiert. Der chinesische Konzern, der im Jahr 2024 einen Umsatz von 159 Milliarden Dollar (etwa 136,4 Milliarden Euro) erwirtschaftete, hat sich bereits den Zugriff auf über 60 Prozent der Anteile an Ceconomy gesichert. Der aktuelle Status der Transaktion stellt sich wie folgt dar:- Kartellrecht: Das Bundeskartellamt hat dem Deal bereits zugestimmt.
- Offene Prüfungen: Die Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) sowie die Prüfung durch die EU-Kommission stehen noch aus.
- Zeitplan: JD.com erwartet den Abschluss der Transaktion in der ersten Jahreshälfte 2026.
Ob JD.com nach vollzogener Übernahme tatsächlich langfristig am stationären Doppel-Marken-Konzept festhält, ist noch nicht bekannt. Sollte sich die Effizienzsteigerung durch eine Ein-Marken-Strategie als zu verlockend erweisen, könnte die aktuelle Schrumpfkur von Saturn nur der Vorbote eines kompletten Abschieds sein.
Was haltet ihr von der Entwicklung bei Saturn? Nutzt ihr noch beide Märkte aktiv oder seht ihr keinen Unterschied mehr zwischen Rot und Blau? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.
Verschwindet die Marke Saturn komplett?
Offiziell sollen Saturn und MediaMarkt laut dem Mutterkonzern Ceconomy als eigenständige Marken erhalten bleiben. Eine Sprecherin betonte, dass man beide Marken stärken wolle, da es spezifische Kundengruppen für beide Häuser gebe.
Die Realität zeigt jedoch einen anderen Trend: Die Anzahl der Saturn-Märkte ist von ursprünglich etwa 150 auf aktuell nur noch 53 gesunken. Viele Standorte wurden bereits in MediaMarkt-Filialen umgewandelt. Beobachter vermuten, dass Saturn langfristig weiter an Bedeutung verlieren könnte, da im europäischen Ausland bereits ausschließlich auf MediaMarkt gesetzt wird.
Die Realität zeigt jedoch einen anderen Trend: Die Anzahl der Saturn-Märkte ist von ursprünglich etwa 150 auf aktuell nur noch 53 gesunken. Viele Standorte wurden bereits in MediaMarkt-Filialen umgewandelt. Beobachter vermuten, dass Saturn langfristig weiter an Bedeutung verlieren könnte, da im europäischen Ausland bereits ausschließlich auf MediaMarkt gesetzt wird.
Was ändert sich für mich als Kunde?
Für Endkunden und IT-Beschaffer sind die Unterschiede zwischen den Marken mittlerweile kaum noch erkennbar. Das Sortiment, die Angebote und die Werbung gleichen sich stark. Wer eine Saturn-Filiale sucht, wird künftig jedoch häufiger vor einem MediaMarkt stehen, da das Netz weiter ausgedünnt wird.
Sollte Ihre lokale Saturn-Filiale umgewandelt werden, bleibt das "Kundenerlebnis" laut Konzernangaben erhalten. Es wird je nach Standort entschieden, welche Marke vor Ort besser funktioniert. Für die Beschaffung von Hardware bedeutet dies faktisch keine Änderung im Produktangebot oder der Verfügbarkeit.
Sollte Ihre lokale Saturn-Filiale umgewandelt werden, bleibt das "Kundenerlebnis" laut Konzernangaben erhalten. Es wird je nach Standort entschieden, welche Marke vor Ort besser funktioniert. Für die Beschaffung von Hardware bedeutet dies faktisch keine Änderung im Produktangebot oder der Verfügbarkeit.
Wer ist der neue Eigentümer JD.com?
JD.com ist ein chinesischer E-Commerce-Riese, der ursprünglich als Einzelhändler mit Ladengeschäften begann. Mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar zählt der Konzern zu den zehn größten Handelsunternehmen weltweit und ist bekannt für seine starke Logistik.
Der neue Mehrheitseigner plant angeblich, die bestehende Strategie zu unterstützen. JD.com expandiert global und testet in Deutschland bereits den Onlineshop "Joybuy". Die Übernahme könnte mittelfristig zu einer stärkeren Verzahnung von Online-Handel und den stationären Märkten führen.
Der neue Mehrheitseigner plant angeblich, die bestehende Strategie zu unterstützen. JD.com expandiert global und testet in Deutschland bereits den Onlineshop "Joybuy". Die Übernahme könnte mittelfristig zu einer stärkeren Verzahnung von Online-Handel und den stationären Märkten führen.
Warum werden Saturn-Filialen umgebaut?
Die Umwandlung von Saturn- in MediaMarkt-Filialen basiert auf umfassenden Marktanalysen. Im europäischen Ausland tritt der Konzern bereits ausschließlich unter der Marke MediaMarkt auf. Die Zwei-Marken-Strategie in Deutschland wird daher zunehmend hinterfragt.
Ziel ist es offenbar, Kosten zu senken und die stärkere Marke zu fokussieren. Da sich die Zielgruppen und Sortimente kaum noch unterscheiden, ist der Betrieb zweier paralleler Markenauftritte wirtschaftlich oft nicht mehr sinnvoll. Entscheidungen werden laut Ceconomy basierend auf lokalen Gegebenheiten getroffen.
Ziel ist es offenbar, Kosten zu senken und die stärkere Marke zu fokussieren. Da sich die Zielgruppen und Sortimente kaum noch unterscheiden, ist der Betrieb zweier paralleler Markenauftritte wirtschaftlich oft nicht mehr sinnvoll. Entscheidungen werden laut Ceconomy basierend auf lokalen Gegebenheiten getroffen.
Ist die Übernahme schon abgeschlossen?
Die Übernahme ist noch nicht final vollzogen. Zwar hat das Bundeskartellamt bereits zugestimmt und JD.com hält über 60 Prozent der Anteile, doch stehen noch Genehmigungen des Bundeswirtschaftsministeriums sowie weiterer EU-Staaten aus.
Zudem prüft die EU-Kommission mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb. JD.com rechnet damit, dass der Deal in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein wird. Bis dahin bleibt die Situation formal im Schwebezustand, auch wenn JD.com faktisch bereits die Kontrolle über große Aktienpakete hat.
Zudem prüft die EU-Kommission mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb. JD.com rechnet damit, dass der Deal in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein wird. Bis dahin bleibt die Situation formal im Schwebezustand, auch wenn JD.com faktisch bereits die Kontrolle über große Aktienpakete hat.
Zusammenfassung
- Saturn-Filialnetz schrumpft auf 53 Standorte, während MediaMarkt auf 351 wächst
- Ceconomy plant weitere Standortschließungen oder Umwandlungen in MediaMarkt
- Trotz Konsolidierung hält der Konzern offiziell an der Zwei-Marken-Strategie fest
- JD.com hat sich bereits über 60 Prozent der Anteile an Ceconomy gesichert
- Branchenbeobachter zweifeln am langfristigen Fortbestand beider Marken
- Sortimente und Auftritte beider Ketten haben sich stark angeglichen
- Übernahme durch den chinesischen Onlinehändler soll bis Mitte 2026 abgeschlossen sein
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