Chinesischer Riese will MediaMarkt und Saturn für 2,2 Mrd. Euro kaufen
Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com will Ceconomy, die Mutter von MediaMarkt und Saturn, übernehmen. Mit einem Angebot von 4,60 Euro je Aktie wird das Unternehmen mit 2,2 Mrd. Euro bewertet und sichert sich Zugang zu zahlreichen Märkten in der EU.
JD.com ist mit Jahreserlösen von über 158 Milliarden Dollar (etwa 137 Milliarden Euro) Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz und rangiert auf Platz 47 der Fortune Global 500. Als zweitgrößte Consumer-E-Commerce-Plattform Chinas hält das Unternehmen einen Marktanteil von 20,1 Prozent. Das 1998 von Liu Qiangdong gegründete Unternehmen startete als kleiner Elektronikladen in Peking und entwickelte sich zu einem der größten Online-Händler.
Mit der Übernahme verschafft sich JD.com Zugang zu einem der größten Online-Shops für Elektronikartikel in Europa und einem Netz von etwa 1000 Märkten in mehreren europäischen Ländern. Ceconomy erzielte mit rund 50.000 Beschäftigten zuletzt einen Jahresumsatz von 22,4 Milliarden Euro, davon 5,1 Milliarden Euro über die Online-Kanäle.
Die Geschichte von MediaMarkt und Saturn reicht bis in die 1970er Jahre zurück. MediaMarkt wurde 1979 von den Brüdern Erich und Walter Kellerhals sowie Leopold Stiefel in München gegründet. Saturn entstand bereits 1961 in Köln und wurde später Teil der Metro-Gruppe, bevor beide Ketten unter dem Dach von Ceconomy vereint wurden. Heute betreibt das Unternehmen Märkte in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Italien, Polen, Ungarn, der Türkei und der Schweiz.
Die operative Unabhängigkeit von Ceconomy soll gewahrt bleiben. JD.com strebt keine Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvereinbarung an. Für drei Jahre ab Abschluss der Transaktion sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Der Deal soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden.
Die Übernahme erfolgt zu einem schwierigen Zeitpunkt für den stationären Elektronikhandel. MediaMarkt und Saturn kämpfen seit Jahren mit rückläufigen Umsätzen und der Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon. Die Corona-Pandemie verstärkte den Trend zum Online-Shopping zusätzlich. Gleichzeitig führen längere Produktzyklen bei Smartphones und anderen Elektronikgeräten zu weniger häufigen Käufen der Verbraucher.
Was haltet ihr von der geplanten Übernahme? Seht ihr Chancen oder Risiken für die deutschen Elektronikmärkte? Teilt eure Einschätzung in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
JD.com greift nach MediaMarkt und Saturn
Der chinesische E-Commerce-Gigant JD.com hat ein konkretes Übernahmeangebot für die MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy vorgelegt. Das Unternehmen bietet den Aktionären 4,60 Euro je Stammaktie in bar, was einer Gesamtbewertung von 2,2 Milliarden Euro entspricht. Die Düsseldorfer Holding und der chinesische Konzern bestätigten die Pläne am Mittwochabend offiziell, so Reuters.JD.com ist mit Jahreserlösen von über 158 Milliarden Dollar (etwa 137 Milliarden Euro) Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz und rangiert auf Platz 47 der Fortune Global 500. Als zweitgrößte Consumer-E-Commerce-Plattform Chinas hält das Unternehmen einen Marktanteil von 20,1 Prozent. Das 1998 von Liu Qiangdong gegründete Unternehmen startete als kleiner Elektronikladen in Peking und entwickelte sich zu einem der größten Online-Händler.
Mit der Übernahme verschafft sich JD.com Zugang zu einem der größten Online-Shops für Elektronikartikel in Europa und einem Netz von etwa 1000 Märkten in mehreren europäischen Ländern. Ceconomy erzielte mit rund 50.000 Beschäftigten zuletzt einen Jahresumsatz von 22,4 Milliarden Euro, davon 5,1 Milliarden Euro über die Online-Kanäle.
Die Geschichte von MediaMarkt und Saturn reicht bis in die 1970er Jahre zurück. MediaMarkt wurde 1979 von den Brüdern Erich und Walter Kellerhals sowie Leopold Stiefel in München gegründet. Saturn entstand bereits 1961 in Köln und wurde später Teil der Metro-Gruppe, bevor beide Ketten unter dem Dach von Ceconomy vereint wurden. Heute betreibt das Unternehmen Märkte in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Italien, Polen, Ungarn, der Türkei und der Schweiz.
"Über die Partnerschaft haben wir Zugriff auf Technologien, auf weltweit führendes Einzelhandelswissen und auf Lieferketten, die weltweit ihresgleichen suchen."
Aktionäre bereits an Bord
JD.com hat sich bereits eine Mehrheit gesichert: Die Gründerfamilie Kellerhals, größter Einzelaktionär mit knapp 30 Prozent, verkauft 3,81 Prozent ihrer Anteile und bleibt mit rund 25,35 Prozent investiert. Die Aktionäre Haniel, Beisheim, BC Equities und Freenet wollen ihre gemeinsam 27,9 Prozent der Anteile vollständig an JD.com veräußern. Damit kontrollieren die Chinesen nach eigenen Angaben bereits 57,1 Prozent der Anteile.Die operative Unabhängigkeit von Ceconomy soll gewahrt bleiben. JD.com strebt keine Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvereinbarung an. Für drei Jahre ab Abschluss der Transaktion sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Der Deal soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden.
Die Übernahme erfolgt zu einem schwierigen Zeitpunkt für den stationären Elektronikhandel. MediaMarkt und Saturn kämpfen seit Jahren mit rückläufigen Umsätzen und der Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon. Die Corona-Pandemie verstärkte den Trend zum Online-Shopping zusätzlich. Gleichzeitig führen längere Produktzyklen bei Smartphones und anderen Elektronikgeräten zu weniger häufigen Käufen der Verbraucher.
Was haltet ihr von der geplanten Übernahme? Seht ihr Chancen oder Risiken für die deutschen Elektronikmärkte? Teilt eure Einschätzung in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- JD.com bietet 4,60 Euro je Aktie für Ceconomy mit einer Bewertung von 2,2 Mrd
- Der chinesische E-Commerce-Riese sichert sich Zugang zu 1000 Märkten in Europa
- Mit 57,1 Prozent der Anteile hat JD.com bereits die Mehrheit an Ceconomy
- Die Gründerfamilie Kellerhals verkauft nur einen Teil und behält 25,35 Prozent
- Ceconomy soll operativ unabhängig bleiben, Kündigungen sind drei Jahre lang ausgeschlossen
- Der Deal soll im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden
- MediaMarkt und Saturn kämpfen mit rückläufigen Umsätzen und Online-Konkurrenz
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