SMS-of-Death-Exploit bringt Android-Smartphones zum Absturz
Eine unsichtbare Nachricht legt Android-Smartphones lahm und unterbricht sogar Notrufe. Wie lässt sich das Gerät aus der Neustart-Schleife befreien, ohne alle Daten zu verlieren? Der Weg führt über den Computer und eine spezielle Kommandozeile.
Nach etwa 90 Sekunden fordert ein Rettungsmechanismus zum Zurücksetzen des Systems auf. Betroffene sollten im Wiederherstellungsmenü keinesfalls "Wipe data" auswählen, um Datenverlust zu vermeiden. Die Schwachstelle liegt im veralteten WAP-Push-System, über das Mobilfunkanbieter etwa Netzbetreiber-Einstellungen auf Geräte übertragen.
Bei der Verarbeitung wandelt Android einen Längenwert fälschlicherweise in eine negative Zahl um. Der Versuch, damit einen Speicherbereich anzulegen, lässt den Telefoniedienst abstürzen. Da Netzbetreiber unbestätigte Nachrichten erneut zustellen, wiederholt sich der Fehler. In Tests verursachte eine einzige SMS bis zu einer Woche lang Ausfälle. Laut dem Forscher können etwa 20 solcher Nachrichten ein Smartphone für längere Zeit unbrauchbar machen.
Dazu müssen Nutzer das Smartphone an einen Computer anschließen und das Entwicklerwerkzeug Android Debug Bridge verwenden. Über die Kommandozeile lassen sich die fehlerhaften Nachrichten im kurzen Zeitfenster nach einem Neustart aus der Warteschlange löschen. Andernfalls bleibt das Gerät praktisch gesperrt.
Der Forscher verweist auch auf mögliche regulatorische Folgen in Australien. Dort müssen Mobilfunkanbieter Geräte sperren, die den Notruf nicht zuverlässig erreichen können. Ein Angreifer könnte demnach aus der Ferne bewirken, dass ein Provider ein betroffenes Smartphone nach 28 Tagen vom Netz trennt. Google stuft die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-58882 als kritisch ein und entwickelte bereits im Juni intern eine Fehlerbehebung.
Besitzt ihr ein älteres Android-Smartphone und sorgt euch wegen der Schwachstelle? Habt ihr das aktuelle Update bereits erhalten? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Unsichtbare manipulierte SMS können Android-Geräte komplett lahmlegen
- Die Schwachstelle im alten WAP-Push-System führt zu Neustart-Schleifen
- Ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen verhindert neue Abstürze nicht
- Per Android Debug Bridge lassen sich die fehlerhaften Nachrichten löschen
- Sicherheitsupdates stehen offiziell nur für Android 14 bis 17 bereit
- Geräte mit Android 12 oder 13 bleiben ohne Patches der Hersteller ungeschützt
Gefahr durch unsichtbare Nachricht
Eine für Nutzer unsichtbare Kurznachricht kann Android-Smartphones unbrauchbar machen. Die manipulierte Nachricht lässt den Telefoniedienst abstürzen und unterbricht laufende Gespräche, auch Notrufe. Sie kann zudem eine Neustart-Schleife auslösen.Nach etwa 90 Sekunden fordert ein Rettungsmechanismus zum Zurücksetzen des Systems auf. Betroffene sollten im Wiederherstellungsmenü keinesfalls "Wipe data" auswählen, um Datenverlust zu vermeiden. Die Schwachstelle liegt im veralteten WAP-Push-System, über das Mobilfunkanbieter etwa Netzbetreiber-Einstellungen auf Geräte übertragen.
Bei der Verarbeitung wandelt Android einen Längenwert fälschlicherweise in eine negative Zahl um. Der Versuch, damit einen Speicherbereich anzulegen, lässt den Telefoniedienst abstürzen. Da Netzbetreiber unbestätigte Nachrichten erneut zustellen, wiederholt sich der Fehler. In Tests verursachte eine einzige SMS bis zu einer Woche lang Ausfälle. Laut dem Forscher können etwa 20 solcher Nachrichten ein Smartphone für längere Zeit unbrauchbar machen.
So gelingt die Geräterettung
Auf der Projektseite SMS of Death beschreibt der Entdecker einen Ausweg aus der Neustart-Schleife ohne Datenverlust.Dazu müssen Nutzer das Smartphone an einen Computer anschließen und das Entwicklerwerkzeug Android Debug Bridge verwenden. Über die Kommandozeile lassen sich die fehlerhaften Nachrichten im kurzen Zeitfenster nach einem Neustart aus der Warteschlange löschen. Andernfalls bleibt das Gerät praktisch gesperrt.
Der Forscher verweist auch auf mögliche regulatorische Folgen in Australien. Dort müssen Mobilfunkanbieter Geräte sperren, die den Notruf nicht zuverlässig erreichen können. Ein Angreifer könnte demnach aus der Ferne bewirken, dass ein Provider ein betroffenes Smartphone nach 28 Tagen vom Netz trennt. Google stuft die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-58882 als kritisch ein und entwickelte bereits im Juni intern eine Fehlerbehebung.
Die Sicherheitslücke "Use after free" in Microsoft Edge (Chromium-basiert) ermöglicht es einem unbefugten Angreifer, Code über ein Netzwerk auszuführen.
Ältere Geräte bleiben ungeschützt
Ein im Oktober veröffentlichter Patch für Android 14 bis 17 fängt den Fehler ab und löscht manipulierte Nachrichten automatisch. Android 12 und 13 erhalten keinen offiziellen Support mehr. Dort bleibt die Schwachstelle voraussichtlich bestehen, sofern die Hersteller keine eigenen Korrekturen bereitstellen. Nutzer neuerer Versionen sollten in den Systemeinstellungen umgehend prüfen, ob ein Sicherheitsupdate verfügbar ist.Besitzt ihr ein älteres Android-Smartphone und sorgt euch wegen der Schwachstelle? Habt ihr das aktuelle Update bereits erhalten? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!
Was tun bei der Neustart-Schleife?
Schließt das Smartphone an einen Computer an und nutzt das Entwicklertool Android Debug Bridge (ADB). In dem kurzen Zeitfenster nach einem Neustart müsst ihr die fehlerhaften SMS manuell löschen. Das geschieht über die Kommandozeile in der Warteschlange (content://sms/raw).
Wählt in der Wiederherstellungsaufforderung auf dem Handy keinesfalls "Wipe data" aus. Das löscht alle eure Daten unwiderruflich. Einem Bericht zufolge empfiehlt es sich, für die Rettung über den PC professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wählt in der Wiederherstellungsaufforderung auf dem Handy keinesfalls "Wipe data" aus. Das löscht alle eure Daten unwiderruflich. Einem Bericht zufolge empfiehlt es sich, für die Rettung über den PC professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Hilft ein Zurücksetzen des Handys?
Nicht unbedingt. Ein Zurücksetzen ("Wipe data") löscht zwar all eure Daten, bietet aber nicht zwingend dauerhaften Schutz. Da die bösartige Nachricht vom Telefon nicht bestätigt wird, stellen die Mobilfunknetzbetreiber sie erneut zu.
Kommt die SMS nach dem Reset erneut an, stürzt das Gerät sofort wieder ab. In Tests des Sicherheitsforschers Mark Blaszczyk führte eine einzige Nachricht durch dieses wiederholte Senden bis zu einer Woche lang zu Ausfällen.
Kommt die SMS nach dem Reset erneut an, stürzt das Gerät sofort wieder ab. In Tests des Sicherheitsforschers Mark Blaszczyk führte eine einzige Nachricht durch dieses wiederholte Senden bis zu einer Woche lang zu Ausfällen.
Wie installiere ich das Update?
Öffnet die Systemeinstellungen eures Smartphones. Sucht dort meist unter "System/Softwareupdates" oder ähnlich nach neuen Aktualisierungen. Ihr seid geschützt, sobald der Sicherheitspatch von Oktober 2026 oder neuer installiert ist.
Das Update steht für die Versionen Android 14 bis 17 bereit. Wer kein Google-Pixel-Gerät besitzt, muss oft länger warten. Die Gerätehersteller liefern den Patch für ihre Modelle erst nach und nach aus.
Das Update steht für die Versionen Android 14 bis 17 bereit. Wer kein Google-Pixel-Gerät besitzt, muss oft länger warten. Die Gerätehersteller liefern den Patch für ihre Modelle erst nach und nach aus.
Woran erkenne ich den Angriff vorab?
Der Angriff bleibt für euch völlig unsichtbar. Ihr erhaltet keine Benachrichtigung über die schädliche WAP-Push-SMS. Die Nachricht taucht nie im Posteingang eurer SMS-App auf. Zudem bekommt ihr die Telefonnummer des Angreifers nicht zu sehen.
Das Smartphone stürzt ohne Vorwarnung ab und unterbricht laufende Telefonate. Dabei verliert das Gerät für ein bis zwei Sekunden die Mobilfunkverbindung, bevor der Telefondienst neu startet.
Das Smartphone stürzt ohne Vorwarnung ab und unterbricht laufende Telefonate. Dabei verliert das Gerät für ein bis zwei Sekunden die Mobilfunkverbindung, bevor der Telefondienst neu startet.
Wie behebt der Patch den Fehler?
Die aktualisierte Software fängt den Fehler bei der Verarbeitung der SMS ab. Sie blockiert die fehlerhafte Längenangabe der Nachricht also nicht im Vorfeld. Anschließend löscht das System die problematische Kurznachricht automatisch aus dem Speicher.
Das verhindert erneute Abstürze bei einem Neustart des Smartphones. Auch eine erneute Zustellung der Nachricht durch den Netzbetreiber bleibt durch dieses Vorgehen wirkungslos.
Das verhindert erneute Abstürze bei einem Neustart des Smartphones. Auch eine erneute Zustellung der Nachricht durch den Netzbetreiber bleibt durch dieses Vorgehen wirkungslos.
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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