Noch teurer, noch knapper:
RAM-Krise soll 2027 schlimmer werden

Wer den PC aufrüsten will, muss tiefer in die Tasche greifen: Wegen des KI-Hypes ist herkömmlicher RAM bekanntlich Mangelware. Prog­nosen warnen vor drastischen Engpässen und steigenden Preisen für Endkunden. Eine Entspannung ist erst ab 2029 in Sicht.
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WinFuture/KI-generiert
  • Verbraucher müssen ab 2027 mit deutlich teurerem PC-Arbeitsspeicher rechnen
  • Hersteller verlagern ihre Kapazitäten massiv auf KI-fähigen HBM-Speicher
  • Großkunden binden bei Samsung bereits über 70 Prozent der PC-RAM-Produktion
  • TrendForce sieht eine anhaltende Verknappung von DRAM für den Einzelhandel
  • Eine spürbare Entspannung der Marktlage wird erst für das Jahr 2029 erwartet
  • Aufgeschobene Systemaufrüstungen drohen die Nachfrage zusätzlich zu treiben

KI-Boom verknappt PC-Speicher

Die Verfügbarkeit von Arbeitsspeicher für PCs soll im Jahr 2027 abnehmen, sodass Verbraucher mit weiter steigenden Preisen rechnen müssen. Die großen Speicherhersteller verlagern ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf High Bandwidth Memory, der für KI-Beschleuniger und Rechenzentren benötigt wird. Dadurch dürfte das Angebot an regulärem DRAM auf dem Markt schrumpfen.

Besonders für PC-Bastler, die ihre Systeme selbst zusammenstellen oder aufrüsten möchten, könnte sich die Lage verschärfen. Große Computerhersteller sichern sich ihre benötigten Kontingente über langfristige Verträge. Dadurch bleibt für Anbieter von Speichermodulen im Einzelhandel nur noch ein begrenzter Rest der weltweiten Produktion übrig, um den sie konkurrieren müssen.


Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce (via PCGH) dürfte sich das Angebot für Endkunden im Jahr 2027 weiter verknappen. Bei Samsung sind Berichten zufolge bereits mehr als 70 Prozent der Produktion von PC-Ar­beits­spei­cher durch feste Vereinbarungen mit Großkunden gebunden. Da HBM-Speicher pro nutzbarem Gigabyte mehr Waferfläche beansprucht als herkömmlicher DDR-Speicher, sinkt der Gesamtoutput der Fabriken.

Bereits im September hatte der taiwanische Speicheranbieter Team Group davor gewarnt, dass die Verfügbarkeit von Arbeitsspeicher in der ersten Hälfte des Jahres 2027 ein historisches Tief erreichen dürfte.

Kaum Entspannung vor 2029

Obwohl das absolute Angebot laut Micron zuletzt um 25 Prozent gewachsen ist, reicht das nicht aus, um die Nachfrage der KI-Infrastruktur zu decken. KI-Systeme konkurrieren direkt mit Standardspeichern: Server erfordern DDR5, KI-Workstations nutzen Grafikspeicher und kompakte KI-PCs greifen auf LPDDR zurück, der auch in Laptops steckt.

Weitere Produktionssteigerungen dürften begrenzt bleiben, bis ab dem Jahr 2029 neue Werke und Erweiterungen bestehender Fabriken in Betrieb gehen.

Aufgeschobene Käufe als Risiko

Bereits zu Beginn des vierten Quartals verzeichneten einige Systemintegratoren einen Preisanstieg von rund 15 Prozent bei Arbeitsspeicher. TrendForce hatte zuvor für das Jahresende einen Anstieg um 15 bis 20 Prozent prognostiziert.

Ein zusätzliches Problem stellt künftig die aufgestaute Nachfrage dar. Unternehmen, die Aufrüstungen aufgrund der hohen Preise aufschieben, müssen ihre Systeme irgendwann ersetzen oder erweitern. Aufgeschobene Käufe könnten in den Jahren 2027 und 2028 zu einer höheren Nachfrage führen, die auf ein weiterhin begrenztes Angebot trifft.

Werdet ihr angesichts dieser Prognosen den Kauf von neuem Arbeitsspeicher vorziehen oder wartet ihr lieber ab? Teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit! Siehe auch:
Stefan Trunzik

Leitender Redakteur bei WinFuture.de

IT-Journalist seit 2003, der Hardware, Spiele und Gadgets selbst im Alltag testet. Sein Fokus liegt auf Kaufberatung und Verbraucherthemen.

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