So wird die RAM-Krise die Klasse der Mittelklasse-Phones verändern
Neue Smartphones werden immer besser, doch der globale KI-Boom verknappt den Speicher massiv. Mittelklasse-Käufer müssen bald sichtbare Rückschritte bei RAM und Displays hinnehmen. Im Gegenzug dürfte die Speicherkarte ihr Comeback feiern.
Die Serverfarmen für Künstliche Intelligenz benötigen enorme Mengen an speziell entwickeltem High-Bandwidth-Memory. Die großen Halbleiterhersteller richten ihre Produktionslinien zunehmend auf diese renditestarken Chips aus. Dadurch fehlen Kapazitäten für die Fertigung von herkömmlichen LPDDR-Modulen, die in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Diese künstliche Verknappung zwingt Smartphone-Produzenten zu harten Einsparungen, da der Speicher traditionell einer der teuersten Posten auf der Stückliste ist.
Statt der zuletzt oft üblichen zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher könnten künftig wieder acht Gigabyte zum Standard in der Preisklasse bis 450 Dollar (etwa 390 Euro) werden. Auch bei den Gehäusematerialien deutet sich ein Rückschritt an. Hochwertige Metallrahmen sollen zunehmend dem günstigeren Polycarbonat weichen. Selbst bei den Displays droht teilweise eine Rückkehr zu Panels mit 90 Hz und der älteren Wassertropfen-Notch, anstatt der modernen Punch-Hole-Designs mit 120 Hz.
Früher war die Speichererweiterung ein absoluter Standard bei mobilen Endgeräten. Mit der Einführung immer größerer interner Speicherchips und dem Trend zu wasserdichten Unibody-Gehäusen strichen viele Marken den Kartenleser jedoch schrittweise aus ihren Spezifikationen. Nun zielt die Strategie darauf ab, dem Kunden trotz teurerer Bauteile einen wahrnehmbaren Mehrwert zu bieten. So soll die Kombination aus nur acht Gigabyte RAM und dafür üppigen 512 Gigabyte Festspeicher zur neuen Norm werden.
Betroffen ist vor allem das Preissegment unter 400 Euro. Hier finden sich populäre Modellreihen, bei denen die Margen für die Hersteller traditionell sehr dünn sind und jede Schwankung der Komponentenpreise direkt durchschlägt. Ein weiterer Sparpunkt betrifft die biometrische Sicherheit. Statt schneller Ultraschallsensoren dürften vermehrt optische Fingerabdruckscanner zum Einsatz kommen, die direkt unter dem Display verbaut sind.
Diese Short-Focus-Sensoren sind in der Produktion deutlich günstiger als ihre hochpreisigen Gegenstücke auf Ultraschallbasis. Sie gelten jedoch in der Praxis oft als etwas langsamer und fehleranfälliger, wenn der Finger nass oder verschmutzt ist.
Wie seht ihr die Entwicklung bei den Smartphones? Wäre ein microSD-Slot für euch ein Grund, auf etwas Arbeitsspeicher zu verzichten, oder stört euch der Rückschritt? Diskutiert in den Kommentaren!
Siehe auch:
KI-Boom treibt Hardwarepreise in die Höhe
Wer in diesem Jahr ein neues Smartphone der gehobenen Mittelklasse kaufen möchte, muss sich womöglich auf unerwartete Kompromisse einstellen. Der massive Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sorgt bekanntlich weltweit für eine Verknappung von Speicherbausteinen. Das treibt die Preise für klassischen RAM und Flash-Speicher drastisch nach oben. Um die Verkaufspreise stabil zu halten, greifen die Hersteller nun wohl deutlich in die Hardwareausstattung ein.Die Serverfarmen für Künstliche Intelligenz benötigen enorme Mengen an speziell entwickeltem High-Bandwidth-Memory. Die großen Halbleiterhersteller richten ihre Produktionslinien zunehmend auf diese renditestarken Chips aus. Dadurch fehlen Kapazitäten für die Fertigung von herkömmlichen LPDDR-Modulen, die in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Diese künstliche Verknappung zwingt Smartphone-Produzenten zu harten Einsparungen, da der Speicher traditionell einer der teuersten Posten auf der Stückliste ist.
Statt der zuletzt oft üblichen zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher könnten künftig wieder acht Gigabyte zum Standard in der Preisklasse bis 450 Dollar (etwa 390 Euro) werden. Auch bei den Gehäusematerialien deutet sich ein Rückschritt an. Hochwertige Metallrahmen sollen zunehmend dem günstigeren Polycarbonat weichen. Selbst bei den Displays droht teilweise eine Rückkehr zu Panels mit 90 Hz und der älteren Wassertropfen-Notch, anstatt der modernen Punch-Hole-Designs mit 120 Hz.
Comeback der Speicherkarte als Ausgleich
Wie Android Authority unter Berufung auf den bekannten Leaker Digital Chat Station berichtet, hat die Sparmaßnahme jedoch einen positiven Nebeneffekt. Um den geringeren Arbeitsspeicher zu kompensieren, planen viele Hersteller offenbar die Rückkehr des Hybrid-SIM-Slots. Das würde Käufern erlauben, den internen Speicher wieder kostengünstig via MicroSD-Karte zu erweitern. Das Feature war in den letzten Jahren in diesem Segment fast vollständig ausgestorben.Früher war die Speichererweiterung ein absoluter Standard bei mobilen Endgeräten. Mit der Einführung immer größerer interner Speicherchips und dem Trend zu wasserdichten Unibody-Gehäusen strichen viele Marken den Kartenleser jedoch schrittweise aus ihren Spezifikationen. Nun zielt die Strategie darauf ab, dem Kunden trotz teurerer Bauteile einen wahrnehmbaren Mehrwert zu bieten. So soll die Kombination aus nur acht Gigabyte RAM und dafür üppigen 512 Gigabyte Festspeicher zur neuen Norm werden.
Betroffen ist vor allem das Preissegment unter 400 Euro. Hier finden sich populäre Modellreihen, bei denen die Margen für die Hersteller traditionell sehr dünn sind und jede Schwankung der Komponentenpreise direkt durchschlägt. Ein weiterer Sparpunkt betrifft die biometrische Sicherheit. Statt schneller Ultraschallsensoren dürften vermehrt optische Fingerabdruckscanner zum Einsatz kommen, die direkt unter dem Display verbaut sind.
Diese Short-Focus-Sensoren sind in der Produktion deutlich günstiger als ihre hochpreisigen Gegenstücke auf Ultraschallbasis. Sie gelten jedoch in der Praxis oft als etwas langsamer und fehleranfälliger, wenn der Finger nass oder verschmutzt ist.
Wie seht ihr die Entwicklung bei den Smartphones? Wäre ein microSD-Slot für euch ein Grund, auf etwas Arbeitsspeicher zu verzichten, oder stört euch der Rückschritt? Diskutiert in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- KI-Boom verknappt Speicherbausteine und treibt RAM-Preise nach oben
- Mittelklasse-Phones könnten künftig nur noch acht Gigabyte RAM bieten
- Hersteller sparen bei Gehäusen, Displays und biometrischen Sensoren
- Der Hybrid-SIM-Slot mit microSD-Karte feiert ein überraschendes Comeback
- Rechenzentren für KI beanspruchen Kapazitäten der Halbleiterproduktion
- Besonders betroffen ist das beliebte Preissegment unter 400 Euro
- Optische Fingerabdruckscanner ersetzen teurere Ultraschallsensoren
Siehe auch:
- Speicherkrise: Mischbestückung mit DDR4 & DDR5 auf neuen Mainboards
- PC-Hersteller in der Krise: MSI kündigt Preiserhöhungen von 15-30% an
- Samsung: Smartphone-Sparte ruft wegen Speicherkrise Notstand aus
- Speicherkrise: Samsung Mittelklasse-Smartphones kosten bis 800 Euro
- Nvidia-Chef zur Speicherkrise: 'Finde es fantastisch, dass alles knapp ist'
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