Intel warnt: Roboter-Importverbot gefährdet CPU-Fertigung in den USA

Das weitreichende Verbot der Einfuhr neuer Robotersysteme aus ausländischer Fertigung in den USA könnte für Intel zu einem großen Problem werden. Der Konzern nutzt in der Halbleiter­fertigung Tausende kleine Roboter, deren Betrieb nun bedroht ist.
Intel, AGV, Muratec, Automated Guided Vehicle
Notebookcheck.com
  • Intel beantragt bei der US-Behörde FCC eine Ausnahme vom Roboter-Einfuhrverbot
  • Ohne Genehmigung drohen Probleme bei der Chipfertigung in US-Werken des Konzerns
  • Autonome Transportvehikel stammen derzeit vor allem aus Japan, Südkorea und Taiwan
  • Gleichwertige Trägerplattformen sind aus den USA aktuell noch nicht verfügbar
  • Die FCC untersagte auf Wunsch der Regierung den Import neuer Robotersysteme
  • Auch andere Chipkonzerne wie TSMC und Samsung würden von einer Ausnahme profitieren

Intels kleine Helferlein in Gefahr

Intel hat bei der US-Kommunikationsaufsicht FCC eine Petition eingereicht, um eine Ausnahmeregelung zu erwirken, durch die der weitere Betrieb zahlreicher kleiner, automatisierter Transport-Roboter in seinen amerikanischen Halbleiterwerken sichergestellt werden kann. Erhält man die Genehmigung nicht, könnte die Chipfertigung ins Stocken geraten, so der Konzern.

Der CPU-Hersteller versucht nach eigenen Angaben mit seinem FCC-Antrag, den Zugang zu "Nischengeräten" zu sichern, die bisher nur von nicht-amerikanischen Herstellern aus Japan, Südkorea und Taiwan geliefert werden können. Es geht laut Bloomberg um die inzwischen oft mit einer zentral durch KI-gesteuerten Navigation versehenen Trägerplattformen, mit denen in Halbleiterwerken die Wafer und andere Produkte von einer Anlage zur nächsten verfrachtet werden, um sie bearbeiten zu lassen.

AGVs nicht aus US-Fertigung verfügbar

Diese sogenannten "Automated Guided Vehicles" (AGV) wären laut Intel ebenfalls von dem durch die FCC erlassenen Einfuhrverbot gegen ausländische Roboter betroffen, sind aber bisher nicht in ähnlich leistungsfähiger Form von US-Herstellern erhältlich. Der Aufbau einer entsprechenden Fertigung würde mehrere Jahre brauchen, während deren Verfügbarkeit für die Aufrechterhaltung der Fertigung von Halbleiterprodukten in den USA essenziell sei, hieß es weiter.

Die FCC soll nun mit einer Ausnahmegenehmigung sicherstellen, dass Intel und andere Halbleiterhersteller die AGVs auch weiterhin von nicht-amerikanischen Partnern erhalten können. Die Petition soll außerdem die Verfügbarkeit von zur Wartung benötigten Teilen und Softwareprodukten sichern, so der Konzern. Neben Intel dürften auch andere in den USA aktive Halbleiterproduzenten von einer solchen Ausnahmeregelung für AGVs profitieren, darunter TSMC, Samsung, GlobalFoundries, Micron und Texas Instruments.

Die FCC hat auf Verlangen der aktuellen US-Regierung unter anderem die Einfuhr von neuen Robotersystemen aus ausländischer Fertigung unterbunden, wobei davon zunächst nur Modelle betroffen sind, die bisher noch keine Zulassung für den US-Markt haben. Dies gilt neben AGVs auch für Rasenmäherroboter und andere Produkte für den Endkundenmarkt.

Siehe auch:
Roland Quandt

Redakteur für Smartphones & Leaks

Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

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