Falsche Liebe: Mann reist 2000 Kilometer zu KI-generierter Frau

Ein 49-jähriger Brasilianer hat seinen gesamten Besitz verkauft und ist mehr als 2000 Kilometer gereist, um seine Traumfrau zu treffen. Am Zielort folgte die bittere Erkenntnis: Die angebliche Partnerin existiert nicht, sondern ist eine KI-generierte Figur.
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  • Ein Maurer aus Brasilien reiste über 2000 Kilometer für eine Online-Liebe
  • Für die weite Anreise nach Belo Horizonte verkaufte er seinen Besitz
  • Die angebliche Traumfrau erwies sich jedoch als rein künstliche Figur
  • Das gefälschte TikTok-Profil diente nur dem Verkauf in einem Onlineshop
  • Ohne finanzielle Mittel erhielt der gestrandete Mann Hilfe im Rathaus
  • Bereits drei Männer reisten binnen sechs Monaten zu dieser Kunstfigur

Reise zur virtuellen Traumfrau

Ein 49-jähriger Maurer aus dem brasilianischen Bundesstaat Maranhao hat im Oktober eine Reise von mehr als 2000 Kilometern angetreten, um eine vermeintliche Partnerin in der Metropole Belo Horizonte zu treffen und zu heiraten. Die Frau hatte online versprochen, ihn auf ihrer Farm aufzunehmen und finanziell abzusichern. Vor Ort musste der Handwerker jedoch feststellen, dass er einer computergenerierten Kunstfigur aufgesessen war.

Der Mann fühlte sich nach dem Tod seiner Mutter einsam und stieß bereits 2020 auf den Account, aus dem er neue Hoffnung auf eine Lebensgefährtin schöpfte. Das Profil mit dem Namen Jessica Fazendeira verzeichnete über 300.000 Follower auf TikTok und zeigte das idyllische Landleben einer attraktiven Frau, die gezielt Männer einlud. Um die mehr als 36-stündige Busfahrt zu finanzieren, verkaufte der Brasilianer am 9. Oktober seinen gesamten Besitz.

Am Zielort zeigte er Passanten auf der Straße ausgedruckte Fotos, wie die Daily Mail berichtet. Niemand erkannte die Frau. Ein lokaler Radiosender klärte den Mann auf, dass die Frau nicht existiere und das Profil gefälscht sei. Später erfuhr er, dass es sich um eine KI-generierte Figur handelte. Die Person hinter dem Account erklärte in einem Video, die Figur diene lediglich der Reichweitengenerierung für Verkäufe im TikTok-Shop. Einen direkten Kontakt mit dem Brasilianer wies der Betreiber zurück.

Gestrandet ohne finanzielle Mittel

Nachdem er sein Geld für die Reise ausgegeben hatte, war der Mann in der Großstadt auf sich allein gestellt und suchte Hilfe beim Rathaus. Der städtische Hilfsdienst für Migranten unterstützte den Enttäuschten schließlich. Die Mitarbeiter versorgten den Gestrandeten mit Essen, ermöglichten ihm das Duschen und klärten ihn über die Gefahren von Online-Betrug auf.

Mit einem von den Behörden gestellten Busticket verließ er die Stadt am 13. Oktober in Richtung seines Geburtsstaates Tocantins. Dennoch will er die Hoffnung nicht aufgeben und plant, eines Tages nach Belo Horizonte zurückzukehren. Der Vorfall ist keine Ausnahme: Laut Daily Mail war das bereits der dritte Fall innerhalb von sechs Monaten, bei dem ein Mann in die Stadt reiste, um eine KI-Frau zu treffen.

Habt ihr schon einmal erlebt, dass Bekannte auf gut gemachte KI-Profile hereingefallen sind? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema gerne mit uns in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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