Alle wollen schnelles Internet, aber nicht unbedingt Glasfaser

Technischer Aufwand, Ausbauprobleme und unklare Kosten: Der Wechsel auf einen Glasfaseranschluss schreckt viele Nutzer ab. Während Provider mit hohen Geschwindigkeiten werben, gibt es immer noch viele Vorbehalte gegen Glasfaser-Technik und -Anbieter.
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  • Rund 20 Prozent der Nutzer ohne Glasfaser schließen Umstieg gänzlich aus
  • Zufriedenheit mit dem bisherigen Anschluss bremst viele Wechselwillige aus
  • Hoher technischer Aufwand und Probleme beim Ausbau schrecken Kunden oft ab
  • Verbraucher fordern laut einer Verivox-Umfrage vor allem faire Monatspreise
  • Fast ein Viertel besitzt Glasfaser im Haus, nutzt die Technik jedoch nicht
  • Kunden wünschen sich verlässliche Termine sowie eine Online-Garantie beim Umstieg

Nutzer scheuen Glasfaser-Wechsel

Rund 20 Prozent der Internetnutzer ohne Glasfaser schließen einen Wechsel zu dieser Anschlusstechnik aus. Ein weiteres Drittel ist unentschlossen. Von den wechselunwilligen DSL- und Kabelkunden sind 76 Prozent mit ihrem bisherigen Anschluss zufrieden. Beworbene Vorteile wie hohe Bandbreiten und Zuverlässigkeit überzeugen oft nicht, wenn die bestehende Leitung den Bedarf im Alltag deckt.

27 Prozent der wechselunwilligen Kunden scheuen den technischen Aufwand. 19 Prozent lassen sich von Berichten über Ausbauprobleme abschrecken. Fehlende Handwerkskapazitäten und eine schlechte Organisation beim Anschluss sorgen immer wieder für Unmut bei Hauseigentümern.


Eine repräsentative Umfrage von Verivox unter 2030 Personen zeigt, dass sich die Prioritäten vieler Kunden nicht mit der Vermarktung der Anschlüsse decken. Telekommunikationsunternehmen werben vor allem mit hohen Geschwindigkeiten, Verbraucher setzen andere Schwerpunkte.

Für 57 Prozent stehen faire und verständliche Preise an erster Stelle. Laut Verivox sind Glasfasertarife für Neukunden bei besserer Leistung oft günstiger als DSL. Bei der Telekom kostet der günstigste Glasfasertarif allerdings knapp 50 Euro und damit mehr als DSL-Tarife für 40 oder 45 Euro.

Fehlende Wechselanreize

Die unterschiedlichen Schwerpunkte von Anbietern und Kunden tragen zu einer geringen Auslastung in vielen Ausbaugebieten bei. 22 Prozent der Befragten haben bereits Glasfaser im Haus, nutzen den Anschluss aber nicht. 17 Prozent wissen nicht, ob die Technik an ihrem Wohnort verfügbar ist.

Knapp ein Viertel hat sich bislang nicht über Tarife informiert und plant dies auch nicht. Selbst bei einem laufenden Ausbau am Wohnort würden 41 Prozent der DSL- und Kabelkunden nicht wechseln. Infografik Breitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen InternetBreitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen Internet Technische Unterstützung ist ein wichtiger Anreiz, um Bedenken auszuräumen. Die Befragten nennen folgende Wünsche an die Anbieter:

  • 39 Prozent fordern eine durchgehende Online-Garantie bis zur Tarifschaltung.
  • 32 Prozent möchten einen verlässlichen Wechseltermin.
  • 27 Prozent wünschen Beratung zu den technischen Voraussetzungen.
  • 20 Prozent halten eine stets verfügbare Hotline mit geschulten Beratern für hilfreich.

Politik und Wettbewerb gefragt

Für den Umstieg von Kupfer- auf Glasfasernetze sieht Verivox auch die Politik in der Pflicht. Kabel zu verlegen reiche ohne einen Wettbewerb um Leistungen nicht aus. Das Portal begrüßt die jüngsten Eckpunkte der Bundesnetzagentur zu Open-Access-Entgelten und fordert einen offenen Wettbewerb mit mehreren Tarifanbietern an einer Adresse.

Nutzt ihr bereits Glasfaser oder reicht euch die bisherige Leitung? Welche Erfahrungen habt ihr beim Ausbau gemacht? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Großer Internet-Vergleichs-Rechner
Nadine Juliana Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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