Ex-Valve-Autor über Epic-Chef:
"Der kleine Tim ist besessen von Gabe"

Epic Games hat eine neue Version seines Launchers angekündigt, die mithilfe von KI erstellt wurde. Anstatt Begeisterung erntet das Unternehmen scharfe Kritik. Ein ehemaliger Valve-Autor wirft dem Epic-Chef eine Obsession mit Valve-Mitbegründer Gabe Newell vor.
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WinFuture/KI-generiert
  • Epic Games kündigt eine Neufassung seines Stores mittels Vibe-Coding an
  • Der Entwickler vergleicht die neue Anwendung mit einem schnellen Boot
  • Ex-Valve-Autor Chet Faliszek sieht darin eine Spitze gegen Gabe Newell
  • Tim Sweeney spottete schon früher über die Jachten des Chefs von Valve
  • Faliszek kritisiert das Fehlen grundlegender Funktionen bei dem Launcher
  • Der Store wirkt auf viele Nutzer weiterhin steril und ohne Community

Seitenhieb auf Steam-Chef

Epic Games hat kürzlich eine Überarbeitung seines Launchers für den hauseigenen Store angekündigt. Das Unternehmen erklärte, dass "Programmieren schwer" sei und man die Software stattdessen mithilfe generativer Künstlicher Intelligenz durch Vibe-Coding erstellt habe. Diese erste Version sei noch arm an Funktionen und gleiche eher einem Schnellboot als einer Jacht, so Epic selbst, doch diese Wortwahl stößt bei einigen Spielern und Entwicklern auf Kritik.

Chet Faliszek, ein ehemaliger Autor von Valve, der an Titeln wie Half-Life 2 und Left 4 Dead mitgearbeitet hat, äußert sich fassungslos über die Kommunikation. Er interpretiert den Jacht-Vergleich als gezielten Angriff auf Valve-Mitbegründer Gabe Newell und dessen Jacht-Sammlung. "Der kleine Tim ist so besessen von Gabe", dass er unbedingt einen billigen Seitenhieb unterbringen müsse, meint Faliszek.

Wir befinden uns im zweiten Absatz ihrer Ankündigung, und der kleine Tim ist so besessen von Gabe, dass er unbedingt versuchen muss, Gabe einen billigen Seitenhieb zu versetzen.
Chet Faliszek
Die Anspielung ist laut dem Ex-Valve-Autor in einem Video kein Zufall, da Epic-CEO Tim Sweeney in der Vergangenheit wiederholt über Newells Jachten gesprochen habe. Sweeney hatte zuvor Lieferengpässe bei Megajachten für die gestiegenen Preise des Handheld-PCs Steam Deck verantwortlich gemacht. Faliszek merkt an, dass viele fähige Kommunikationsleute, die er bei Epic Games kannte, nicht mehr dort seien. Er witzelt, sie seien gegangen, weil der kleine Timmy so häufig auf Seitenhiebe gegen Newell bestehe.

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Kritik an steriler Plattform

Abseits der persönlichen Sticheleien bemängelt Faliszek den neuen Launcher auf technischer Ebene. Dass die Anwendung nun schneller lade und eine neue Optik besitze, sei kein echter Grund zur Freude, wenn gleichzeitig grundlegende Funktionen fehlen. Während Valve mit Steam laut Newell eine Art Massively Multiplayer Online Game erschaffen habe, in dem Spieler sich ausdrücken und aufleveln können, wirke der Store von Epic Games weiterhin steril.

Laut Faliszek fehle dem Epic Games Store ein klares Ziel. Die Ankündigung werbe zwar mit Download-Überwachung, schnellerer Spielesuche und Anpassungsmöglichkeiten, drehe sich aber um nichts in Sachen Community. Faliszek weist darauf hin, dass Epic Games ursprünglich in erster Linie eine Entwickler-Engine angeboten habe, an die Videospiele nur unordentlich angehängt worden seien.

Sich bei der Entwicklung nun primär auf Vibe-Coding zu konzentrieren, sei ein bizarrer Schritt, da das Nutzern, die einfach nur Videospiele spielen und sich mit anderen austauschen wollen, keinen Mehrwert biete, sagt Faliszek. Eine schnellere Ladezeit ohne vollständige Funktionen sei zudem kein wirklicher Erfolg.

Wie bewertet ihr die Strategie von Epic Games und die Kritik des ehemaligen Valve-Autors? Nutzt ihr den Launcher trotz fehlender Funktionen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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