Trump Mobile gehackt und das zeigt, wie lächerlich wenig es sind

Die Ransomware-Gruppe BYOD hat persönliche Daten von 3615 Kunden (das sind wohlgemerkt offenbar alle) von Trump Mobile im Darknet veröffentlicht. Laut BYOD gelangten sie über einen infizierten Mitarbeiter eines Partners an Namen, Adressen und Tarifdetails.
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Trump Mobile
  • Die Hackergruppe BYOD stahl persönliche Daten von Kunden bei Trump Mobile
  • Im Darknet erschienen Adressen, Rufnummern und gebuchte Mobilfunktarife
  • Unter den Betroffenen ist auch der IT-Sicherheitschef der Trump-Gruppe
  • Das Einfallstor für den Angriff war der Partnerbetrieb Liberty Mobile
  • Bereits im Mai gab es bei Trump Mobile eine Datenpanne auf der Website
  • Laut den Tätern umfasst die geleakte Datei fast alle aktiven Kunden

Datenleck im Darknet

Die neue Ransomware-Gruppierung BYOD hat einen erfolgreichen Hackerangriff auf den Mobilfunkanbieter Trump Mobile für sich reklamiert. In der vergangenen Woche veröffentlichten die Täter einen Datensatz im Darknet, der persönliche Informationen von 3615 Kunden enthält. Die betroffenen Personen nutzen oder nutzten den Mobilfunktarif oder hatten den Anmeldevorgang abgebrochen.

Zu den erbeuteten Daten gehören Vor- und Nachnamen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Wohnanschriften sowie detaillierte Bestellhistorien. Auch Informationen zu gebuchten Handytarifen sind offenbar einsehbar. Unter den Opfern befinden sich keine Mitglieder der Trump-Familie. Allerdings ist Eric Brunnett in dem Datensatz aufgeführt, er verantwortet als Chief Information Officer die IT-Sicherheit der Trump Organization, die den Markennamen für den Mobilfunkdienst lizenziert.


Einfallstor Partnernetzwerk

Die Angreifer verschafften sich den Zugang nicht direkt über die Systeme von Trump Mobile. Wie Straight Arrow News unter Berufung auf einen Vertreter von BYOD berichtet, infizierten sie einen Mitarbeiter beim Infrastruktur-Partner Liberty Mobile mit Schadsoftware. Das in Florida ansässige Unternehmen stellt als virtueller Netzbetreiber die technischen Grundlagen für das Netzwerk bereit. Die Hacker behaupten, nach dem Angriff auf Subdomains ausgewichen zu sein und nach wie vor Zugriff auf interne Dashboards zu haben.

Die Reaktion auf den Vorfall fällt nach Angaben der Täter unkooperativ aus. Trump Mobile habe auf die Information über das Datenleck mit der Aussage geantwortet, das Unternehmen verfüge über kein Team für solche Fälle und betrachte Hacker als Terroristen. Offizielle Stellungnahmen der Betreiber oder des Partnernetzwerks stehen bislang aus.

Kunden warten auf Hardware

Das aktuelle Datenleck reiht sich in eine Serie von Problemen für das Unternehmen ein. Rund 590.000 Menschen hatten eine Anzahlung von 100 Dollar (etwa 89 Euro) für das Smartphone T1 geleistet. Im Mai hatten Kunden teils bis zu elf Monate vergeblich auf das Gerät gewartet, kurz darauf begann die Auslieferung. Im selben Monat machten Sicherheitsforscher auf eine Schwachstelle auf der Website aufmerksam, durch die ebenfalls Kundendaten offen im Netz abrufbar waren.

Der aktuelle Datensatz umfasst laut den Tätern nahezu die gesamte aktive Nutzerschaft des Mobilfunktarifs. Ob eine direkte Verbindung zu der Gruppierung Endzone besteht, die im vergangenen Monat ebenfalls den Diebstahl von 4000 Kundensätzen von Trump Mobile behauptete, bleibt unklar. Ein Vertreter von BYOD bestritt eine solche Zusammenarbeit.

Wie bewertet ihr die Sicherheitsvorkehrungen bei neu gegründeten Mobilfunkanbietern? Teilt eure Meinungen und Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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