Anschlagsverdacht: Die Starlink-Bodenstation in Polen hat gebrannt

In Polen hat eine Starlink-Bodenstation gebrannt. Der Vorfall er­eignete sich am Mittwochabend in Wola Krobowska in der Woi­wod­schaft Masowien. Die Behörden gehen unter anderem dem Verdacht nach, dass es sich um einen Anschlag gehandelt haben könnte.
Weltraum, Spacex, Provider, Starlink

    Feuerwehr verhindert Schlimmeres

    Der Eigner des Grundstücks, auf dem Teile der Starlink-Infrastruktur untergebracht sind, alarmierte am späten Mittwochabend die Einsatzkräfte, berichtete der polnische Sender RMF FM. Nach dessen Angaben standen zu diesem Zeitpunkt mehrere Antennen in Flammen. Auch ein Stromgenerator wurde durch das Feuer beschädigt. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, bevor es zu einer weiteren Ausbreitung kam.

    Die Ermittler konzentrieren sich zunächst auf die Möglichkeit einer Brandstiftung. Nach Angaben RMFs könnte insbesondere ein Verteilerkasten gezielt angezündet worden sein. Gleichzeitig sei ein technischer Defekt noch nicht völlig ausgeschlossen, ein solcher wird aber als eher unwahrscheinliche Ursache gehandelt. Der genaue Grund für den Brand soll im Rahmen der weiteren Untersuchungen geklärt werden.


    Wegen der Bedeutung der Anlage wird der Vorfall von den polnischen Behörden mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt. Neben regulären Polizeikräften waren auch Einheiten der Bereitschaftspolizei sowie Beamte der Woiwodschaftspolizei vor Ort. Zudem wurden die polnische Agentur für innere Sicherheit (ABW) und das Centralne Biuro Śledcze Policji (CBŚP), eine zentrale Einheit zur Bekämpfung schwerer organisierter Kriminalität, über den Vorfall informiert.

    Versorgt ganz Osteuropa

    Die Bodenstation in Wola Krobowska ist Teil der Infrastruktur, über die das Satellitennetzwerk von SpaceX seine Internetverbindungen in der Region bereitstellt. Zusammen mit einer weiteren Bodenstation nahe Kaunas in Litauen spielt sie laut RMF eine wichtige Rolle für die Versorgung großer Teile Mittel- und Osteuropas mit Starlink-Zugängen. Dazu zählt auch die Ukraine, wo der Satellitendienst in der Verteidigung gegen die russische Invasion eine strategische Bedeutung hat.

    Auf dem Gelände befindet sich rund ein Dutzend weißer, kugelförmiger Antennen. Die einzelnen Anlagen haben demnach einen Durchmesser von etwa zwei Metern. Das Gelände ist von einem Metallzaun umgeben. Ob der Brand Auswirkungen auf die Starlink-Versorgung in der Region hatte, ist aus den bisher vorliegenden Angaben nicht ersichtlich.

    Zusammenfassung
    • Feuer beschädigt mehrere Antennen einer polnischen Starlink-Bodenstation
    • Die Feuerwehr konnte den Brand auf dem Areal rechtzeitig unter Kontrolle bringen
    • Ermittlungsbehörden vermuten eine gezielte Brandstiftung an Verteilerkästen
    • Polizeiliche Spezialeinheiten und der Inlandsgeheimdienst untersuchen den Fall
    • Bodenstation versorgt weite Teile Osteuropas und auch die Ukraine mit Internet
    • Mögliche Einschränkungen bei der Netzversorgung sind bisher noch nicht bekannt

    Siehe auch:
    Christian Kahle

    Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

    Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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