Machtkampf im Wohnzimmer:
EU nimmt Smart-TVs ins Visier
Smart-TVs und digitale Sprachassistenten entwickeln sich zunehmend zu mächtigen Torwächtern im Wohnzimmer. Europäische Sendergruppen sehen deshalb ihre Reichweite bedroht und fordern ein Einschreiten der EU-Kommission gegen Tech-Giganten.
Der Kern der Forderung liegt in der wachsenden Marktmacht der Betriebssysteme, die über Sichtbarkeit und Zugang zu Inhalten entscheiden. Die Sender und Medienkonzerne argumentieren, dass das Erreichen einer kritischen Größe eine Einstufung als Gatekeeper rechtfertigt. Ohne das befürchten die Unternehmen, dass Apps und Inhalte auf den Startbildschirmen der Nutzer benachteiligt oder schwerer auffindbar sein könnten.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, warnen die Sender davor, dass wenige Betreiber die Fähigkeit erlangen, Ergebnisse für Millionen von Nutzern zu steuern. Hintergrund ist eine Verschiebung der Marktanteile. Android TV steigerte seinen Anteil von 16 Prozent im Jahr 2019 auf 23 Prozent in 2024. Das Fire OS von Amazon legte von fünf auf zwölf Prozent zu. Samsungs Tizen OS hält weiterhin 24 Prozent.
Früher beschränkte sich die Macht der Fernsehsender auf lineare Programmstrukturen, doch heute fungieren Smart-TV-Plattformen als digitale Flaschenhälse. Das führt dazu, dass Hardware-Hersteller faktisch bestimmen, was Zuschauer konsumieren. Der Verband ACT betont gegenüber Reuters, dass große Technologieunternehmen Anreize haben, Endnutzer in ihrem eigenen Ökosystem zu halten. Sie haben die Möglichkeit, die Weiterleitung zu konkurrierenden Medienanwendungen technisch oder vertraglich zu erschweren.
Die Technik hinter solchen Sprachassistenten entwickelt sich rasch weiter, wodurch sie als primäre Navigation für das Smart-Home dienen. Die Verknüpfung von TV-Geräten mit der Haussteuerung zwingt Nutzer oft in ein geschlossenes System. Die Sender fordern die Kommission auf, bei der Bewertung nicht nur auf starre Zahlen zu achten.
Der Digital Markets Act sieht zwar quantitative Schwellenwerte vor, erlaubt aber auch eine Einstufung durch qualitative Kriterien. Die Hürde liegt bei 45 Millionen aktiven Nutzern pro Monat und einer Marktkapitalisierung von 87 Milliarden Dollar (etwa 75 Milliarden Euro). Die Sender argumentieren, dass die Kontrolle über den Zugang zu Medieninhalten schwerer wiegen muss als die reine Nutzerzahl.
Das seit 2023 geltende Gesetz über digitale Märkte soll den Wettbewerb stärken und die Wahlfreiheit der Verbraucher sichern. Die Europäische Kommission bestätigte den Eingang des Schreibens und prüft nun die Inhalte. Eine Stellungnahme der betroffenen Konzerne steht bislang noch aus.
Die Macht der Tech-Giganten im Wohnzimmer wächst. Findet ihr, die EU muss bei Smart-TVs strenger durchgreifen oder regelt der Markt das von allein? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
Sender fordern EU-Härte bei Smart-TVs
Europas führende Rundfunkanstalten drängen die Europäische Union zu einer massiven Ausweitung der Regulierung von Smart-TV-Betriebssystemen. In einem Brief an die Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera fordert der Verband ACT (Association of Commercial Television and Video on Demand Services in Europe), dass Systeme von Google, Amazon, Apple und Samsung unter die strengsten Regeln des Digital Markets Act fallen. Zu den Unterzeichnern gehören RTL, ProSiebenSat.1, Canal+, Sky und Paramount+.Der Kern der Forderung liegt in der wachsenden Marktmacht der Betriebssysteme, die über Sichtbarkeit und Zugang zu Inhalten entscheiden. Die Sender und Medienkonzerne argumentieren, dass das Erreichen einer kritischen Größe eine Einstufung als Gatekeeper rechtfertigt. Ohne das befürchten die Unternehmen, dass Apps und Inhalte auf den Startbildschirmen der Nutzer benachteiligt oder schwerer auffindbar sein könnten.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, warnen die Sender davor, dass wenige Betreiber die Fähigkeit erlangen, Ergebnisse für Millionen von Nutzern zu steuern. Hintergrund ist eine Verschiebung der Marktanteile. Android TV steigerte seinen Anteil von 16 Prozent im Jahr 2019 auf 23 Prozent in 2024. Das Fire OS von Amazon legte von fünf auf zwölf Prozent zu. Samsungs Tizen OS hält weiterhin 24 Prozent.
Früher beschränkte sich die Macht der Fernsehsender auf lineare Programmstrukturen, doch heute fungieren Smart-TV-Plattformen als digitale Flaschenhälse. Das führt dazu, dass Hardware-Hersteller faktisch bestimmen, was Zuschauer konsumieren. Der Verband ACT betont gegenüber Reuters, dass große Technologieunternehmen Anreize haben, Endnutzer in ihrem eigenen Ökosystem zu halten. Sie haben die Möglichkeit, die Weiterleitung zu konkurrierenden Medienanwendungen technisch oder vertraglich zu erschweren.
Siri und Alexa im Visier der Aufseher
Neben reinen Betriebssystemen für Fernseher rücken virtuelle Assistenten in den Fokus. Die Sender warnen vor einem regulatorischen Vakuum bei Diensten wie Amazons Alexa oder Apples Siri. Die Helfer fungieren als Schnittstelle für Medieninhalte auf Smartphones und in Infotainment-Systemen von Autos. Bisher hat die Europäische Kommission keinen virtuellen Assistenten als Gatekeeper eingestuft, was den Konzernen Freiheiten lässt.Die Technik hinter solchen Sprachassistenten entwickelt sich rasch weiter, wodurch sie als primäre Navigation für das Smart-Home dienen. Die Verknüpfung von TV-Geräten mit der Haussteuerung zwingt Nutzer oft in ein geschlossenes System. Die Sender fordern die Kommission auf, bei der Bewertung nicht nur auf starre Zahlen zu achten.
Der Digital Markets Act sieht zwar quantitative Schwellenwerte vor, erlaubt aber auch eine Einstufung durch qualitative Kriterien. Die Hürde liegt bei 45 Millionen aktiven Nutzern pro Monat und einer Marktkapitalisierung von 87 Milliarden Dollar (etwa 75 Milliarden Euro). Die Sender argumentieren, dass die Kontrolle über den Zugang zu Medieninhalten schwerer wiegen muss als die reine Nutzerzahl.
Das seit 2023 geltende Gesetz über digitale Märkte soll den Wettbewerb stärken und die Wahlfreiheit der Verbraucher sichern. Die Europäische Kommission bestätigte den Eingang des Schreibens und prüft nun die Inhalte. Eine Stellungnahme der betroffenen Konzerne steht bislang noch aus.
Die Macht der Tech-Giganten im Wohnzimmer wächst. Findet ihr, die EU muss bei Smart-TVs strenger durchgreifen oder regelt der Markt das von allein? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Führende Sender fordern strengere EU-Regeln für Smart-TV-Betriebssysteme
- Medienkonzerne warnen vor der wachsenden Marktmacht großer Tech-Giganten
- Sender befürchten eine geringere Sichtbarkeit auf den Startbildschirmen
- Virtuelle Assistenten sollen künftig ebenfalls strenger reguliert werden
- Qualitative Kriterien sollen bei der Einstufung als Gatekeeper zählen
- Android TV und Amazons Fire OS verzeichnen deutliche Marktanteilsgewinne
Siehe auch:
- Hisense zeigte auf Smart-TVs dreist Werbung beim Kanalwechsel
- LG stellt Easy-TVs vor: Für alle, denen Smart-TVs zu kompliziert sind
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- Samsung hält sein Versprechen: Ältere Smart-TVs bekommen Tizen 9.0
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Thema:
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