409 Wh/kg: Donut Lab liefert erstmals unabhängigen Batterietest
Das finnische Unternehmen Donut Lab hat erstmals eine unabhängig gemessene Energiedichte für seine umstrittene Feststoff-Batterie veröffentlicht. Nach einem Test des staatlichen Forschungszentrums VTT erreicht eine einzelne Zelle 409,3 Wh/kg und 804,7 Wh/l.
Die nun vorgelegten Messungen von VTT sind dagegen nachvollziehbar. Das Institut untersuchte eine einzelne Zelle mit der Bezeichnung "Donut Battery V1.5" beziehungsweise DL6. Sie wurde bei 25 Grad Celsius und einer vergleichsweise niedrigen Entladerate von 0,1 C über den Spannungsbereich von 2,3 bis 4,25 Volt entladen. Daraus ergab sich die genannte Energiedichte.
Allerdings handelt es sich dabei um ein optimiertes Testszenario. Bei einer früheren Messung wurde die Batterie mit 1 C bis auf 2,7 Volt entladen. Der neue Test arbeitet somit zehnmal langsamer und nutzt einen größeren Spannungsbereich, das sind Bedingungen, die eine höhere nutzbare Energiemenge begünstigen. Zudem beschreibt VTT die DL6-Zelle als auf Energiedichte optimierte Variante.
Unklar bleibt zudem die von Donut Lab versprochene Lebensdauer von bis zu 100.000 Ladezyklen. Die aktuelle Untersuchung umfasst lediglich zwei Kapazitätszyklen. VTT selbst trifft außerdem keine Aussage darüber, ob es sich tatsächlich um eine Festkörperbatterie handelt. Der Begriff "solid-state" taucht im Prüfbericht lediglich als Bezeichnung des Projekts auf.
Damit liefert der neue Test zwar einen belastbaren Wert für die Energiedichte einer Donut-Lab-Zelle, beantwortet aber weiterhin nicht die entscheidenden Fragen zur Technologie, Lebensdauer und Serienreife.
Siehe auch:
Durchaus beachtlich
Der Wert ist beachtlich, belegt jedoch weder die von Donut Lab behauptete Festkörpertechnik noch die Serienreife des Akkus, wie das Magazin Electrek berichtet. Genau diese Serienreife hatte das Unternehmen Anfang des Jahres in den Mittelpunkt seiner Präsentation auf der CES gestellt. Donut Lab hatte seine Batterie als weltweit ersten Festkörperakku bezeichnet, der für die Fertigung von Serienfahrzeugen bereit sei. Erste Motorräder des Partners Verge Motorcycles sollten bereits im ersten Quartal 2026 ausgeliefert werden. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Auch im September gibt es dem Bericht zufolge kein Serienfahrzeug mit Donut-Lab-Batterie auf öffentlichen Straßen.Die nun vorgelegten Messungen von VTT sind dagegen nachvollziehbar. Das Institut untersuchte eine einzelne Zelle mit der Bezeichnung "Donut Battery V1.5" beziehungsweise DL6. Sie wurde bei 25 Grad Celsius und einer vergleichsweise niedrigen Entladerate von 0,1 C über den Spannungsbereich von 2,3 bis 4,25 Volt entladen. Daraus ergab sich die genannte Energiedichte.
Allerdings handelt es sich dabei um ein optimiertes Testszenario. Bei einer früheren Messung wurde die Batterie mit 1 C bis auf 2,7 Volt entladen. Der neue Test arbeitet somit zehnmal langsamer und nutzt einen größeren Spannungsbereich, das sind Bedingungen, die eine höhere nutzbare Energiemenge begünstigen. Zudem beschreibt VTT die DL6-Zelle als auf Energiedichte optimierte Variante.
Es bleiben Fragen
Auch der Spitzenwert von 409 Wh/kg ist kein eindeutiger Beleg für eine neuartige Zellchemie. Moderne Lithium-Ionen-Batterien können ähnliche oder sogar höhere Werte erreichen. Der Hersteller Amprius gibt für eine konventionelle Lithium-Ionen-Zelle mit Siliziumanode beispielsweise 450 Wh/kg an.Unklar bleibt zudem die von Donut Lab versprochene Lebensdauer von bis zu 100.000 Ladezyklen. Die aktuelle Untersuchung umfasst lediglich zwei Kapazitätszyklen. VTT selbst trifft außerdem keine Aussage darüber, ob es sich tatsächlich um eine Festkörperbatterie handelt. Der Begriff "solid-state" taucht im Prüfbericht lediglich als Bezeichnung des Projekts auf.
Damit liefert der neue Test zwar einen belastbaren Wert für die Energiedichte einer Donut-Lab-Zelle, beantwortet aber weiterhin nicht die entscheidenden Fragen zur Technologie, Lebensdauer und Serienreife.
Zusammenfassung
- VTT misst bei einer Donut-Lab-Batteriezelle beachtliche 409,3 Wh/kg
- Das Versprechen einer baldigen Serienfertigung wurde nicht erfüllt
- Die Messungen erfolgten unter besonders optimierten Testbedingungen
- Konventionelle Lithium-Ionen-Akkus erzielen teils noch höhere Werte
- Ein Nachweis für echte Festkörpertechnik fehlt im neuen Testbericht
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