Disc-Aus bei PlayStation: Sony holt Entwicklermeinung ein - Fans hoffen

Nach der Ankündigung, ab 2028 keine physischen Spiele für die PlayStation mehr zu produzieren, sah sich Sony massiver Kritik ausgesetzt. Nun soll eine Befragung von Entwicklern darauf hindeuten, dass der Konzern einen Kurswechsel in Betracht zieht.
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    Sony holt Feedback zum Disc-Aus ein

    Sony hat angekündigt, die Produktion von physischen Datenträgern für die PlayStation ab Januar 2028 einzustellen. Nach anhaltenden Protesten von Spielern und Sammlern verschickt das Unternehmen nun offenbar ähnlich wie Microsoft Fragebögen an externe Entwickler. Ziel der Befragung ist es unter anderem, die Stimmung bezüglich des geplanten rein digitalen Vertriebsmodells einzufangen. Dieses Vorgehen werten einige Beobachter als Verunsicherung aufseiten Sonys und einen möglichen ersten Schritt für einen Kurswechsel.

    Die Entscheidung für eine rein digitale Zukunft der PlayStation basiert auf aktuellen Verkaufszahlen. Im jüngsten Quartalsbericht verzeichnete Sony einen digitalen Anteil von 85 Prozent bei den Spielverkäufen. Der Verzicht auf Discs würde die Produktionskosten senken und die Gewinnmarge für den Konzern erhöhen. Gleichzeitig würde Nutzern das die Möglichkeit nehmen, gebrauchte Titel zu kaufen oder zu verkaufen, was den anhaltenden Widerstand in der Spielerschaft erklärt.


    Wie Leaker Moores Law Is Dead in einem aufgezeichneten Livestream bei YouTube erklärt, sei der eingangs erwähnte Fragenkatalog an die Entwickler laut Insider-Quellen umfangreicher als fast alle bisherigen Umfragen, die Sony in der Vergangenheit verschickt hat. Die Teams sollen darin offenbar unter anderem bewerten, ob das Ende der physischen Medien ein Problem für künftige Veröffentlichungen darstellt.

    Physische Spiele bleiben gefragt

    Ein Grund für eine mögliche Verunsicherung bei Sony könnten die Absatzzahlen aktueller Titel sein. So verkaufte sich das neue Actionspiel Marvel's Wolverine von Insomniac Games in den ersten drei Tagen rund 1,9 Millionen Mal auf der PlayStation 5. Etwa 23 Prozent der Einnahmen stammten dabei aus dem Verkauf von Versionen auf Disc. Das entspricht einem Umsatz von über 30,5 Millionen Dollar (knapp 27 Millionen Euro). Bei dem älteren Titel Astro Bot aus dem Jahr 2024 lag der physische Anteil laut Analysten sogar bei über 45 Prozent.

    Zu Astro Bot gesellen sich mit hohen physischen Verkäufen auch andere Spiele wie Ghost of Yotei mit knapp 38 Prozent Disc-Anteil sowie Marvels Spider-Man 2 mit etwa 35 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass ein beachtlicher Teil der Kundschaft weiterhin Datenträger kauft.

    Besonders kleinere Studios äußerten in der Vergangenheit Bedenken gegen den rein digitalen Vertrieb. Für sie sind physische Sammlereditionen eine wichtige Einnahmequelle. Große Unternehmen wie Rockstar Games scheinen den digitalen Wandel hingegen zu unterstützen. Grand Theft Auto 6 enthält in der Verpackung der physischen Version lediglich einen Code zum Download, aber keine Disc.

    Rückkehr zur Disc ist unwahrscheinlich

    Dass Sony seine Pläne tatsächlich anpasst, ist dennoch sehr unwahrscheinlich. Das Unternehmen betreibt weiterhin Presswerke für optische Datenträger, was eine Fortführung der Produktion technisch problemlos ermöglichen würde. Ein Strategiewechsel kurz vor der lang geplanten Umsetzung wäre jedoch ungewöhnlich und vermutlich mit enormen Kosten verbunden. Bei vielen Disc-Fans dürfte die Hoffnung aber trotzdem zuletzt sterben.

    Was meint ihr zum geplanten Ende der physischen PlayStation-Spiele? Kauft ihr Titel lieber digital oder legt ihr Wert auf eine Disc im Regal? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!
    Zusammenfassung
    • Sony plant die Einstellung von PlayStation-Discs ab dem Januar 2028
    • Der Konzern fragt jetzt externe Entwickler nach ihrer Meinung dazu
    • Einige Beobachter werten das als Verunsicherung aufseiten Sonys
    • Einige aktuelle Spieletitel erzielen weiterhin viele Verkäufe auf Disc
    • Kleinere Entwicklerstudios fürchten den Wegfall von Sammlereditionen
    • Ein Rückzieher von den Plänen gilt allem zum Trotz als unwahrscheinlich

    Siehe auch:
    Felix Krauth

    Redakteur für Windows & Hardware

    War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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