FPS-Boost für Linux: Nutzer alter Hardware profitieren bald von Update

Wer unter Linux spielt, darf sich auf das kommende Kernel-Update freuen. Version 7.3 bringt tiefgreifende Änderungen am Scheduler mit sich. Besonders ältere Rechner profitieren von konstanteren Bildraten und spürbar reduzierten Latenzen.
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    Bei Linux tut sich momentan einiges. China setzt in Zukunft wohl verstärkt auf das Open-Source-Betriebssystem, eine neue TSC-Pflicht macht Uralt-Hardware nach Jahrzehnten inkompatibel und der neue Kernel in Version 7.2 ist da. Doch kaum hat Linus Torvalds die offizielle Freigabe verkündet, machen bereits Nachrichten über Optimierungen an der nächsten Version die Runde. So wurden jetzt Anpassungen am Scheduler eingereicht, die für einen deutlichen Leistungssprung beim Spielen auf älterer Hardware sorgen dürften.

    Der Scheduler ist eine Komponente, die die zur Verfügung stehende Rechenzeit auf die verschiedenen Prozessorkerne aufteilt. Entwickler Peter Zijlstra von Intel hat nun die bisherige Verwaltung von Aufgabengruppen, den sogenannten cgroups, vereinfacht. Bislang wurden Aufgaben in einer komplexen Hierarchie organisiert, was bei hoher Systemlast oft zu Verzögerungen führte. Zukünftig landen alle Prozesse in einer gemeinsamen Warteschlange. Das reduziert die Latenzen des Systems erheblich und sorgt für eine flüssigere Darstellung auf dem Bildschirm.


    Zahlen aus ersten Tests

    Wie Phoronix berichtet, verdeutlicht ein Härtetest das Potenzial des Updates. Auf einem Intel Core i7-2600K aus dem Jahr 2011 gepaart mit einer AMD Radeon RX 580 stieg die minimale Bildrate beim Rollenspiel Shadows: Awakening von 4 auf 29 an. Die mittlere Berechnungszeit pro Einzelbild halbierte sich nahezu.

    Solche Anpassungen im Kernel haben eine lange Historie. Linux nutzt seit Jahren komplexe mathematische Modelle, um allen Programmen eine faire Chance auf Rechenzeit zu geben. Das aktuelle Update baut auf diesen Grundlagen auf und entfernt alte Strukturen, die für Server wichtig, für einfache Desktop-Rechner aber eher hinderlich waren. Das kommt Spielern nun direkt zugute, die einen wachsenden Teil der Linux-Nutzerschaft ausmachen. Linux 7.3: Scheduler FPS-VergleichDie Frametime sinkt und die FPS steigen dank des überarbeiteten Schedulers

    Kein Allheilmittel für alte PCs

    Allerdings basieren die berichteten Messwerte auf einem konstruierten Härtefall. Der Entwickler lastete das System künstlich mit Endlosschleifen aus, um besonders schwierige Bedingungen zu simulieren. Der enorme Leistungszuwachs basiert also auf dem Vergleich zwischen diesem Ausnahmezustand und normalen Bedingungen während des typischen Spielbetriebs. Der FPS-Zuwachs lässt sich demnach nicht wirklich verallgemeinern und dürfte im Normalfall deutlich geringer ausfallen.

    Neben der Optimierung für schwächere Systeme bringt das Update aber noch weitere Vorteile. So verbessert der neue Scheduler auch die Lastverteilung auf Prozessoren mit asymmetrischer Kernleistung. Das betrifft primär aktuelle Prozessoren von Intel, die auf eine Mischung aus leistungsstarken P-Cores und energieeffizienten E-Cores setzen. Zudem bevorzugt das System jetzt vollständig ruhende Kerne, anstatt Aufgaben auf teilausgelastete Threads zu verteilen.

    Bis die Neuerungen in großen Distributionen wie Ubuntu ankommen, vergehen vermutlich noch etliche Wochen. Die finale Version des Kernels wird für Ende Oktober 2026 erwartet. Nutzer der auf Spiele optimierten Distribution CachyOS erhalten die Verbesserungen jedoch schon früher, da das Team die Anpassungen laut eigenen Aussagen bereits in ihren aktuellen Kernel integriert.

    Spielt ihr selbst unter Linux oder plant ihr einen Wechsel von Windows? Teilt eure Erfahrungen mit der Spieleleistung unter beiden Betriebssystemen gerne in den Kommentaren mit uns!

    Zusammenfassung
    • Optimierungen am Linux-Scheduler versprechen deutlich mehr Spieleleistung
    • Eine vereinfachte Aufgabenverwaltung soll Latenzen im System verringern
    • In ersten Tests stieg die minimale Bildrate auf älterer Hardware stark an
    • Die enormen Leistungszuwächse sind jedoch das Ergebnis von Härtetests
    • Der Scheduler verbessert zudem die Lastverteilung auf modernen Hybrid-CPUs
    • Die finale Version von Kernel 7.3 wird für Ende Oktober 2026 erwartet

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