Wem gehört Linux? Rechtsstreit steht nach 28 Jahren vor dem Ende

Ein US-Gericht hat die Klage des Softwareunternehmens Xinuos gegen IBM abgewiesen und einen alten Streit um Linux-Code beendet. Etwaige Ansprüche aus dem Projekt Monterey sind längst verjährt. Entwickler können somit endgültig aufatmen.
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    Gericht beendet Linux-Streit

    Ein US-Berufungsgericht in New York hat die Berufung des Softwareunternehmens Xinuos gegen IBM und Red Hat abgewiesen. Der Kläger warf IBM vor, unrechtmäßig Programmcode aus dem gemeinsamen Projekt Monterey in das freie Betriebssystem Linux integriert zu haben. Das Gericht urteilte jedoch, dass etwaige Ansprüche verjährt sind.

    Der Ursprung der juristischen Auseinandersetzung reicht tief in die Geschichte der Softwareentwicklung bis in das Jahr 1998 zurück. Damals starteten IBM, die Santa Cruz Operation, Intel und Sequent das gemeinsame Projekt Monterey. Dessen Ziel war es, ein einheitliches Unix-Betriebssystem für verschiedene Prozessorarchitekturen zu erschaffen. Als Linux in den Folgejahren rasant an Popularität gewann, wandte sich IBM dem neuen System zu und beendete die Zusammenarbeit im Jahr 2001.


    Wie The Register schreibt, ging es aktuell im Kern um die Frage, ob IBM eine Lizenz verletzte oder Eigentumsrechte missachtete. Xinuos, ein Rechtsnachfolger der Santa Cruz Operation, argumentierte auf Basis einer Lizenzverletzung. Die Richter sahen darin jedoch einen Streit um Eigentumsrechte, bei dem die dreijährige Verjährungsfrist längst abgelaufen sei.

    Sicherheit für Entwickler

    Für die Gemeinschaft der Entwickler bringt das Urteil endlich Klarheit und Sicherheit. Das rechtliche Damoklesschwert, das seit der ersten Klage im Jahr 2003 über Linux schwebte, löst sich endlich auf. Unternehmen können aufatmen, da keine nachträglichen Lizenzgebühren für Milliarden von Geräten drohen. Ein Nachteil ist jedoch, dass die Eigentumsfrage juristisch damit nie abschließend geklärt wurde, sondern der Rechtsstreit an formalen Fristen scheiterte.

    Bereits im Jahr 2021 hatte sich die SCO Group als ein weiterer Rechtsnachfolger mit IBM auf eine Ausgleichszahlung in Höhe von 14.250.000 Dollar (etwa 12.960.000 Euro) geeinigt. Die vergleichsweise geringe Summe spiegelte den Mangel an stichhaltigen juristischen Beweisen wider. Xinuos versuchte im Anschluss, den Fall mit neuen Argumenten aufzurollen.

    Letzte rechtliche Schritte

    Xinuos plant nun, eine Anhörung vor dem gesamten Kollegium des Berufungsgerichts zu beantragen. Das kann man aber als Verzweiflungsschritt sehen, denn solche Anträge haben statistisch gesehen eine Erfolgsquote von weniger als einem Prozent. Ein Erfolg gilt daher als höchst unwahrscheinlich, wodurch das Kapitel hoffentlich bald und ein für alle Mal geschlossen sein dürfte.

    Glaubt ihr, dass solche späten Klagen in der IT-Welt noch eine Berechtigung haben? Teilt eure Meinung mit uns in den Kommentaren und diskutiert mit!

    Zusammenfassung
    • US-Berufungsgericht weist Klage von Xinuos gegen IBM und Red Hat ab
    • Der Streit dreht sich um Code-Eigentumsrechte am Betriebssystem Linux
    • Das Gericht sieht die Ansprüche aus dem Jahr 1998 als längst verjährt an
    • Für Entwickler und Unternehmen bringt das Urteil nun Rechtssicherheit
    • Ein früherer Kläger einigte sich bereits vor Jahren auf einen Vergleich
    • Xinuos plant weitere Schritte, die Erfolgschancen gelten als minimal

    Siehe auch:


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