Swift-Teleskop: NASA gibt Rettung auf, es wird demnächst verglühen
Ein kühlschrankgroßer Roboter sollte ein NASA-Teleskop vor dem Absturz retten. 30 Millionen Dollar (etwa 26 Millionen Euro), neun Monate Bauzeit, Start im Juli - und jetzt das Aus. Denn nun ist klar: Die Rettung ist gescheitert, das alte Teleskop bleibt unersetzlich.
Swift dürfte damit nach fast 22 Jahren im Orbit noch in diesem Jahr in der Erdatmosphäre verglühen. Das Teleskop startete 2004 mit einer Primärmission von zwei Jahren und beobachtet seither Gammablitze, die energiereichsten bekannten Explosionen im Universum. Triebwerke zur Bahnkorrektur besitzt das rund 500 Millionen Dollar (etwa 431 Millionen Euro) teure Observatorium nicht - bei zwei Jahren Planungshorizont hatte niemand damit gerechnet.
Das Problem war solarer Natur: Ein ungewöhnlich starkes Maximum der Sonnenaktivität Ende 2024 hatte die Hochatmosphäre anschwellen lassen, womit der Luftwiderstand stieg und die Bahn schneller als erwartet sank. Die NASA beauftragte daraufhin im September 2025 Katalyst für 30 Millionen Dollar (etwa 26 Millionen Euro) mit einer Rettungsmission. Das Unternehmen baute, testete und startete Link in neun Monaten, der kühlschrankgroße Satellit hob schließlich am 3. Juli an Bord einer luftgestarteten Pegasus XL ab.
Katalyst-Chef Ghonhee Lee schloss einen nennenswerten Bahnschub mittlerweile aus. Link soll dennoch bis auf wenige Kilometer an Swift heranfliegen und Rendezvous- und Annäherungsmanöver demonstrieren, die für künftige Wartungsmissionen im Orbit gebraucht würden. Lee rechnet mit noch zwei bis vier Wochen Betriebszeit.
Einen Nachfolger mit vergleichbar schneller Ausrichtefähigkeit gibt es nicht, die Behörde will die Lücke vorerst mit dem Rest ihrer Flotte überbrücken. NASA-Chef Jared Isaacman verteidigt das Vorgehen: Man müsse schnell handeln und kalkulierte Risiken eingehen, wenn der mögliche Ertrag es rechtfertige. Lee räumte gleichzeitig ein, dass das verkürzte Testprogramm ein bewusst eingegangener Kompromiss gewesen sei.
Wie seht ihr das: sinnvolles Risiko oder zu heißer Ritt für 30 Millionen Dollar? Erzählt uns in den Kommentaren, ob ihr den Erkenntnisgewinn für Satellitenwartung höher gewichtet als die verlorene Wissenschaft.
Siehe auch:
Swift-Absturz nicht mehr zu verhindern
Die NASA und das Start-up Katalyst Space Technologies haben ihren Versuch aufgegeben, das Weltraumteleskop Neil Gehrels Swift Observatory vor dem Absturz zu bewahren. Der Anfang Juli gestartete Rettungssatellit Link könne wegen anhaltender Probleme mit der Lageregelung (lies: trudeln), also der Steuerung der Ausrichtung im Raum, weder andocken noch die Umlaufbahn anheben, wie die US-Weltraumbehörde nun mitteilte.Swift dürfte damit nach fast 22 Jahren im Orbit noch in diesem Jahr in der Erdatmosphäre verglühen. Das Teleskop startete 2004 mit einer Primärmission von zwei Jahren und beobachtet seither Gammablitze, die energiereichsten bekannten Explosionen im Universum. Triebwerke zur Bahnkorrektur besitzt das rund 500 Millionen Dollar (etwa 431 Millionen Euro) teure Observatorium nicht - bei zwei Jahren Planungshorizont hatte niemand damit gerechnet.
NASA zeigt, wie man das Weltraumteleskop Swift retten will
Das Problem war solarer Natur: Ein ungewöhnlich starkes Maximum der Sonnenaktivität Ende 2024 hatte die Hochatmosphäre anschwellen lassen, womit der Luftwiderstand stieg und die Bahn schneller als erwartet sank. Die NASA beauftragte daraufhin im September 2025 Katalyst für 30 Millionen Dollar (etwa 26 Millionen Euro) mit einer Rettungsmission. Das Unternehmen baute, testete und startete Link in neun Monaten, der kühlschrankgroße Satellit hob schließlich am 3. Juli an Bord einer luftgestarteten Pegasus XL ab.
Xenon wurde zum Engpass
Ende Juli geriet Link jedoch ins Taumeln. Die Ingenieure stabilisierten den Satelliten zunächst über die elektrischen Haupttriebwerke und schrieben dafür neue Software, was allerdings nicht die nötige Präzision lieferte. Deshalb kamen erneut die kleineren Steuertriebwerke zum Einsatz - und weil beide Systeme Xenon verbrauchen, blieb am Ende zu wenig Treibstoff, um Swift einzufangen und anzuheben.Katalyst-Chef Ghonhee Lee schloss einen nennenswerten Bahnschub mittlerweile aus. Link soll dennoch bis auf wenige Kilometer an Swift heranfliegen und Rendezvous- und Annäherungsmanöver demonstrieren, die für künftige Wartungsmissionen im Orbit gebraucht würden. Lee rechnet mit noch zwei bis vier Wochen Betriebszeit.
Ende in der Atmosphäre
Für Swift bleibt ein kurzes Nachspiel. Der Wissenschaftsbetrieb war pausiert worden, um den Bahnabfall zu verlangsamen, und soll nun für etwa einen Monat wieder anlaufen. Danach verglüht das Teleskop weitgehend. Ganz folgenlos ist das nicht, denn einzelne Bruchstücke könnten laut NASA die Oberfläche erreichen. Ein Risiko für Menschen hält man aber dennoch für unwahrscheinlich.Einen Nachfolger mit vergleichbar schneller Ausrichtefähigkeit gibt es nicht, die Behörde will die Lücke vorerst mit dem Rest ihrer Flotte überbrücken. NASA-Chef Jared Isaacman verteidigt das Vorgehen: Man müsse schnell handeln und kalkulierte Risiken eingehen, wenn der mögliche Ertrag es rechtfertige. Lee räumte gleichzeitig ein, dass das verkürzte Testprogramm ein bewusst eingegangener Kompromiss gewesen sei.
Wie seht ihr das: sinnvolles Risiko oder zu heißer Ritt für 30 Millionen Dollar? Erzählt uns in den Kommentaren, ob ihr den Erkenntnisgewinn für Satellitenwartung höher gewichtet als die verlorene Wissenschaft.
Zusammenfassung
- Die Rettung des Weltraumteleskops Swift wurde endgültig aufgegeben
- Der Rettungssatellit Link verbrauchte bei Problemen zu viel Xenon
- Das 2004 gestartete Observatorium erforscht energiereiche Gammablitze
- Starke Sonnenaktivität ließ das Teleskop viel schneller absinken
- Das Teleskop wird nach kurzem Betrieb in der Atmosphäre verglühen
- Trotz des Fehlschlags soll Link wichtige Annäherungsmanöver testen
Siehe auch:
Videos zum Thema
- Video von Blue Ghost: Erstmals wurde eine Mondlandung in HD gefilmt
- NASA-Video zeigt Blick auf den Starship-Start von der ISS
- Reise in ein schwarzes Loch: Die NASA zeigt, wie das aussehen würde
- To the Moon: Im Trailer zur Komödie wird die Mondlandung gefaked
- NASA-Video zeigt beeindruckende Vorschau auf die Projekte von 2024
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Bresser National Geographic
Neue Nachrichten
- Xbox X25: Transparenter Retro-Controller hat einen Preis & Termin
- SK Hynix lehnt Tausch defekter SSD ab, Entschädigung weit unter Wert
- Swift-Teleskop: NASA gibt Rettung auf, es wird demnächst verglühen
- Neuartige Zink-Jod-Batterie hält über 60.000 Ladezyklen durch
- Xbox Series X|S: Neues Update für Dashboard, Speicher & Spielstände
- Netflix: Das sind die neuen Filme und Serien im September 2026
- Beats 360 geleakt: Das steckt in Apples neuen Over-Ear-Kopfhörern
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen