890 Millionen Euro Bußgeld:
EU greift gegen Google durch

Die Europäische Union hat ein Bußgeld von 890 Millionen Euro gegen Google verhängt. Grund dafür sind Verstöße gegen den Digital Markets Act. Der Konzern soll eigene Dienste bevorzugt und Entwickler von Drittanbieter-Apps benachteiligt haben.
Google, Eu, Europa, Europäische Union, Flagge, Fahne, Europaflagge

EU straft Google wegen DMA-Verstößen ab

Was sich bereits angekündigt hatte, ist jetzt eingetreten. Die Europäische Union hat ein Bußgeld in Höhe von 890 Millionen Euro gegen Google verhängt. Grund für die Sanktion sind Verstöße gegen den Digital Markets Act (DMA). Der Technologiekonzern aus den Vereinigten Staaten hat laut den Ermittlern seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt. Das Unternehmen platzierte eigene Angebote zum Nachteil von Konkurrenten, die dadurch systematisch benachteiligt wurden, und gab die Daten seiner Suchmaschine nicht preis.

Die Strafe teilt sich in zwei Verfahren auf. Ein Betrag von 460 Millionen Euro entfällt auf die Bevorzugung eigener Dienste innerhalb der Suche. Der Konzern platzierte eigene Ergebnisse für Bereiche wie Shopping, Hotels, Transport und Sport deutlich sichtbarer als die Angebote von Mitbewerbern. Die zuständigen Wettbewerbshüter sehen darin einen Verstoß gegen die Pflicht, faire Bedingungen auf dem Markt zu schaffen.


Strenge Regeln für App-Stores

Weitere 430 Millionen Euro werden aufgrund von Restriktionen im Google Play Store fällig. Wie die Europäische Kommission mitteilt, hat das Unternehmen sogenannte Anti-Steering-Praktiken angewandt. Entwickler wurden demnach daran gehindert, Nutzer auf günstigere Kaufoptionen außerhalb des hauseigenen Stores hinzuweisen. Solche Einschränkungen sind unter dem neuen Regelwerk für digitale Märkte untersagt.

Google gilt seit dem Jahr 2023 offiziell als Gatekeeper für zentrale Dienste wie Android, Chrome und die Suchmaschine. Das aktuelle Verfahren reiht sich in frühere Untersuchungen ein. So wurde Apple kürzlich ebenfalls wegen ähnlicher Geschäftspraktiken zur Kasse gebeten. Der Digital Markets Act soll sicherstellen, dass kleine und große Unternehmen gleiche Chancen haben. Bei wiederholten Verstößen kann die Kommission in der Theorie sogar eine Aufspaltung von Konzernen anordnen.

Bereits in der Vergangenheit musste Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, hohe Strafen in Europa zahlen. In den Jahren 2017 bis 2019 beliefen sich die verhängten Bußgelder wegen Verstößen gegen das europäische Kartellrecht auf insgesamt über acht Milliarden Euro. Damals standen der eigene Preisvergleichsdienst, das Betriebssystem Android und der Werbedienst AdSense im Fokus der Behörden.

Frist für technische Anpassungen

Der Konzern hat nun 60 Tage Zeit, um die geforderten Änderungen an seinem Angebot umzusetzen. Sollte Google die Frist verstreichen lassen, drohen weitere Strafzahlungen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Tagesumsatzes. Vertreter des Unternehmens warnen vor einer Verschlechterung der Nutzererfahrung. Das Unternehmen testet dennoch bereits neue Layouts für die Suche und hat erste Anpassungen an den eigenen Entwicklerrichtlinien vorgenommen.

Findet ihr die verhängte Strafe der EU gerechtfertigt? Und hat die Durchsetzung des DMA eurer Meinung nach eher positive oder negative Folgen? Teilt eure Gedanken unten in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Die Europäische Union verhängt 890 Millionen Euro Strafe gegen Google
  • Rund 460 Millionen Euro fallen wegen Bevorzugung eigener Dienste an
  • Weitere 430 Millionen Euro werden wegen Restriktionen im Play Store fällig
  • Google hat nun 60 Tage Zeit, um die geforderten Änderungen umzusetzen
  • Andernfalls drohen Strafen von bis zu fünf Prozent des Tagesumsatzes
  • In der Vergangenheit zahlte Alphabet bereits hohe Strafen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Googles Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!