Abstrafung gesponserter Artikel:
EU startet Untersuchung gegen Google

Die EU-Kommission bereitet eine weitere Wettbewerbsuntersuchung gegen Google vor. Im Zentrum stehen Vorwürfe, wonach Nachrichtenportale in den Suchergebnissen herabgestuft werden, wenn diese sogenannte "Third-Party"-Inhalte veröffentlichen.
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DMA wird durchgesetzt

Google straft solche Inhalte, etwa gesponserte Artikel oder andere Formen bezahlter redaktioneller Beiträge, seit einiger Zeit ab. Für zahlreiche Medienhäuser sind solche Modelle aber eine bedeutende Einnahmequelle. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigten, dass die EU-Kommission eine entsprechende Prüfung einleiten will. Die offizielle Ankündigung könnte noch in dieser Woche erfolgen, wurde jedoch terminlich bislang nicht endgültig fixiert, berichtet die Financial Times.

Die neue Untersuchung stützt sich auf den Digital Markets Act (DMA), der seit diesem Jahr vollständig angewendet wird. Das Gesetz soll marktbeherrschende Online-Plattformen daran hindern, ihre Macht zulasten anderer Marktteilnehmer einzusetzen. Verstöße können drastische Folgen haben: Unternehmen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Für Google, das in mehreren EU-Verfahren unter Beobachtung steht, ist dies nicht die erste Auseinandersetzung mit den neuen Regeln.


Erst vor zwei Monaten hatte Brüssel dem Konzern wegen wettbewerbswidriger Praktiken im Bereich Suchmaschinenwerbung eine Strafe in Höhe von 2,95 Milliarden Euro auferlegt. Bereits 2018 war Google für den Umgang mit seinem Android-Betriebssystem mit 4,12 Milliarden Euro belangt worden.

Google sieht Missbrauch

Trotz der wachsenden politischen Spannungen mit der US-Regierung signalisiert die neue EU-Kommission, die ihr Mandat im Dezember angetreten hat, dass sie konsequent an der Durchsetzung des DMA festhalten will. Google sieht sich parallel bereits weiteren Ermittlungen ausgesetzt, unter anderem zu möglichen Bevorzugungen eigener Dienstleistungen in der Suche.

Sowohl die EU-Kommission als auch Google lehnten eine Stellungnahme zu den neuen Vorwürfen ab. Der Konzern verweist allerdings darauf, dass Nutzer sich zunehmend über "parasitäre SEO-Strategien" oder "Missbrauch der Seitenreputation" beschwerten. Man halte sich an klare Richtlinien zur Spam-Bekämpfung und biete betroffenen Webseitenbetreibern transparente Verfahren zur Überprüfung an.

Zusammenfassung
  • EU-Kommission leitet Wettbewerbsuntersuchung gegen Google ein
  • Vorwurf: Herabstufung von Nachrichtenportalen mit gesponsertem Content
  • Bezahlte redaktionelle Beiträge sind wichtige Einnahmequelle für Medien
  • Untersuchung basiert auf dem seit 2023 geltenden Digital Markets Act
  • Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes
  • Google bereits mit Milliardenstrafen wegen Wettbewerbsverstößen belegt
  • Konzern verweist auf Nutzerbeschweren über parasitäre SEO-Strategien

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