Rätselhafte Giganten: Euclid-Teleskop findet älteste Quasare im Kosmos
Das europäische Weltraumteleskop Euclid hat die bisher ältesten bekannten Quasare im Universum aufgespürt. Die aktiven Galaxienkerne stammen aus einer Zeit kurz nach dem Urknall und liefern wertvolle Erkenntnisse über die Entstehung früher Galaxien.
Quasare stellen eine kurze Entwicklungsphase dar, in der immense Mengen an Materie in ein supermassereiches Schwarzes Loch stürzen. Dabei wird enorm viel Energie freigesetzt. Die Kerne leuchten oft Hunderte Male heller als ihre gesamte Heimatgalaxie und überstrahlen das Licht einer Billion Sonnen. Für die Astronomie fungieren sie als Zeitmaschinen. Da das Licht Milliarden Jahre bis zur Erde benötigt, blicken Forscher weit in die Vergangenheit zurück.
Diese Collage zeigt 15 der 31 neu entdeckten Quasare
Die Rotverschiebung entsteht, weil sich das Universum ausdehnt. Ähnlich dem akustischen Dopplereffekt bei einem vorbeifahrenden Krankenwagen werden die Lichtwellen weit entfernter Objekte auf ihrem Weg zur Erde gestreckt und in den roten Bereich des Spektrums verschoben. Bisher kannten Forscher nur die extrem hellen Ausreißer unter den frühen Quasaren, da schwaches Licht leicht mit näheren Sternen verwechselt wird. Das Weltraumteleskop erfasst nun auch leuchtschwächere, gewöhnliche Exemplare.
Der zweite Rekordhalter wurde mit bodengebundenen Teleskopen genauer analysiert. Er befindet sich in einer staubigen Galaxie, die rasant neue Sterne bildet. Etwa 250 Sonnenmassen entstehen dort pro Jahr. In unserer Milchstraße ist es im Vergleich lediglich rund eine Sonnenmasse jährlich. Die hohe Staubkonzentration erschwert direkte Beobachtungen. Das Schwarze Loch wächst möglicherweise langsamer, oder dichte Staubwolken verbergen einen Großteil der Aktivität vor den optischen Instrumenten.
Ein Vorteil der Mission ist die Kombination aus großem Sichtfeld und scharfer Infrarot-Optik, wodurch sich seltene Objekte effizienter filtern lassen. So entsteht nach und nach eine detaillierte Karte der kosmischen Frühzeit.
Wie bewertet ihr die neuen Erkenntnisse zur Entstehung unseres Universums? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Blick in die kosmische Vergangenheit
Das europäische Weltraumteleskop Euclid hat 31 bisher unbekannte Quasare entdeckt. Zwei davon brechen den Rekord als die ältesten jemals beobachteten aktiven Galaxienkerne. Sie stammen aus einer Epoche, in der das Universum lediglich 670 Millionen Jahre alt war. Das entspricht knapp fünf Prozent seines heutigen Alters.Quasare stellen eine kurze Entwicklungsphase dar, in der immense Mengen an Materie in ein supermassereiches Schwarzes Loch stürzen. Dabei wird enorm viel Energie freigesetzt. Die Kerne leuchten oft Hunderte Male heller als ihre gesamte Heimatgalaxie und überstrahlen das Licht einer Billion Sonnen. Für die Astronomie fungieren sie als Zeitmaschinen. Da das Licht Milliarden Jahre bis zur Erde benötigt, blicken Forscher weit in die Vergangenheit zurück.
Diese Collage zeigt 15 der 31 neu entdeckten Quasare
Rekordhalter im frühen Kosmos
Wie die Europäische Weltraumorganisation (ESA) berichtet, tragen die zwei ältesten Funde die Bezeichnungen EUCL J172902.75+641018.1 und EUCL J125308.55+705432.3. Die Himmelskörper weisen eine sogenannte Rotverschiebung von über 7,6 auf und sind mehr als 13 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Objekte stammen aus der Epoche der Reionisation, als sich das kalte, dunkle Universum erhitzte.Die Rotverschiebung entsteht, weil sich das Universum ausdehnt. Ähnlich dem akustischen Dopplereffekt bei einem vorbeifahrenden Krankenwagen werden die Lichtwellen weit entfernter Objekte auf ihrem Weg zur Erde gestreckt und in den roten Bereich des Spektrums verschoben. Bisher kannten Forscher nur die extrem hellen Ausreißer unter den frühen Quasaren, da schwaches Licht leicht mit näheren Sternen verwechselt wird. Das Weltraumteleskop erfasst nun auch leuchtschwächere, gewöhnliche Exemplare.
Der zweite Rekordhalter wurde mit bodengebundenen Teleskopen genauer analysiert. Er befindet sich in einer staubigen Galaxie, die rasant neue Sterne bildet. Etwa 250 Sonnenmassen entstehen dort pro Jahr. In unserer Milchstraße ist es im Vergleich lediglich rund eine Sonnenmasse jährlich. Die hohe Staubkonzentration erschwert direkte Beobachtungen. Das Schwarze Loch wächst möglicherweise langsamer, oder dichte Staubwolken verbergen einen Großteil der Aktivität vor den optischen Instrumenten.
Datenmengen für die Wissenschaft
Die Auswertung der Beobachtungen ist komplex. Tausende Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten zusammen, um die riesigen Datensätze aufzubereiten. Die aktuellen Entdeckungen stammen aus dem Euclid Wide Survey, einem Kartierungsprojekt, das nach Abschluss etwa ein Drittel des gesamten Himmels abdecken soll.Ein Vorteil der Mission ist die Kombination aus großem Sichtfeld und scharfer Infrarot-Optik, wodurch sich seltene Objekte effizienter filtern lassen. So entsteht nach und nach eine detaillierte Karte der kosmischen Frühzeit.
Wie bewertet ihr die neuen Erkenntnisse zur Entstehung unseres Universums? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Euclid Teleskop der ESA hat 31 neue Quasare im All nachgewiesen
- Zwei dieser aktiven Galaxienkerne sind die ältesten je gefundenen
- Sie stammen aus der Epoche als das Universum 670 Millionen Jahre alt war
- Quasare geben Forschern wichtige Einblicke in die frühe kosmische Zeit
- Tausende Experten werten diese Daten vom Euclid Wide Survey aktuell aus
Siehe auch:
- James-Webb-Teleskop entdeckt: Dunkle Materie bricht die Regeln
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