Der Härteste: Planet hat die Explosion seines Sterns überlebt

Astronomen haben den ersten Planeten entdeckt, der das Ende seines Sterns in Form einer massiven Explosion überlebt hat. Die Beobachtung ermöglicht auch Schlussfolgerungen hinsichtlich der fernen Zukunft unseres Sonnensystems.
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Großer Gasplanet dicht am Stern

Neue Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops liefern Hinweise darauf, wie der Exoplanet WD 1856 b den Tod seines Muttersterns überstehen konnte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass riesige Gasplaneten auch nach dem Ende ihrer Sterne noch eine lange und komplexe Entwicklung durchlaufen können.

WD 1856 b wurde bereits 2020 entdeckt. Der etwa jupitergroße Planet umkreist einen Weißen Zwerg, also den Überrest eines einst sonnenähnlichen Sterns, in nur 34 Stunden. Das System liegt rund 80 Lichtjahre von der Erde entfernt. Besonders rätselhaft ist die geringe Entfernung des Planeten zu seinem Sternenrest: Er kreist rund 50-mal näher an diesem als die Erde an der Sonne.


Ein Forschungsteam um Christopher O'Connor von der Northwestern University untersuchte das ungewöhnliche System nun mit dem James-Webb-Teleskop genauer. Die Wissenschaftler analysierten Masse, Temperatur und Atmosphäre des Planeten. Dabei zeigte sich, dass WD 1856 b zwischen vier- und elfmal so massereich wie Jupiter ist. Zudem besitzt er eine Temperatur von etwa 127 Grad Celsius, das ist deutlich höher als allein durch die Strahlung des vergleichsweise kühlen Weißen Zwergs zu erwarten wäre.

Besonders aufschlussreich war die Untersuchung der Atmosphäre. Die Messungen lieferten Hinweise auf Methan sowie auf Wolken oder Dunstschichten. Nach Angaben der Forscher ist dies der erste Nachweis einer Planetenatmosphäre bei einem Planeten, der vor einem Weißen Zwerg vorbeizieht.

Ursache unklar

Die neuen Daten sprechen dafür, dass WD 1856 b ursprünglich deutlich weiter von seinem Stern entfernt war und erst nach dessen Tod nach innen wanderte. Wie genau dies geschah, ist jedoch noch unklar. Eine Theorie besagt, dass der Planet während der Roten-Riesen-Phase seines Sterns zeitweise von dessen aufgeblähter Hülle verschlungen wurde und dennoch überlebte. Eine andere Erklärung geht davon aus, dass gravitative Wechselwirkungen mit weiteren Objekten im System den Planeten später auf seine heutige enge Umlaufbahn drängten. Mehrere Hinweise, darunter die vergleichsweise hohe Methankonzentration, sprechen eher für die zweite Variante.

Für Astronomen ist das System von besonderem Interesse, weil es als mögliches Modell für die Zukunft unseres Sonnensystems gilt. In etwa fünf Milliarden Jahren wird auch die Sonne zum Roten Riesen werden. Während die inneren Planeten gefährdet sind, könnten Gasriesen wie Jupiter und Saturn den Wandel überstehen und ihre Bahnen noch über Milliarden oder sogar Billionen Jahre hinweg verändern.

Zusammenfassung
  • Astronomen entdeckten einen Planeten nahe eines toten Sterns WD 1856 b
  • Der jupitergroße Planet WD 1856 b überlebte die Explosion des Sterns
  • Das James Webb Teleskop fand Methan in der Atmosphäre des Planeten WD
  • WD 1856 b wanderte vermutlich erst nach dem Sternentod nach innen ab
  • Dieses System liefert Einblicke in die Zukunft unseres Sonnensystems

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