Neue Messungen: Milchstraße ist wohl deutlich größer als gedacht
Neue Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Spiralarme der Milchstraße weiter ins Universum reichen als bislang angenommen. Unsere Galaxie könnte also viel größer sein, als man bisher angenommen hat.
Die Forscher analysierten die Entfernungen zu den Spiralarmen mit einer ungewöhnlichen Methode. Dabei nutzten sie das Röntgenlicht von Gammablitzen, den energiereichsten Explosionen im Universum, die beim Kollaps massereicher Sterne oder bei der Verschmelzung von Neutronensternen entstehen. Obwohl diese Ereignisse weit außerhalb der Milchstraße stattfinden, erreicht ihr Röntgenlicht unsere Galaxie und wird dort an Staubwolken in den Spiralarmen gestreut.
Aus den sich ausbreitenden Röntgenringen konnten die Wissenschaftler die Position der Staubwolken und damit die Ausdehnung der Spiralarme besonders präzise bestimmen. Im Gegensatz zu vielen bisherigen Verfahren basiert diese Methode vor allem auf geometrischen Berechnungen und ist daher weniger von Annahmen über die Rotation der Milchstraße abhängig, die insbesondere in den äußeren Bereichen mit Unsicherheiten behaftet sind.
Für ihre Untersuchung wertete das Team drei unterschiedliche Gammablitze aus und untersuchte damit den Perseus-Arm, den Outer-Arm sowie den Outer-Scutum-Centaurus-Arm. Dabei zeigte sich, dass die beiden letztgenannten Spiralarme rund zehn Prozent weiter von uns entfernt liegen als frühere Messungen vermuten ließen.
Die neuen Erkenntnisse könnten weitreichende Folgen für die Astronomie haben. Sollten sich die Messungen bestätigen, müssten Modelle zur Massenverteilung, Rotation und Gesamtstruktur der Milchstraße überarbeitet werden. Das wiederum könnte auch das Verständnis ihrer Entstehung und Entwicklung beeinflussen.
Allerdings lässt sich die eingesetzte Methode nur selten anwenden. Geeignete Gammablitze sind außergewöhnlich selten und müssen zudem aus einer günstigen Richtung durch die Milchstraße beobachtet werden.
Siehe auch:
Gammablitze geben Aufschluss
Astronomen haben mithilfe von Daten der Röntgenobservatorien Chandra der NASA und XMM-Newton der Europäischen Weltraumorganisation ESA die Struktur unserer Galaxie neu vermessen. Die Ergebnisse, die im Journal Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurden, könnten grundlegende Annahmen über Aufbau, Masse und Entwicklung der Milchstraße verändern.Die Forscher analysierten die Entfernungen zu den Spiralarmen mit einer ungewöhnlichen Methode. Dabei nutzten sie das Röntgenlicht von Gammablitzen, den energiereichsten Explosionen im Universum, die beim Kollaps massereicher Sterne oder bei der Verschmelzung von Neutronensternen entstehen. Obwohl diese Ereignisse weit außerhalb der Milchstraße stattfinden, erreicht ihr Röntgenlicht unsere Galaxie und wird dort an Staubwolken in den Spiralarmen gestreut.
Aus den sich ausbreitenden Röntgenringen konnten die Wissenschaftler die Position der Staubwolken und damit die Ausdehnung der Spiralarme besonders präzise bestimmen. Im Gegensatz zu vielen bisherigen Verfahren basiert diese Methode vor allem auf geometrischen Berechnungen und ist daher weniger von Annahmen über die Rotation der Milchstraße abhängig, die insbesondere in den äußeren Bereichen mit Unsicherheiten behaftet sind.
Für ihre Untersuchung wertete das Team drei unterschiedliche Gammablitze aus und untersuchte damit den Perseus-Arm, den Outer-Arm sowie den Outer-Scutum-Centaurus-Arm. Dabei zeigte sich, dass die beiden letztgenannten Spiralarme rund zehn Prozent weiter von uns entfernt liegen als frühere Messungen vermuten ließen.
Weitreichende Folgen
Zusätzlich bestimmten die Forschenden erstmals auch die Breite des äußersten Spiralarms genauer. Demnach misst dieser rund 3500 Lichtjahre. Durch die Berücksichtigung der gesamten Armstruktur statt einzelner Staubwolken konnten die Ergebnisse zusätzlich abgesichert werden.Die neuen Erkenntnisse könnten weitreichende Folgen für die Astronomie haben. Sollten sich die Messungen bestätigen, müssten Modelle zur Massenverteilung, Rotation und Gesamtstruktur der Milchstraße überarbeitet werden. Das wiederum könnte auch das Verständnis ihrer Entstehung und Entwicklung beeinflussen.
Allerdings lässt sich die eingesetzte Methode nur selten anwenden. Geeignete Gammablitze sind außergewöhnlich selten und müssen zudem aus einer günstigen Richtung durch die Milchstraße beobachtet werden.
Zusammenfassung
- Neue Messungen zeigen eine deutlich größere Milchstraßengalaxie auf
- Forscher nutzten Röntgenlicht von Gammablitzen zur Vermessung neu
- Geometrische Berechnungen ersetzen teils unsichere Rotationsmodelle
- Zwei äußere Spiralarme liegen weiter entfernt als bisher gedacht nun
- Die Breite des äußeren Spiralarms beträgt rund 3500 Lichtjahre exakt
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