Deutsche Glasfaser schrammt haarscharf an der Insolvenz vorbei
Deutsche Glasfaser erhält ein Hilfspaket über 1,2 Milliarden Euro, um fällige Zinsen zu begleichen. Ein Londoner Gerichtsurteil sichert das Überleben der Firma. Im Gegenzug muss der bisherige Firmenchef seinen Posten räumen.
Ein Gericht in London gab grünes Licht für das Vorhaben und machte damit den Weg für eine Finanzspritze von rund 1,2 Milliarden Euro frei. Die Entscheidung fiel dort, weil die zugrunde liegenden Kreditverträge nach englischem Recht geschlossen wurden.
Getragen wird die Rettung von den bisherigen Eigentümern und Banken. Zu den wichtigsten Anteilseignern zählen die Investmentgruppe EQT aus Schweden und der kanadische Pensionsfonds OMERS. Wie Finance Magazin berichtet, verschafft die neue Finanzierungsstruktur dem Unternehmen nun wieder Handlungsspielraum.
Mit der finanziellen Stabilisierung geht ein personeller Umbruch einher. Vorstandschef Andreas Pfisterer wird den Konzern im Sommer verlassen, ein direkter Nachfolger ist bislang nicht benannt. Übergangsweise übernimmt Jens Schulte-Bockum die Führung. Der ehemalige Deutschland-Chef von Vodafone soll das Unternehmen durch die anstehende Neuaufstellung führen. Auch die Position des Finanzchefs wird neu besetzt.
Für Verbraucher bedeutet das vor allem mehr Gewicht auf Service und Stabilität bereits bestehender Anschlüsse. Gleichzeitig könnten neue Ausbauprojekte in bislang unversorgten Regionen seltener werden. Nach Unternehmensangaben stehen weiterhin jährlich mehrere Hundert Millionen Euro für den Ausbau zur Verfügung. Infografik: Welche Breitband-Provider in Deutschland beliebt sind
Bis Mitte der 2030er-Jahre sieht sich das Unternehmen durchfinanziert. Der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur bleibt jedoch kostenintensiv. Daher konzentriert sich Deutsche Glasfaser vorerst darauf, mehr Haushalte in bereits erschlossenen Gebieten anzuschließen. Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur besser auszulasten und die Einnahmen zu steigern, ohne unmittelbar neue Tiefbauprojekte zu starten.
Seid ihr bereits an das Glasfasernetz angeschlossen? Wie bewertet ihr den Strategiewechsel des Anbieters? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
Rettung vor der Insolvenz
Noch Ende Juni stand der Netzanbieter Deutsche Glasfaser unter erheblichem Druck. Fällige Zinszahlungen in Höhe von 162 Millionen Euro konnten nicht aus eigener Kraft bedient werden. Nun ist klar: Ein umfassender Restrukturierungsplan hat die drohende Insolvenz abgewendet.Ein Gericht in London gab grünes Licht für das Vorhaben und machte damit den Weg für eine Finanzspritze von rund 1,2 Milliarden Euro frei. Die Entscheidung fiel dort, weil die zugrunde liegenden Kreditverträge nach englischem Recht geschlossen wurden.
Getragen wird die Rettung von den bisherigen Eigentümern und Banken. Zu den wichtigsten Anteilseignern zählen die Investmentgruppe EQT aus Schweden und der kanadische Pensionsfonds OMERS. Wie Finance Magazin berichtet, verschafft die neue Finanzierungsstruktur dem Unternehmen nun wieder Handlungsspielraum.
Mit der finanziellen Stabilisierung geht ein personeller Umbruch einher. Vorstandschef Andreas Pfisterer wird den Konzern im Sommer verlassen, ein direkter Nachfolger ist bislang nicht benannt. Übergangsweise übernimmt Jens Schulte-Bockum die Führung. Der ehemalige Deutschland-Chef von Vodafone soll das Unternehmen durch die anstehende Neuaufstellung führen. Auch die Position des Finanzchefs wird neu besetzt.
Folgen für den Netzausbau
Die Auswirkungen der Neuausrichtung dürften auch in den Kommunen spürbar werden. Zwar sollen laufende Ausbauprojekte noch abgeschlossen werden, künftig verlagert sich der Schwerpunkt jedoch. Statt neuer Erschließungen rückt die Versorgung bestehender Netze stärker in den Fokus.Für Verbraucher bedeutet das vor allem mehr Gewicht auf Service und Stabilität bereits bestehender Anschlüsse. Gleichzeitig könnten neue Ausbauprojekte in bislang unversorgten Regionen seltener werden. Nach Unternehmensangaben stehen weiterhin jährlich mehrere Hundert Millionen Euro für den Ausbau zur Verfügung. Infografik: Welche Breitband-Provider in Deutschland beliebt sind
Bis Mitte der 2030er-Jahre sieht sich das Unternehmen durchfinanziert. Der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur bleibt jedoch kostenintensiv. Daher konzentriert sich Deutsche Glasfaser vorerst darauf, mehr Haushalte in bereits erschlossenen Gebieten anzuschließen. Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur besser auszulasten und die Einnahmen zu steigern, ohne unmittelbar neue Tiefbauprojekte zu starten.
Seid ihr bereits an das Glasfasernetz angeschlossen? Wie bewertet ihr den Strategiewechsel des Anbieters? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
- Deutsche Glasfaser sichert sich 1,2-Milliarden-Hilfspaket
- 162 Millionen Euro fällige Zinszahlungen waren nicht zu begleichen
- Rettungspaket wird von bisherigen Eigentümern und Banken getragen
- Vorstandschef Andreas Pfisterer verlässt das Unternehmen
- Ex-Vodafone-Deutschlandchef, führt das Unternehmen übergangsweise
- Fokus verschiebt sich auf Service und Stabilität bestehender Netze statt Neubau
- Mit neuer Finanzstruktur ist Deutsche Glasfaser bis Mitte der 2030er-Jahre gesichert
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