Smartphones verhindern zahlreichen Teenager-Schwangerschaften
Gleich zwei aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Hinweise darauf, dass die zunehmende Verbreitung digitaler Technologien - insbesondere von Smartphones - mit dem Rückgang der Geburtenraten in Verbindung stehen könnte.
Die Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang mit der rasanten Verbreitung von Smartphones. Demnach verlagerten Jugendliche einen guten Teil ihrer sozialen Kontakte von persönlichen Treffen in digitale Kommunikationsräume. Dadurch habe die Zahl ungeplanter Begegnungen und damit auch unbeabsichtigter Schwangerschaften deutlich abgenommen.
Nach Angaben der Autoren zeigte sich dieser Trend in Ländern mit sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die Forscher werteten Daten aus mehreren Staaten aus, darunter die USA sowie England und Wales. Das Ergebnis deute darauf hin, dass der Rückgang nicht allein durch bessere Verhütungsmöglichkeiten oder sozialpolitische Veränderungen erklärt werden könne. Die Studie verweist zudem auf weitere Folgen der digitalen Vernetzung, darunter einen parallelen Anstieg psychischer Belastungen bei Jugendlichen.
Eine zweite Untersuchung des National Bureau of Economic Research konzentriert sich auf die USA. Dort sank die allgemeine Geburtenrate seit 2007 um rund 22 Prozent. Die Forscher nutzten die ersten Jahre nach der Einführung des iPhones als eine Art natürliches Experiment. Da das Gerät zwischen 2007 und 2011 ausschließlich über den Mobilfunkanbieter AT&T erhältlich war, konnten regionale Unterschiede bei der Netzabdeckung ausgewertet werden.
Die Debatte über mögliche Auswirkungen von Mobiltelefonen auf die Fruchtbarkeit ist allerdings nicht neu. Frühere Untersuchungen verwiesen bereits auf Zusammenhänge zwischen Handynutzung und Veränderungen des Fortpflanzungsverhaltens. Andere Studien beschäftigten sich zudem mit möglichen biologischen Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit. Wissenschaftler betonen jedoch, dass weitere Forschung notwendig sei, um die genauen Ursachen und Wirkmechanismen eindeutig zu klären.
Siehe auch:
Geburtenrate sinkt seit iPhone-Start
Die Studien, die kürzlich veröffentlicht wurden, untersuchen sowohl die Entwicklung der Teenagerschwangerschaften als auch die allgemeine Fertilitätsrate in den USA seit der Einführung des iPhones im Jahr 2007. Eine im Mai veröffentlichte Arbeit von Forschern der University of Cincinnati kommt zu dem Ergebnis, dass die Geburtenrate unter Jugendlichen weltweit ab etwa 2007 drastisch zurückging.Die Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang mit der rasanten Verbreitung von Smartphones. Demnach verlagerten Jugendliche einen guten Teil ihrer sozialen Kontakte von persönlichen Treffen in digitale Kommunikationsräume. Dadurch habe die Zahl ungeplanter Begegnungen und damit auch unbeabsichtigter Schwangerschaften deutlich abgenommen.
Nach Angaben der Autoren zeigte sich dieser Trend in Ländern mit sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die Forscher werteten Daten aus mehreren Staaten aus, darunter die USA sowie England und Wales. Das Ergebnis deute darauf hin, dass der Rückgang nicht allein durch bessere Verhütungsmöglichkeiten oder sozialpolitische Veränderungen erklärt werden könne. Die Studie verweist zudem auf weitere Folgen der digitalen Vernetzung, darunter einen parallelen Anstieg psychischer Belastungen bei Jugendlichen.
Eine zweite Untersuchung des National Bureau of Economic Research konzentriert sich auf die USA. Dort sank die allgemeine Geburtenrate seit 2007 um rund 22 Prozent. Die Forscher nutzten die ersten Jahre nach der Einführung des iPhones als eine Art natürliches Experiment. Da das Gerät zwischen 2007 und 2011 ausschließlich über den Mobilfunkanbieter AT&T erhältlich war, konnten regionale Unterschiede bei der Netzabdeckung ausgewertet werden.
Mehr Forschung nötig
Die Analyse legt nahe, dass der Zugang zum iPhone die Zahl der Geburten bei Frauen unter 30 Jahren deutlich verringerte. Nach Schätzung der Autoren könnte die Verbreitung des Smartphones zwischen einem Drittel und der Hälfte des gesamten Rückgangs der Geburtenrate in den USA erklären. Befragungsdaten stützen die Annahme, dass Smartphones persönliche Begegnungen reduzierten, den Konsum von Online-Inhalten erhöhten und die Häufigkeit sexueller Kontakte beeinflussten.Die Debatte über mögliche Auswirkungen von Mobiltelefonen auf die Fruchtbarkeit ist allerdings nicht neu. Frühere Untersuchungen verwiesen bereits auf Zusammenhänge zwischen Handynutzung und Veränderungen des Fortpflanzungsverhaltens. Andere Studien beschäftigten sich zudem mit möglichen biologischen Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit. Wissenschaftler betonen jedoch, dass weitere Forschung notwendig sei, um die genauen Ursachen und Wirkmechanismen eindeutig zu klären.
Zusammenfassung
- Forscher der University of Cincinnati: Teenager-Schwangerschaften sanken nach 2007 drastisch
- Jugendliche verlagerten soziale Kontakte zunehmend in digitale Räume, ungeplante Begegnungen
- AT&T war von 2007 bis 2011 der einzige Anbieter des iPhones, was regionale Vergleiche ermöglichte
- iPhone-Zugang verringerte Geburten bei Frauen unter 30; Smartphones erklären möglicherweise 30 bis 50 Prozent des Rückgangs
- Befragungen bestätigen: Smartphones reduzierten persönliche Treffen, erhöhten Online-Konsum und veränderten Sexualverhalten
Siehe auch:
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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